Das "Mitterfelser Magazin 21/2015" ist ausgeliefert - Vorschau - Alltag und Feste

Beitragsseiten

 

 

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Birgit Mühlbauer: Wer kennt sie noch, die kleinen Läden? – Leise richtet die Zeit

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In einer Zeit der Gigaliner, Mega-Märkte und der Welt der Einkaufscenter mit ihrem Karussell der Angebotsflut, der Preiskämpfe und des Wettbewerbs singt Birgit Mühlbauer das Hohelied der Tante-Emma-Laden respektive Edeka-Hagn, bei dem mit der klingelnden Ladentür die Alltagshektik abfällt und sich etwas Gemächlichkeit zwischen Postkartenständer, Lottokasse und vollbepackten Regalen einnistet. „Wos kochst heut ..., wia geht‘s dir ..., mei host scho g‘hört ..., ja do schau her!“

Birgit Mühlbauer schätzt das Marginale, die kleinen Kostbarkeiten in der Natur und im Dorf, die „kleinen“, unbedeutenden, aber doch so interessanten Leute. "Ein paar Zwetschgen in der Westentasche, den Haselnussstecken in den rauen Händen, das Faustdicke hinter den Ohren … ich kann sie noch heute über die holprigen Gredplatten zur Bank unterm altehrwürdigen Nussbaum am Herrnberg schlendern sehen, die Krieger Anni. 

 

Sigurd Gall: Moagn wird bacha

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Für den heutigen Menschen, der sich täglich seine frischen Semmeln und reschen Bretzen besorgt, kaum vorstellbar, dass früher bei den Bauern meist nur einmal im Monat Brot bacha woarn is. Ein besonderer Tag immer für den kleinen Sigurd Gall, der sich erinnert: an ‘s Ura setzen, an Doag (der geknetet werden und gehen musste), an Broadbreda, mit denen die Laibe eigschossn woarn san, a de Bohwied und dann auch noch an die Schoanbladl und an Zejtn, quasi „Abfallprodukte“ beim Broadbacha. (Fotos zeigen Frau Zimmermann, Edt, beim Backen.)

 

 

Liesl Wacker: Erinnerungen an die Kindheit

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Ein kleines Bauernhaus mit etwas Grund, eine Kuh und Kleinvieh, der Vater musste – als die Tochter 10 war, an die Front, die Mutter, in der Großstadt groß geworden, hatte keine Ahnung von der Landwirtschaft. Da kam auf das Betzdeandl viel Verantwortung zu.

Eine für die Familie schlimme Situation steht im Mittelpunkt der Erzählung: Die Ackerl sollten für die Saat vorbereitet werden. Man brauchte dringendst Hilfe. Weil die Mutter nicht tätig wurde, sah sich die Liesl in der Pflicht und suchte den Ortsbauernführer auf, mit der Bitte ein Gespann zu besorgen.

Nun verrate ich nicht mehr von den Erinnerungen einer damals Zehnjährigen und von einer Zeit, in der Überheblichkeit, aber auch Hilfsbereitschaft im Dorf noch mehr ins Gewicht fielen als heute.

 

 

Franz Riepl (Idee) und Alois Bernkopf: Wiedersehn mit Mitterfels – Heimattreffen der früheren Mitterfelser Pfingsten 1955

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Albert Dietl jun. wurde in der ungeheuer schwierigen Nachkriegszeit 1947 als jüngster Bürgermeister Bayerns zum Mitterfelser Gemeindeoberhaupt gewählt. Der ideenreiche und zielstrebige Albert Dietl jun. packte auch sofort die großen Mitterfelser Problemfelder an wie Wohnungsnot, Eingliederung der Flüchtlinge, Wasserversorgung, Straßenbau und -sanierung - um nur einige zu nennen. Dass in einer Gemeinde aber neben der Lösung wirtschaftlicher Probleme auch das Wachsen von Gemeinschaftssinn oder die Identifizierung mit dem Heimatort einen hohen Stellenwert haben muss, wurde zur Triebfeder gemeinschaftsstiftender Projekte. Noch bevor so moderne Begriffe wie „Corporate Identity/Communication“ für Betriebe oder soziale Systeme überhaupt Mode wurden, handelte Albert Dietl jun. danach. Dazu zählt auch ein Mitterfelser Projekt vor 60 Jahren, an Pfingsten 1955: Ein Treffen früherer Mitterfelser. Albert Dietl gab im Vorfeld eine 16-seitige Broschüre heraus, die er als Festgabe an die Teilnehmer verteilte. Mit ihr beschäftigt sich dieser Beitrag. Die Idee stammt von Franz Riepl.

Alois Bernkopf berichtet über die für die damalige logistische Meisterleistung, 500 Gäste unterzubringen und für 1000 Teilnehmer Tagungsstätten und Verpflegung etc. zu organisieren – und natürlich geht es auch um das Treffen selbst.

 

 

Norbert Kühnel: Im Zigeunerlager, beim Karneval von Venedig, im Spukschloss … in Mitterfels bei den TSV-Bällen

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Norbert Kühnel ist Ballexperte, nicht Fußball- sondern Faschingsballexperte: Nicht nur, weil er ein Ball-Archiv mit Abbildungen interessanter Plakate und Fotos besitzt, sondern auch, weil er als Frontmann des Dekorationsteams der Bälle von 1979 bis 1993 und wieder ab 2004 mit einer Mischung von High-tech und künstlerischem Ambiente für die besondere TSV-Ball-Atmosphäre sorgte. Diese Aufgabe hätte er wahrscheinlich nicht übernommen, wäre er nicht bei seinem ersten Ballbesuch bereits vom Pfeil Amors getroffen worden. So ist sein Beitrag über die TSV-Bälle auch ein Stück Autobiographie. Norbert Kühnel hängt seinen Bericht an den mit viel zeichnerischem Talent gestalteten Plakaten Franz Wartners auf, wir erfahren über die dem jeweiligen Motto entsprungene Saaldekoration, lesen von phantasievollen Einlagen … Faschingsballkultur, wie sie es heute nicht mehr gibt.

 

 

Rosemarie Vielreicher/Ulli Scharrer: „Mitterfelser Sommernachtstraum“ entführt Zuschauer Schritt für Schritt in eine kuriose Elfenwelt

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Shakespeares Sommernachtstraum an sich ist auf den großen Bühnen schon zur Genüge gespielt worden - z. Zt. läuft er beim Landestheater Niederbayern - und daher ist es umso schwieriger für ein Laientheater, diesen Traum neu zu beleben.

Doch genau das ist Regisseur Sepp Fischer und dem Burgtheaterverein in Mitterfels gelungen. Wie? Mit der Inszenierung als Stationentheater vor einer wahrlich traumhaften Naturkulisse beim Wenzlhof im Weingraben. Das Publikum verharrte die rund drei Stunden nicht starr vor einer Bühne, sondern wurde auf drei Stationen mitgenommen auf den Weg in die Elfenwelt. Rosemarie Vielreicher und Ulli Scharrer hatten die nicht leichte Aufgabe, dem Leser das Ineinandergleiten von Traum und Realität, vom Theater im Theater an den Stationen nachempfindbar zu machen – und das gelang dem Team mit dem nuancenreichen Text (R. Vielreicher) und den fantastischen Fotos (Ulli Scharrer) wahrlich hervorragend. Wir danken beiden, dass sie uns ihr Gemeinschaftswerk zur Verfügung stellten.

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