Das "Mitterfelser Magazin 21/2015" ist ausgeliefert - Vorschau - Aus dem Leben eines Keilschriftforschers, einer Schlossherrin, eines bayerischen Abenteurers und eines Benefiziaten

Beitragsseiten

 

 

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Johann Schmuck: Der „unermüdbare“ Johann Nepomuk Straßmaier aus Hagnberg

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In der damals zur Gmde Gaishausen, heute zu Mitterfels gehörenden Einöde Hagnberg 1846 geboren, Besuch des Gymnasiums in Metten, in dem mit Latein, Griechisch, Französisch, Hebräisch Grundlagen seiner Sprachkenntnis gelegt wurden, danach im Priesterseminar der Diözese und schließlich Eintritt ins Noviziat der Jesuiten: Es ist von Johann Nepomuk Straßmaier SJ die Rede.

Dr. Johann Schmuck, selbst aus der Nachbargemeinde Straßmaiers stammend, hat für das MM eine Abhandlung über den „unermüdbaren“ Johann Nepomuk Straßmaier aus der kleinen Einöde geschrieben. Straßmaier, der aufgrund des gesetzlichen Verbots des Jesuitenordens über einige Zwischenstationen nach England kam. London und das Britische Museum, dessen assyriologische Abteilung sich immer mehr Ansehen in der Welt verschaffte, wurden seine zweite Heimat. Heute noch genießt Straßmaier – wie Johann Schmuck feststellen konnte – in der angelsächsischen Welt als Koryphäe der Assyriologie und Keilschriftforschung und als Sprachengenie allerhöchste Anerkennung, über 20, meist orientalische Sprachen, beherrschte er. Weiter möchte ich dem Autor nicht vorgreifen.

 

 

Edda Fendl: Anna Maria Franziska von Weichs an der Glonn – Schlossherrin und Wohltäterin in Falkenfels und Umgebung

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Adelige Schlossherren sind uns nicht unbedingt als Wohltäter in ihrem Herrschaftbereich untergekommen. Anna Maria Franziska von Weichs an der Glonn – Schlossherrin in Falkenfels – hat aber auch heute noch, mehr als 300 Jahre nach ihrem Tod, das Image einer Wohltäterin in Falkenfels/Ascha. In ihrem Testament 1699 verfügte sie mehrere fromme Stiftungen, u. a. die auch heute noch – symbolisch nachempfundene – Brotspende in Ascha.

Zitat aus Edda Fendls Aufsatz: In der Seelenoktav wurde für die Baron von Weichssche Familie in der Pfarrkirche zu Ascha ein Gottesdienst gehalten. Der Schlossherr von Falkenfels war verpflichtet, nach dem Amt Brot an die Armen austeilen zu lassen. Dazu wurden jährlich aus drei Schäffel Korn lauter sechspfündige Laib Brot gebacken. … Die acht Schlossehehalten mussten das Brot backen und nach Ascha fahren. Als Entgelt dafür durften sie sich je 1 Laib Brot nehmen.

Natürlich ist die Spende längst aufgelöst, aber Pfarrangehörige von Ascha haben die Brotspende in veränderter Form wieder aufleben lassen. Sie verkaufen an einem Sonntag im Herbst selbstgebackenes Brot an die Kirchgänger und führen den Erlös mildtätigen Zwecken zu. Soweit ein Detail aus der von Edda Fendl wieder einmal mit viel Akribie erforschten Vita einer Falkenfelser Schlossherrin.

 

 

Konrad Tyrakowski: Geographische Kenntnis und Logistik: Notwendiges Wissen zum Schleusen. Zwei neue Kartenskizzen mit Schleuserwegen des Bayern Joh. Kaspar von Thürriegel von 1766/67 für Auswanderer zwischen Mitteleuropa und Spanien

Johann Kaspar von Thürriegel aus Gossersdorf, in der Gerichtsschreiberei in Mitterfels tätig, dann Freikorpsführer, gefürchteter Chef der französischen Spionage, in Spanien zum Oberst avanciert, hatte dort beim spanischen König ein Anwerbeprojekt von Kolonisten angezettelt – dieser bayerische Abenteurer ist unseren Lesern kein Unbekannter. S. Michael Westerholz hat 2001 für das MM7 einen längeren Aufsatz geschrieben.

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Dr. Konrad Tyrakowski, Professor für Geographie an der Universität Eichstätt-Ingolstadt, beschäftigt sich seit 1982 mit den Gegebenheiten um Johann Kaspar von Thürriegel. Er ist Korrespondierendes Mitglied der Real Sociedad Geografica (RSG) von Madrid und besuchte mehrmals die Sierra Morena, das Gebiet in Andalusien, in dem die von Thürriegel angeworbenen Kolonisten siedelten. 2014 erfuhr der Autor von zwei bis dato noch nicht bekannten, wohl von Thürriegel selbst gezeichneten Kartenskizzen aus dem Archiv von Simancas mit Wegen, auf denen Thürriegel die Kolonisten heimlich in Richtung Sierra Morena schleusen wollte, auch offensichtlich eine Neuigkeit an seiner bisherigen Planung. Wir bedanken uns bei Prof. Tyrakowski, der uns seine Forschungsarbeit zur Verfügung stellte, bei der er nicht nur die Skizzen erläutert, sondern auch sehr interessante Details über die geheime Emigration beschreibt.

 

Herwig Hoinkes: Bilder aus dem Leben von Dr. Rainer Leitelt. Von 1946 bis 1955 letzter Mitterfelser Benefiziat

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Würde man die Mitterfelser fragen, ob sie sich unter einem Kuratbenefizium oder einem Benefiziaten etwa vorstellen könnten, würden wohl viele passen. Herwig Hoinkes griff dieses Thema auf, weil er eine Bildersammlung der Familie Leitelt übernehmen durfte und Dr. Rainer Leitelt, der Onkel seiner Frau, der letzte Mitterfelser Benefiziat war. Dr. Leitelt war in den zehn Jahren seines Wirkens am Ort eine bekannte Mitterfelser Persönlichkeit und als Mitglied eines Kreisausschusses durchaus auch über den Ort hinaus bekannt. Der Autor beschäftigt sich mit der Vita des Benefiziaten anhand interessanter Fotos, darüber hinaus aber auch mit dem Amt und den Aufgaben dieser Kircheneinrichtung, somit mit einem Mosaiksteinchen Mitterfelser Geschichte.

 

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