Sonderausstellung Hans Hausladen im Burgmuseum Mitterfels

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Viele Besucher drängten sich in den Ausstellungsräumen.

Un­be­kann­ten Schatz ge­ho­ben


Mitterfels. Ein besonderer Anziehungspunkt für das Burgmuseum und die Marktgemeinde Mitterfels ist sicherlich die Sonderausstellung über den Mitterfelser Fotografen, Kaufmann und Künstler Hans Hausladen, die am Wochenende im Burgmuseum eröffnet wurde. „Mit dem künstlerischen Wirken Hans Hausladens stellen wir heute der Öffentlichkeit einen bisher unbekannten Schatz vor“, erklärte Elisabeth Vogl, Historikerin und Vorsitzende des Museumsvereins, zu Beginn der Vernissage. Möglich geworden war die Ausstellung, weil Anneliese Schürg, die Tochter des Künstlers, den Nachlass ihres Vaters dem Museum übergeben hatte.

In zwei Räumen der ehemaligen Burg sind fast 100 Exponate aus dem Familienbesitz Hausladens von etwa 1910 bis 1960 zu sehen. 60 Ölgemälde, Aquarelle und Studien von Hans Hausladen, darunter viele Stillleben mit kunstvoll arrangierten Blumen und Obst. Ein weiterer Schwerpunkt sind Landschaftsstudien und Ansichten von Alt-Mitterfels, die mittlerweile historische Bedeutung haben. Des Weiteren findet der Besucher persönliche Gegenstände des Künstlers wie seinen Gamsbart oder eine Schnupftabakdose und, eine Rarität, alte Fotografien auch von Straubing. Nicht nur für Fotofreunde interessant sind Utensilien aus dem Fotoatelier Hausladen wie eine Box mit alten Dias.

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Sie eröffneten die Kunstausstellung Hans Hausladen: (von links) Bürgermeister Heinrich Stenzel, Franz Riepl, Anneliese Schürg, Enkel Robert Dietrich, Elisabeth Vogl und Wolfgang Hammer. (Fotos: erö)

Fotografenlehre in Straubing

Vogl beleuchtete in einem Rückblick das Leben und die Zeit von Hans Hausladen (1890 bis 1976), Fotograf, Maler und Kaufmann in Mitterfels. Geboren und aufgewachsen in dem „Beamtendorf“ mit 1 083 Bewohnern und vielen Ämtern, absolvierte Hausladen ab 1905 eine Fotografenlehre in Straubing. Nach dem Abschluss 1908 versuchte der junge Hausladen seinen Traum, Kunstmaler zu werden, zu verwirklichen und besuchte zwischen 1910 und 1913 die private Dresdner Mal- und Kunstschule Helmar Koch. Das Studium an der Münchner Kunstakademie scheiterte dann offenbar an fehlenden Geldmitteln. Immerhin bestätigte ihm sein Kunstlehrer Helmar Koch „Talent haben Sie!“


Passionierter Jäger

Als junger Fotograf begab sich Hausladen auf Wanderschaft in die Schweiz, nach Hessen und Itzehoe, nahm von 1915 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil und baute sich danach eine Existenz als Fotograf in der Burgstraße in Mitterfels auf. Neben dem Ladengeschäft, das ihm seine Mutter überschrieben hatte, betrieb Hausladen zwei Jahre lang auch das heutige Café Perlbachtal. Seiner Leidenschaft, dem Malen, konnte sich Hausladen nur noch privat widmen, oft dienten ihm seine Fotografien als Vorlagen. Außerdem war Hausladen Mitglied in zahlreichen Vereinen und ein passionierter Jäger. So sind in seinem Nachlass auch Jagdmotive und eine Schießscheibe mit Hasenmotiv zu finden. Vogl dankte Franz Riepl, der erste Kontakte zu Anneliese Schürg hergestellt hatte, Wolfgang Hammer, der einen großen Teil der Sammlung listete, und allen Mitstreitern des Museumsvereins. Bürgermeister Heinrich Stenzel schloss sich dem Dank, vor allem an Anneliese Schürg an, und betonte: „Diese Schenkung und die Ausstellung ist keine Selbstverständlichkeit“. Damit verbunden sei auch ein Blick in die Mitterfelser Vergangenheit. Für eine lockere Umrahmung des Abends sorgte Reinhard Stolz mit heiteren Weisen auf der Steirischen. Er habe als Kind Hausladen noch persönlich gekannt und als immer elegant gekleideten Mann in guter Erinnerung. „Er war ein Gentleman mit Zivilcourage, der meinen Vater vor den Nazi-Schergen bewahrt hat“, sagte Stolz. Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. Oktober; Die Öffnungszeiten des Museums sind Mittwoch von 15 bis 17 Uhr und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

 

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Ein Schwerpunkt der Arbeit von Hausladen sind Landschaften, hier die Ansicht von Hinterbuchberg.

Quelle: Elisabeth Röhn/BOG Zeitung vom 25. Juli 2017 (Zeitversetzte Übernahme aufgrund einer 14-tägigen Sperrfrist.)

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