Kreismusikschule. Höhere Gebühren für den Musikschulunterricht

2023 05 09 H AlterPfarrhof Puls 

Kreismusikschule Mitterfels (Foto: Bernhard Puls) – Vergrößern durch Anklicken!

Landrat Josef Laumer: Anstieg „moderat“ – Auch Landkreis und Gemeinden zahlen mit

Straubing-Bogen. Nur zwei Punkte hat der öffentliche Teil der Kreisausschusssitzung am Montag im Landratsamt umfasst.

Während die Entlastung für Landkreisjahresrechnung und VHS-Jahresabschluss 2020 rasch erteilt war, wurde beim Punkt Kreismusikschule eine Weile diskutiert. Hier ging es um die Änderung der Gebührensatzung.

Die Änderung, die vom Ausschuss bei einer Gegenstimme dem Kreistag zur Annahme empfohlen wurde, bedeutet, dass der Unterricht mehr kosten wird. Wie aus dem Sachvortrag hervorging, wird die Schule etwa im Verhältnis 40:40:20 durch Unterrichtsgebühren, Landkreismittel und Gemeindebeiträge finanziert. Wie Landrat Josef Laumer erwähnte, „zahlen wir als Landkreis im Jahr über 530.000 Euro“.

Die aktuellen Unterrichtsgebühren gelten seit dem laufenden Schuljahr. In den drei vorangegangenen wurden die Gebühren nicht erhöht, vor allem der Coronapandemie wegen. Doch durch die stetig steigenden Kosten, insbesondere im Personal- und Energiebereich, wird das Finanzierungsverhältnis nicht mehr eingehalten. Die Verwaltung empfahl daher eine Gebührenerhöhung um rund fünf Prozent.

Damit steigt die Jahresgebühr beispielsweise für Zwei-Schüler-Gruppenunterricht von 555 Euro auf 583 Euro. Instrumental- oder Vokalunterricht ist bei der Gebühr identisch, die Schulstunde hat 45 Minuten. Wie auf Nachfrage von Armin Weidinger (AfD) ausgeführt wurde, handelt es sich um je eine Unterrichtsstunde pro Schulwoche, also insgesamt 39 oder 40.

Beim Vergleich liegt der Landkreis in der Mitte

Kreismusikschulleiter Andreas Friedländer erwähnte, dass vor Corona die Gebühren jedes Jahr um rund 2,5 Prozent angeglichen wurden. Nun sei zum einen in den Coronajahren, in denen das Unterrichten schwierig war, darauf verzichtet worden, zum anderen schlügen Tariferhöhungen kräftig zu Buche. Friedländer nannte auch Vergleichszahlen zu den Kreismusikschulen Cham und Passau. Nach alter Gebührenordnung werde für den Zwei-Schüler-Gruppenunterricht in Cham ein Satz von 492 Euro fällig, in Passau von 588, Straubing-Bogen liegt also in der Mitte. Die jetzt geplante Erhöhung nannte Josef Laumer „eine doch sehr moderate“ und würdigte die Leistung der Musiklehrer.

SPD-Kreisrat Fritz Fuchs, selbst aktiver Musiker, wollte eine Erhöhung dennoch nicht schmecken. Er führte die großen Preissteigerungen in allen Lebensbereichen an und sagte, sozial Schwächere träfen diese sehr stark, sodass sie nicht leicht noch Geld für einen Musikschulbesuch übrig hätten. Es treffe einmal mehr die Kinder, die unter Corona stark gelitten hätten und für die die Kultur ein großer Ausgleich sei.

Während Wolfgang Zirngibl (CSU) darauf hinwies, dass trotz der Probleme durch die Inflation nicht die öffentliche Hand alles übernehmen könne, fragten Anita Karl (Bündnis 90/Grüne) und Anita Bogner (ÖDP/PU), ob sozial Schwächere für Musikunterricht Förderung erhalten könnten. Karl sprach das Programm „Bildung und Teilhabe“ an – Friedländer zufolge ist die Bildungsgutscheinmöglichkeit gegeben, Anfragen dazu seien jedoch selten –, Bogner wollte wissen, ob der Kinderlobby-Verein Unterricht an der Kreismusikschule für sozial Schwächere unterstütze. Friedländer sagte, die Kinderlobby zahle aktuell für ein Kind einer schwächer gestellten Familie die Musikschulgebühr.

Kinderlobby finanziert Schulprojekt in Rain

Ferner wies er auf ein neues Projekt hin, das dieser Tage an der Schule Rain gestartet ist: Um Schüler überhaupt erst einmal zu Instrumenten in Kontakt zu bringen, gehen derzeit zwei Kreismusikschullehrer pro Woche jeweils für eine Stunde in die Schule, wo im Anschluss an den normalen Unterricht Kinder Instrumente ausprobieren können. Die Schule bestimmt, welche Klassen dran sind, die Lehrer bringen wöchentlich wechselnde Instrumente mit. Auch dieses Projekt finanziere die Kinderlobby.

Ludwig Waas (Freie Wähler) stellte die Frage, ob bei der künftig von den Gemeinden zu leistenden Nachmittagsbetreuung an den Schulen nicht auch die Kreismusikschule mit einsteigen könne. Hier konnte ihm Friedländer jedoch wenig Hoffnung machen, dieses Thema sei „sehr kompliziert“.  

Map/BOG Zeitung vom 9. Mai 2023 (Gen. der Lokalredaktion)

BESUCHER

Heute 4338 Gestern 8156 Woche 39653 Monat 131269 Insgesamt 5910253

Back to Top
Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.