Hien-Sölde Mitterfels. Dem Zwiefachen ein Denkmal gesetzt

Offenes SingenIm Anschluss an das Singen erläuterte Franz Schötz den interessierten Besuchern den historischen Notensatz eines Zwiefachen.

Offenes Singen mit Franz Schötz

Dieses Mal standen die angebotenen Lieder beim offenen Singen in der Hien-Sölde ganz im Zeichen des gesungenen Zwiefachen. Franz Schötz vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, Beratungsstelle Volksmusik, erläuterte zu Beginn die historische Entwicklung dieser typisch bayerisch-böhmischen Musikgattung, die sowohl musiziert und getanzt als auch gesungen wird. Die Besonderheit besteht im unregelmäßigen Wechsel zwischen Walzer (Dreivierteltakt) und Dreher (Zweivierteltakt). Der früheste Quellennachweis im bayerischen Raum stammt aus der Zeit um 1740, der älteste Beleg des Begriffs aus dem Jahr 1780. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weisen noch vorhandene Musikhandschriften verstärkt auf den Zwiefachen hin. Seit etwa 1930 wird er durch die Volksmusikbewegung gepflegt und erfreut sich bis heute in Volkstanzveranstaltungen und Musikseminaren immer größerer Beliebtheit. So hat er über Bayern hinaus auf nationaler Ebene eine besondere Beachtung erfahren, indem er in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden ist. Passend zu der schwungvollen Melodie des Zwiefachen waren dann auch die Texte der gesungenen Lieder. Mit dem alten Volkslied „D’Bäuerin hat d’Katz verlorn“, dessen Text bereits im „Musikalischen Tafelkonfekt“ von Valentin Rathgeber (1682 – 1750) enthalten war und 1969 von Wastl Biswanger vom Schanzer Viergesang aus Ingolstadt als Zwiefacher vertont wurde, begann der Liederreigen. Die Katze wurde dann zur Zufriedenheit des Bauern beim Mäusefangen wiedergefunden. Eine besonders anspruchsvolle Melodie hat „Ich bin der Wirt vom Stoa“, eine alte Volksweise, in der Schwärzer (Schmuggler) und Schmuser (Vieh- und Heiratsvermittler) eine Rolle spielen, der Text stammt von Josef Eberwein aus Dellnhausen/Holledau. Bei diesen und den weiteren Gesangstücken sowie den fachkundigen Erläuterungen von Franz Schötz fielen den Besuchern auch immer wieder alte Geschichten dazu ein, was dem Abend einen harmonischen und abgerundeten Verlauf gab.

Quelle: Elisabeth Röhn/BOG Zeitung vom 28. Juni 2017 (Zeitversetzte Übernahme aufgrund einer 14-tägigen Sperrfrist.)

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