Wetter-Monatsrückblick November 2019

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Mess- und Beobachtungsort Mitterfels-Scheibelsgrub, Auf der Höhe 24

geografische Lage: 425 m über Normal Null (NN), Südhang

Der November hatte seinen ersten „Aufschlag“ an Allerheiligen bei Temperaturen um 6,5 Grad.

„In den kommenden Tagen wechseln sich Kälte und Wärme in Ostbayern und im restlichen Freistaat ab. Auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, 2962 m über NN, hat der Winter schon erste Vorboten gestreut, rund 20 cm Neuschnee seien gemessen worden.“ Straubinger Tagblatt, 01.11. Wetterlage für den Monatsanfang: „Der Tiefdruckeinfluss nimmt allmählich wieder zu. So strömen feuchte Luftmassen in unsere Region.“

Wissenswertes über Allerheiligen: „Das katholische Fest Allerheiligen, Gedächtnis aller Heiligen, wurde von Gregor IV. 835 für die ganze Kirche eingeführt. Allerheiligen ist die Einleitung
zu Allerseelen am darauffolgenden Tag. Gedächtnisfeste für die Toten sind allen Völkern bekannt. Allerheiligen und Allerseelen sind Sammelpunkte der Totenverehrung. Seit Papst Johann XIX. wurde ab 1006 eine allgemeine Begehung eingeführt.“ Wörterbuch der deutschen Volkskunde, S. 13/14. 

Auffallend niedrig war der Luftdruck mit 989 hPa am Sonntag, den 03.11. Die Temperaturen wurden durch eine südwestliche Strömung beeinflusst, so der Moderator des ZDF. Zu Wochenanfang hieß es dann, dass ein Tiefdruckkomplex eine Kaltfront zu uns bringt. Im Alpengebiet herrschte Föhn, bei uns waren die Nördlichen Kalkalpen deutlich zu sehen. Einen
schönen Regenbogen gab es am Nachmittag des 04.11. zu bestaunen.

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Regenbogen über Mitterfels, 04.11.2019

Regenbogen: „farbige Lichterscheinung auf einer sonnenbeschienenen Regenwolke, die durch Brechung und Spiegelung der Sonnenstrahlung an Regentropfen entsteht. Beim Hauptregenbogen erscheinen von außen nach innen folgende Farben: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett; beim lichtschwächeren Neben-Regenbogen ist die Farbfolge umgekehrt.“ Mayers großes Handlexikon, S. 720. Der Regenbogen war Gottes Zeichen nach der Sintflut.

„Forscher warnen vor ‚Klimanotfall‘; Mehr als 11000 Wissenschaftler haben vor einem weltweiten ‚Klimanotfall‘ gewarnt – während US-Präsident Donald Trump mit der Aufkündigung des Pariser Klimaabkommens eine Welle des Protestes losgetreten hat.“ Straubinger Tagblatt, 06.11.2019. Wetterlage am 07.11.: „Bayern verbleibt unter Tiefdruckeinfluss und im Bereich mäßig kalter Meeresluft. Es ist weiter unbeständig.“ Straubinger Tagblatt. Maximum am 08.11., 10,8 °C.

Geschichtsrückblick: Am 9. November 2019 vor 30 Jahren war die Berliner Mauer, mit deren Bau am 13. August 1961 begonnen wurde, um den damals steigenden Flüchtlingsstrom zu stoppen, passé. Mit der vom Volk der DDR friedlich, aber beharrlich, erzwungenen Maueröffnung war ein Schritt zur Wiedervereinigung Deutschlands am 03.10.1990 getan. Beim Versuch, diese Schandmauer in Richtung Westen zu überwinden, starben durch den Schießbefehl mindestens 140 Republikflüchtlinge. Eines der bekanntesten Maueropfer war Peter Fechter, erschossen von DDR-Grenzsoldaten am 17.08.1962. Chris Gueffroy, gestorben am 05.02.1989, war das letzte Maueropfer dieses Unrechtsstaates.

Von der Geschichte wieder zum Wettergeschehen: Bei Temperaturrückgang sollen am Samstag, den 09.11., die Niederschläge im Bergland bis auf 600 m herab als Schnee fallen, so der diensthabende Meteorologe des ZDF in den Abendnachrichten des 08.11. Der Schneefall auf 900 m wurde durch einen Anruf am Samstagvormittag bestätigt. Die Wetterlage
beruhigte das zentral gelegene Hoch „Paloma“, sodass die große Jubiläumsfeier zum Mauerfall am Brandenburger Tor ausgelassen-feierlich und trockenen Hauptes begangen werden konnte. Erstmals lag in diesem Herbst am Sonntag, den 10.11., Reif auf dem Dach des Gartenhäuschens und eine hauchdünne Eisschicht hatte sich vorübergehend auf dem Gartenteich gebildet. Das Minimum von -0,1 °C zeigte leichten Bodenfrost an. Tagsüber herrschte dichter Nebel, in den Bergen oberhalb von 700 m schien die Sonne.

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Sonnenschein oberhalb der Nebellage auf Höhe von Sankt Englmar

Die Nebellage setzte sich zum Beginn der neuen Woche fort, es blieb nasskalt; der Niederschlag fiel am Mittwochmorgen als Schneeregen, in den Bergen als Schnee. „Der Winter hat
nur angeklopft“, hieß es. Größere Probleme gab es nicht. Am Volkstrauertag, Sonntag, den 17.11., war in unserer Region subpolare Meeresluft angesagt, das Maximum erreichte trotzdem 12,8 °C; eine Falschmeldung vom Wetterdienst also.

Heftige Niederschläge gab es derweil im nördlichen Mittelmeerraum, über Ligurien und im Südosten Österreichs. „Winterchaos in Teilen Österreichs. (…) Vor allem in Osttirol und in
Teilen Kärntens hat es seit Mittwochfrüh (13.11.) immer wieder viel geschneit und geregnet. (…) Mit den vielen Niederschlägen ist die Lawinengefahr in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen.“ Straubinger Tagblatt, 18.11. Ob es sich dabei um eine gefürchtete Vb (5b) Wetterlage handelte, konnte auch über die Wetterämter München und Hamburg bei Anrufen nicht geklärt werden. Deshalb zum besseren Verständnis zwei Beispiele aus der Literatur: Sven Plöger, Wo unser Wetter entsteht, Seite 60ff:
„Vb Wetterlagen sind die am meisten gefürchteten in Mitteleuropa. Und eine ihrer schlimmsten Vertreterinnen war das Tief ‚Ilse‘, das am Sonntag, den 10.08.2002, von den Britischen
Inseln kommend ins westliche Mittelmeer zog.“ Das Tief bewegte sich schließlich vollgesogen wie ein nasser Schwamm weiter über die östlichen Alpen nordwärts und brachte als
gigantische Wasserbombe (Plöger) katastrophale Niederschläge vor allem in Tschechien und Sachsen (Erzgebirge!) mit Werten von über 300 l/m² innerhalb von 24 Stunden. Das zweite Beispiel ist das Tief „Rolf“ über dem Golf von Genua; es blieb am 04.11.2011 über Ligurien mit katastrophalen Folgen hängen. Besonders betroffen war die Küstenstadt Genua. Das Tief tobte sich ortsfest über Norditalien und der französischen Mittelmeerküste aus: Tote und schlimme Sachschäden. Ein riesiges Russlandhoch hatte „Rolf“ am Weiterziehen gehindert. Eine verhängnisvolle Konstellation.

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Auf dem Satellitenbild ist deutlich zu sehen, wie sich Tief „Rolf“ über dem Ligurischen Meer dreht – und sich dabei mit Wasser vollsaugt. Quelle: verändert nach Sven Plöger, Wo unser Wetter entsteht, Seite 69

Genug der Hintergrundinformationen, zurück zur aktuellen Wetterlage: „Hinter einem Tiefdruckgebiet wird überwiegend subpolare Meeresluft in unserer Region wirksam.“ Straubinger Tagblatt, Montag der 18.11. Neblig-trüb und nasskalt ging es in die letzte Dekade des Monats November. Samstag, der 23.11., war eine Ausnahme, es war ein schöner Herbsttag, im Alpengebiet herrschte Föhn. Die Temperaturen am Messplatz kletterten bis auf angenehme 13,4 °C, das war zugleich der mildeste Tag des Monats. Es folgen einige Informationen zum Ewigkeitssonntag, an dem beständiges Wetter mit einem Maximum von 9,0 °C herrschte.
Der Ewigkeitssonntag ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr, er entspricht dem katholischen Allerseelen. In Predigt, Brauch und Sprache betont die evangelische Kirche seit einigen Jahren wieder stärker, dass der Tag nicht der Totenklage, sondern dem Hinweis auf die Ewigkeit gewidmet sein soll; nach Wörterbuch der deutschen Volkskunde, Seite 823.

November 2019 4Überwiegend neblig-trüb ging es in die letzte Novemberwoche. Am Horizont tauchte unverwechselbar die Adventszeit auf. Die Einstimmung darauf sah man deutlich an den Dekorationen der Geschäfte: „Leute macht den Beutel auf, wir warten sehnlichst schon darauf!“

Schaufensterdekoration Gärtnerei Hiendl, Mitterfels

Die Weltklimakonferenz wirft ihren Schatten voraus. „Immer mehr Wetterextreme und Hitzetote, gigantische Schäden in Land- und Forstwirtschaft – der Klimawandel ist bereits im
Gange. Seit 1881 ist die Durchschnittstemperatur der Luft global um ein Grad gestiegen, in Deutschland bereits um 1,5 Grad“, eine Stellungnahme der Umweltministerin Svenja
Schulze. Sie forderte eine „konsequente Anpassung an den Klimawandel“. Straubinger Tagblatt vom 27.11.2019. Wetterlage vom 29.11.: „Hinter einem abgezogenen Tiefdruckgebiet
strömen polare Meeresluftmassen in unsere Region.“ Straubinger Tagblatt.

Niederschlagsmenge: 44,2 l/m² (private Wetterstation Martin Bohmann, Eggerszell, 490 m über NN)

Fazit

Herbstlich frisch, aber trocken ging es in den vorletzten Monat des Jahres 2019. Die Tage bis zum Ende der ersten Dekade blieben unbeständig, die Temperaturen erreichten aber
wiederholt die 10-Grad-Marke; neblige Tage bei Temperaturrückgang folgten. Ruhiges Herbstwetter stellte sich in der Woche vom 18.11. an ein, es blieb nasskalt. Abwechselnd gab es, beeinflusst durch Föhn, einen sehr angenehmen Herbsttag am 23.11. mit einem Maximum von 13,4 °C. Neblig und unbeständig war das „Wettergesicht“ der folgenden Tage bis
zum Monatsende.

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Blick von der Bergwelt in die Donauebene, 10.11.2019

Minimum des Monats: -0,1 °C
Maximum des Monats: 13,4 °C
Mittelwert des Minimums: 3,9 °C
Mittelwert des Maximums: 8,3 °C

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