Das Jahr 2017 im Landkreis Straubing-Bogen

Rueckblick 2017

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Das Jahr 2017 beginnt winterlich kalt mit viel Schnee. Ein Traum für die Wintersportler im Landkreis. Wenig erfreulich war das erste Quartal dagegen für die Geflügelzüchter. In einem Greißinger Betrieb mussten über 10 000 Puten gekeult werden. Die Wintersportler hatten ihn herbeigesehnt, am 4. Januar fällt er reichlich vom Himmel – der erste „echte“ Schnee der Wintersaison. In den Wintersportgebieten im Landkreis ist die weiße Pracht sehr willkommen. In Sankt Englmar werden sofort einige Loipen gespurt, in Wiesenfelden und Mitterfels ist es einen Tag später so weit. Auf allen Pisten und Loipen herrschen optimale Wintersportbedingungen.

12 Grad und 2 Grad

Dass es einigen Menschen nicht kalt genug sein kann, zeigt sich am Dreikönigstag. Bei eisigen Temperaturen – minus 12 Grad Lufttemperatur und 2 Grad Wassertemperatur – stürzten sich am Donaustrand bei der Wallfahrtskirche Sankt Coloman in Lenzing in der Nähe von Pfelling zum Spaß 26 Winterschwimmer aus den Wasserwachts-Ortsgruppen Waltendorf, Haibach, Bogen, Parkstetten und Bad Windsheim (Mittelfranken) in die Fluten. Mitte Januar liegt zwar immer noch jede Menge Schnee, dennoch werden die Langläufer im Süden der Ödwies-Loipe am Grandsberg ausgebremst. Der Grund dafür sind die Holztransporte der Bayerischen Staatsforsten. Diese zerstören beim Holzabtransport die frisch gespurten Loipen. Im Rathaus von Sankt Englmar ist man verärgert, die Staatsforsten äußern ihr Bedauern. Gleichzeitig aber heben sie den forstwirtschaftlichen Vorrang in dem Gebiet hervor. Ende Januar wird das Thema bei einer Loipenbefahrung anlässlich des neuen „DSV nordic aktiv Langlaufzentrums Sankt Englmar–Hirschenstein“ erneut thematisiert. Die Bürgermeister – Gaby Wittenzellner (Achslach), Georg Edbauer (Schwarzach) und Anton Piermeier (Sankt Englmar) – treffen sich zu einer Langlaufrunde am Hirschenstein. Mit von der Partie ist Forstbetriebsleiter Jürgen Völkl aus Bodenmais. Gemeinde und Forstamt nutzen das Treffen, um die Kommunikation untereinander zu verbessern. Das Ergebnis: In Zukunft will man Nutzungskonflikte besser meistern. Die Bilanz der Liftbetreiber in Sankt Englmar fällt im Februar positiv aus. Sie sind mit dem bisherigen Verlauf der Wintersaison zufrieden. Wer seinen Hang beschneien und schon an Weihnachten den Lift einschalten konnte, zieht natürlich eine positivere Bilanz als derjenige, der von Naturschnee abhängig ist. Schließlich macht das Weihnachtsgeschäft fast das halbe Saisongeschäft aus, sagen viele. Schlechtreden will diesen Winter aber keiner: Immerhin gab es Wochenenden mit besten Pistenbedingungen und Sonnenschein.

Acht Kulturen

Auch im Landkreis sind die Asylbewerber ein Thema. Im positiven wie im negativen Sinn. Unter deren großer Zahl ächzt vor allem die Marktgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg. Ende Januar macht Bürgermeister Karl Wellenhofer seinem Unmut Luft, da bereits 270 Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge in der Marktgemeinde leben. Das sind fünf Prozent der Bevölkerung. Besser läuft es in Leiblfing. Bei einem internationalen „Abend der Begegnung“ im Pfarrheim findet ein kultureller Austausch zwischen Menschen aus acht Nationen statt. Über 60 Menschen – darunter 20 Flüchtlinge aus den Ländern Syrien, Eritrea, Somalia, Nigeria und Sierra Leone sowie vier junge Flüchtlinge aus Afghanistan – sind gekommen, sodass mit den Niederbayern und dem indischen Priester James Georg acht Nationen beisammensitzen. Anfang des Jahres wirft der im Industriegebiet Flughafen Wallmühle geplante Schlachthof-Neubau dunkle Schatten voraus: Wieder einmal stehen in der Gemeinde Atting Bürgerbegehren und Ratsbegehren an. Das Bürgerbegehren ist gegen die Ansiedlung eines „Regionalschlachthofes“, das Ratsbegehren dafür. Die Entscheidung im Februar fällt für den Schlachthof aus. 66 Prozent der Attinger sagen „Ja“ zu dem Projekt. Die Wahlbeteiligung ist mit 77 Prozent erstaunlich hoch. Im Laufe des Jahres wird mit dem Neubau begonnen. Der Donauradweg, der auf 41 Kilometern auch durch den Landkreis verläuft, bekommt Ende Januar ein Vier-Sterne-Zertifikat. „Die lückenlose Neubeschilderung war eines der Hauptkriterien für die Vier-Sterne-Klassifizierung“, betont Michael Braun vom TVO. Im Landkreis ist es immer noch Winter und seit Tagen eiskalt. Auf den Oberflächen der rund 120 Weiher haben sich dicke Eisschichten gebildet. Ein Wintersportparadies. Die Stockschützen freuen sich: endlich Turniere auf Natureis. Aber wann können Eisstockschützen und Schlittschuhfahrer das Eis gefahrlos betreten? Da es keine offizielle Freigabe für die Nutzung gibt, klärt die Wasserwacht auf. Heribert Thöne, technischer Leiter der Kreiswasserwacht: „Ob ein Eis trägt, kann man nie zu hundert Prozent sagen.“ Jeder sei eigenverantwortlich und gehe auf eigenes Risiko aufs Eis.

Eisschicht auf Autos

Ende Januar plötzlich Eisflächen nicht nur auf den Weihern, sondern auch auf Straßen, Gehwegen und Autos: Blitzeis. In den Medien die Meldung – keine Schule in der Stadt Straubing und im Landkreis. Die Polizei warnt: „Bleiben Sie zu Hause.“ Dank des Einsatzes der Winterdienstmitarbeiter aber sind viele Hauptstraßen am Morgen befahrbar – wenn auch größte Vorsicht angebracht ist. Betroffen ist auch die Zustellung der Pakete, Briefe und Zeitungen. Den Kindern ists egal: Sie fahren auf der Straße Schlittschuh. Mangels Konkurrenz waren sie keine „Sieger“, dennoch nennt Landrat Josef Laumer die Orte Niederwinkling und Falkenfels, die auf Kreisebene bei „Unser Dorf hat Zukunft“ antraten, so. Schon das Dabeisein ist ein Gewinn: für die Dorfgemeinschaft, für das Leben im Ort. Die Kommission befand beide Orte für würdig, den Landkreis auf Bezirksebene zu vertreten. Im Sommer besichtigt die Bezirkskommission beide Dörfer. Mitte Juli fällt die Entscheidung: Niederwinkling siegt im Bezirksentscheid und bekommt den Ehrenpreis, Falkenfels erhält Bronze und einen Ehrenpreis. Erfolgsverwöhnte Aschinger: In Berlin nehmen Gemeindevertreter bei der „Grünen Woche“ die Auszeichnung als Bioenergie-Kommune 2016 entgegen. „Unsere Wettbewerbs-Gewinner zeigen, dass sich auch Kommunen mit bis zu 20 000 Einwohnern schon heute ohne Weiteres mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien, insbesondere aus regionaler Biomasse, versorgen können“, sagte Landwirtschafts-Staatssekretär Peter Bleser.

"Plaza de Konzell"

Konzell/La Carlota ist die außergewöhnliche Ortsmarke, die ein Artikel Ende Januar trägt. Das Bild zeigt ein Hotelfenster mit Glasscheiben verziert mit weiß-blauem Rautenmuster. Der Konzeller Bürgermeister Fritz Fuchs hat die Fenster bei La Carlota entdeckt – dem Ort in Andalusien, mit dem seine Gemeinde im Herbst wegen der gemeinsamen Thürriegel-Vergangenheit eine Partnerschaft eingehen wird. Ende September wird die offizielle Unterzeichnung der Partnerschaft durch beide Bürgermeister im Rathaus von La Carlota erfolgen. Aber damit nicht genug: Um 12 Uhr folgt die „Taufe“ eines Platzes: Ab diesem Zeitpunkt wird La Carlota eine „Plaza de Konzell“ – also einen Konzeller Platz – haben. Anfang Februar wird die Geflügelpest in einem Geiselhöringer Betrieb mit 10 000 Tieren nachgewiesen. Bei verendeten Tieren aus dem Geflügelbestand hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald die hochpathogene Form des Geflügelpest-Virus H5N8 nachgewiesen. Der gesamte Geflügelbestand wird gekeult. Im Umkreis von drei Kilometern um das Anwesen des Geflügelhalters hat das Landratsamt einen Sperrbezirk festgelegt. Im Landkreis umfasst der Sperrbezirk 17 Ortsteile der Stadt Geiselhöring. Um das Gehöft wird ein Beobachtungsgebiet im Radius von zehn Kilometern eingerichtet. Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet erstrecken sich über die Landkreisgrenze hinaus. Mitte März wird die Stallpflicht aufgehoben. Das Wasser, das aus Leitungen kommt, muss die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllen. Fast ein Drittel des Grundwasservorkommens ist – Nitratbericht der Bundesregierung – mit Schadstoffen belastet. Damit die Qualität des Trinkwassers aufrechterhalten werden kann, muss in vielen Regionen das Grundwasser aufbereitet oder neue Vorkommen erschlossen werden. Für die 37 Gemeinden im Landkreis sind, so das Landratsamt, rund 20 Wasserversorger zuständig. Auch wenn die Versorger die gute Qualität des Trinkwassers hervorheben: In den Grundwasservorkommen im Landkreis finden sich Reste von Nitrat und Pflanzenschutzmitteln. Die Konzentration variiere aber sehr.

Quelle: Uschi Achi/BOG Zeitung vom 27. Dezember 2017 (Zeitversetzte Übernahme aufgrund einer Sperrfrist)

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Jahr2017 2 2017 12 28 Bogener Zeitung Seite 17

Einen echten „Kracher“ im positiven aber auch negativen Sinn gab es im zweiten Quartal zwar nicht, aber viele kleine Geschichten und Ereignisse. Und natürlich erhitzt auch die Fähre wieder die Gemüter der Menschen rund um Mariaposching. Schließlich hatte der Kreistag Ende März nach monatelangem Hin und Her doch für eine Motorfähre gestimmt.

Der April startet im Landkreis mit der großen Reinigungsaktion „Sauber macht lustig“. Über 4 000 Menschen nehmen daran teil. „Doppelrekord“ heißt es anschließend in der Zeitung. Zum einen in puncto Teilnehmer, zum anderen wird mit 16,29 Tonnen Müll die bisher niedrigste Menge gesammelt.

Erste Hilfe

Auch Kurioses steht im April in der Zeitung. Der Vorsitzende des Burgfördervereins Rattenberg präsentiert am Ende der Jahresversammlung eine steinerne Kugel. Sie wurde im Gfällfeld bei Kumpfmühle gefunden. Es ist bekannt, dass von dort am 7. Oktober 1633 Kanonen abgeschossen wurden. Diese führten zur Zerstörung der Burg. Das „Corpus Delicti“ wird derzeit untersucht. Wenn es tatsächlich aus dieser Zeit stammt, findet es seinen Platz im geplanten Burgmuseum.

„Ein Wochenende für Erste Hilfe“ heißt es ebenfalls Anfang April in der Zeitung. Bei Sonnenschein findet in Niederwinkling der JRK-Kreiswettbewerb statt. Begeisterte Kinder und Jugendliche nehmen am Kreiswettbewerb des Jugend-Rot-Kreuzes teil. 250 Betreuer und Helfer tragen an zwei Tagen dazu bei, dass die Jugendarbeit des BRK positiv in den Blickpunkt gestellt wird. Acht JRK-Ortsgruppen und eine Wasserwachts-Gruppe aus dem Landkreis mit 130 Teilnehmern im Alter von vier bis 27 Jahren, eingeteilt in vier Altersgruppen, absolvieren die Prüfung.

Bei der Bambini-Abteilung freuen sich die „Wilden 6“ von der Ortsgruppe Waltendorf als die Besten über den Pokal. Bei der Stufe I sind die Bergerer Sanitäter aus Pilgramsberg euphorisch über ihren ersten Platz. Bei der Alterskategorie II gibt es für die „Cute Prinzesses“ aus Geiselhöring den Siegerpokal und schließlich macht bei der Gruppe III „make Pfelling great again“ aus Pfelling das Rennen um den blauen Pokal. Für diese vier Gruppen geht der Entscheid in die nächste Stufe, zum Bezirkswettbewerb nach Weiden. Und das alles im kältesten April seit zehn Jahren, so zumindest bezeichnet Martin Bohmann von der privaten Wetterstation in Eggerszell (Rattiszell) im Wetterrückblick den Monat April.

Auswirkungen des Baumkatasters der Stadt Geiselhöring: Nachdem im März schon Bäume der Haindlinger Allee und später in Fraunhofen mehrere Bäume relativ schnell gefällt worden waren, sorgen sich die Haindlinger um Hans-Jürgen Buchner alias „Haindling“ und Dr. Adolf Feig, Kreisvorsitzender des Landesbundes für Vogel-, Arten- und Biotopschutz, nun endgültig um ihre Allee. „Wir wollen unsere Allee behalten.“ Schließlich wachsen dort Weiden, Hainbuchen und Kirschbäume – aber vielleicht nicht mehr lange, befürchten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Bäume für Bürger“ und fordern: „Lasst unsere Bäume leben.“

Lange wurden sie diskutiert, die Ampeln bei Rain. Im Mai gehen die Lichtanlagen schließlich in Betrieb, die unfallträchtigen Kreuzungen in Rain und Atting sind damit entschärft. Ende November erhält auch die Rothamer Kreuzung bei Steinach eine Ampelanlage. Der Girls’ und Boys’ Day Ende April ist ein großer Erfolg. Viele Unternehmen, aber auch Landratsamt und Kindergärten nehmen an dem bundesweiten Aktionstag teil.

Privates Reservat

„Was tut sich im Wald, wenn niemand eingreift?“ – die Antwort auf diese Frage kann in Zukunft im Rainer Wald gefunden werden. Forstminister Helmut Brunner wies dort ein Naturwaldreservat aus. Betreuer dieses Gebietes ist der Landesbund für Vogelschutz (LBV). Sichtbares Zeichen dafür ist nun eine Tafel, die am Eingang des Rainer Waldes angebracht wurde. Von solchen Reservaten, die so etwas wie kleine Nationalparks sind, gibt es mittlerweile 162, als zweites Reservat im Privatbesitz ist diese LBV-Fläche aber etwas Besonderes.

Mitte Mai startet die Initiative „Ausbildung macht Zukunft“. Sie soll die Vorbehalte der Schüler vor Handwerksberufen abbauen. „Vorm Handwerk braucht keiner Angst haben“, sagte Landrat Josef Laumer anlässlich der Eröffnung der landkreisweiten Initiative. Sie wird seit zehn Jahren durchgeführt, der Auftakt ist bei der Firma Elektro Heinrich in Geltolfing.

„Aus für das Plutonium“ titelt die Zeitung kurze Zeit später. Die Straßkirchner Kultdisco muss nach einer Drogenrazzia schließen, es wird ihr die Gaststättenerlaubnis entzogen. Mit 180 Beamten hatte die Polizei die Diskothek durchsucht. Unter den 14 Festgenommenen ist auch der Geschäftsführer des Clubs. Gegen alle wird ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes nach dem Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. Dies ändert sich auch nicht mehr bis Ende des Jahres. Der Eigentümer der Liegenschaft, der namentlich nicht genannt werden will, sagt, dass er in den Räumlichkeiten keine Diskothek mehr betreiben will.

Gedeckter Pollentisch

Ende Mai wird mit der Ansaat für das Leader-Projekt „Blütenzauber in den Dörfern“ begonnen. 26 Landkreis-Kommunen nehmen daran teil. Stellvertretend lassen Landrat Josef Laumer, Rains Bürgermeisterin Anita Bogner, LAG-Managerin Josefine Hilmer und Kreisfachberater und Projektleiter Harald Götz die Samen in Dürnhart in den Boden „regnen“. Statt steriler Flächen soll ein reich gedeckter Pollentisch für Bienen und Insekten als Lebensraum zur Verfügung stehen. Insgesamt werden für das Projekt 88 Blühflächen in den 26 Kommunen mit einer Gesamtfläche von rund 5 500 Quadratmetern angesät.

Und wieder taucht die Fähre auf. Diesmal nennen die Anwohner die geplante Fähre „überdimensioniert“. Landrat Laumer kontert: „Wir wollen Pendler und Landwirte nicht ausschließen“. Mariaposchinger und Stephansposchinger schicken Anfang Mai einen Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer. Die Staatskanzlei habe in einer Antwort „zugesichert, dass der Vorgang den Ministerien zu einer erneuten Prüfung vorgelegt wird“. Damit, dass demnächst das Ei des Kolumbus aus München kommt, rechnet Laumer allerdings nicht: „Ich glaube nicht, dass sich durch die Prüfung irgendetwas ändert – sonst wären wir schon drauf gekommen.“

Außergewöhnliches wieder im Wetterrückblick der Wetterstation in Eggerszell, diesmal für den Mai. Zwei Zentimeter große Hagelkörner gingen bei unwetterartigen Gewittern nieder. Wetterbelastet ist auch die Ernte. „A schlecht’s Jahr“ wird getitelt. Wegen fehlender Niederschläge werfen die Kartoffeln die Blätter ab und der Weizen reift. Vor allem die anhaltende Trockenheit ist besorgniserregend. Auf einigen Standorten werden bereits Mindererträge erwartet. Zum Vorjahr fehlen bis jetzt rund 120 Liter je Quadratmeter, so die Werte der Wetterstation Piering. Die Gesamtniederschlagsmenge liegt merklich unter dem Durchschnitt. Das trockene Frühjahr veranlasste viele Landwirte zu einer frühen Bestellung mit Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais.

Fehlende Niederschläge

Die Kartoffeln sind nun die Verlierer, denn früh gepflanzte Kartoffeln wurden durch Maifröste ausgebremst, dann machen ihnen Hitze und Trockenheit zu schaffen. Bei Winterweizen ist die Situation gravierender, gerade auf Standorten mit stark wechselnden und eher schlechten Böden kann man von Ertragsverlusten ausgehen. Einige Weizenbestände haben sich bereits verfärbt, der Abreifeprozess hat eingesetzt. Da kommt der Regen – sollte es überhaupt regnen – zu spät.

Auch der Mais leidet. Er ist zwar eine wärmeliebende Pflanze, dennoch besteht gerade in dieser Vegetationsphase hoher Wasserbedarf. Auf den Maisflächen zeigen die Pflanzen durch das Einrollen der Blätter Wassermangel an. Den Zuckerrüben ist der Wassermangel egal. Sie benötigen derzeit nicht so dringend Wasser wie andere Kulturen. Ernteabschluss im August: Es war eine Zitterpartie. Wegen des wechselhaften Wetters rechnet niemand mit hohen Preisen.

Die Projektgruppe der „Miniköche“ beendet Ende Juni ihre „Lehrzeit“. Seit zehn Jahren lernen Kinder im Akzent-Hotel Murrer als „Miniköche“ über zwei Jahre den Umgang mit Lebensmitteln, der Natur und der Umwelt. Auch Teamgeist, Durchhaltevermögen und sozialer Einsatz werden geschult. Mit dem Abschluss der praktischen Prüfung und der Überreichung der Prüfungszertifikate der IHK Niederbayern wird nun die fünfte Projekt-Gruppe der „Europa-Miniköche Niederbayern“ verabschiedet.

Der Juli endet mit den Waldjugendspielen. 1 229 Kinder aus 65 Grundschulklassen des Landkreises und der Stadt Straubing sind gemeldet. Der Wermutstropfen: Der letzte Tag muss wegen Unwetters gestrichen werden.

Quelle: Uschi Achi/BOG Zeitung vom 28. Dezember 2017 (Zeitversetzte Übernahme aufgrund einer Sperrfrist)

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Jahr2017 3 2017 12 29 Bogener Zeitung Seite 18

Jahr 2017 im Landkreis Straubing-Bogen (3). Ge­grub­ber­te Lie­bes­er­klä­rung

Im drit­ten Quar­tal schwebt im Bahn­hof in Bo­gen ei­ne Die­sel-Lok ein – Bor­ken­kä­fe­ra­larm

Fähre, Fähre und wieder Fähre. Im dritten Quartal wird ein Name für sie gesucht – und Ende des Jahres mit „Posching“ auch gefunden. So wenig sich die Anwohner auf diese Diesel-Fähre freuen, so entzückt ist Bogens Bürgermeister über die Diesel-Lok am Bahnhof. Die Ahnungen der Forstfachleute bewahrheiten sich: Der Borkenkäfer wütet so schlimm wie seit Jahren nicht mehr. Es gibt aber auch romantische Geschichten, wie die zu Herzen gehende Liebeserklärung eines Landwirts.

Anfang Juli „schwebt“ eine 24 Tonnen schwere Diesel-Lok in Bogen ein. Ab sofort bereichert die weiß-blaue Rangierlok den Bahnhof. „Nun hat der abgestellte Waggon, bei dem mittlerweile die Vergaben für den Innenausbau abgeschlossen sind, sein Gegenstück erhalten, das ist eine Aufwertung“, so Bürgermeister Franz Schedlbauer. Die Lok ist eine Dauerleihgabe der Deutschen-Bahn-Stiftung.

Eichenprozessionsspinner

Gespinstnester abgesaugt – heißt es im Juli an der Kreisstraße Richtung Muckenwinkling. Die Schmetterlingsraupen des Eichenprozessionsspinners haben sich im Frühjahr vermehrt auf Eichen im Landkreis ausgebreitet. Monate später nimmt eine Spezialfirma den Kampf gegen die allergieauslösenden Tierchen auf. Mit Schildern wird auf die Gefahr hingewiesen. Vor allem wegen seiner Brennhaare und Häutungsreste ist der Schädling nicht ungefährlich. Deshalb muss Schutzausrüstung getragen werden.

Den Sommer über bieten die Gemeinden Haibach, Rattenberg und Sankt Englmar geführte Wanderungen an. Ein Blickfang: die neue dreiteilige Informationstafel in Rattenberg. Damit informiert die Gemeinde alle Urlauber und sonstige Sportbegeisterte am großen Parkplatz beim Feuerwehrhaus über das sportliche Angebot.

Wurde Oberpiebings erster Teenager entdeckt ? – wird ebenfalls Anfang Juli gefragt. Bei Grabungen am Ortsrand von Niederpiebing, Gemeinde Salching, werden archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Gefunden werden frühmittelalterliche Siedlungsspuren und Gräber aus dem 8. bis 9. Jahrhundert nach Christus. Die Funde in Form von Pfostengruben, Siedlungsgruben und Gräbern kommen für die Fachleute eher unerwartet. Außerdem werden Skelette von vier Erwachsenen und vier Kleinkindern geborgen. Vereinzelt gibt es Spuren von Särgen, während die Skelettlage manchmal Grabtücher vermuten lässt. Gut erhalten ist das Grab eines Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren.

Das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft zeichnet die Außenstelle Bogen des Freiwilligenzentrums Straubing für den Samstagsunterricht für Flüchtlinge aus. Mit dem bundesweiten Programm „500 Landinitiativen“ will es das Ehrenamt in ländlichen Regionen unterstützen. Das Projekt des Freiwilligenzentrums bietet Geflüchteten, die in einer Berufsausbildung sind oder darauf vorbereitet werden, Unterricht in den Fächern Deutsch und Mathematik. Zwei Lehrkräfte erteilen an 36 Unterrichtstagen jeweils samstags Nachhilfe im FIZ-Präventionszentrum Bogen. Für die Finanzierung des Projekts erhält das Freiwilligenzentrum die Summe von 4 780 Euro.

Flüchtlingsbetreuung in Mitterfels

Eine Erfolgsgeschichte ist die Flüchtlingsbetreuung in Mitterfels, die dortige Radwerkstatt ein Selbstläufer. Als 2015 die ersten Flüchtlinge nach Mitterfels kamen, hatte Norbert Kühnel vom Asylhelferkreis die Idee, eine Radwerkstatt für die Ankömmlinge einzurichten und so für mehr Mobilität zu sorgen. Denn vor allem an den Wochenenden lassen die Busverbindungen nach Bogen und Straubing zu wünschen übrig. Auf dem Gelände des ehemaligen Ferienhotels befand sich in einem Radschuppen ein kleiner Bestand an Leihrädern, auch ein Spendenaufruf hatte Erfolg. Heute stehen dort 60 Räder, die von zwei Migranten betreut und, wenn notwendig, repariert werden.

Das Thermometer meint es Mitte Juli sehr gut mit den Teilnehmern des Rainer Volkslaufs – es herrscht optimales „Laufwetter“. Insgesamt 1 038 große und kleine Sportler werden von den Zuschauern angefeuert. Der Rainer Volkslauf des SC ist seit fünf Jahren Teil des Landkreis-Triathlons. Dazu gehören auch das Radfahren, das vom TSV Aholfing organisiert wird, und das Donauschwimmen der Wasserwacht Waltendorf. Besonders das Schwimmen am Donaustrand in Pfelling ist eine außergewöhnliche Aktion. 455 Schwimmer gehen diesmal bei 24 Grad Wassertemperatur an den Start. Hierbei geht es um keine sportlichen Höchstleistungen, sondern um „Dabei sein ist alles.“

Einfach nur "Posching"

Natürlich dürfen auch im dritten Quartal Berichte über die Fähre nicht fehlen. Als Ersatz für die 2016 havarierte Gierseilfähre beschloss der Kreistag Ende März den Bau einer, „geräuscharmen Wagenmotorfähre“. Im September wird die Gierseilanlage abgebaut, kurz darauf macht sich der Kreistag auf die Suche nach einem Namen. In der Weihnachtssitzung fällt die Entscheidung. In Anlehnung an die beiden Gemeinden soll die Fähre einfach nur „Posching“ heißen. Auch in diesem Jahr wird wieder ein Pferd mit einem Messer verletzt. Diesmal in Wiesenfelden. Es hat Schnittwunden im Hüftbereich sowie zahlreiche offene Stellen an Hinterteil und Füßen. Die Verletzungen wurden dem Tier von einem Unbekannten zugefügt.

Zu Schuljahresende werden noch einmal die Zustände beim Schulzentrum in Bogen thematisiert. An den Schultagen herrscht dort dichtes Gedränge beim Einsteigen. Bereits im März tauschten sich Vertreter von Landratsamt, Polizei, Stadt Bogen und Schulen über die Schulbussicherheit aus. Die Folge sind Absperrgitter – der Erfolg gering. Zu Schuljahresbeginn werden weitere Verbesserungsmaßnahmen bekannt gegeben. Geplant sind eine Extra-Busschulung für Schülersprecher, die dann als Multiplikatoren an die Verhaltensregeln erinnern sollen. Außerdem können Erwachsene zu Schulbuslotsen beziehungsweise Schulbushelfern geschult werden. Die Busfahrer sollen nur die vordere Bustür öffnen – und das erst dann, wenn alle Wartenden sich in einer Reihe mit Sicherheitsabstand zum Bus aufgestellt haben. Zusätzlich wäre es schön, wenn die Kinder auch von zu Hause entsprechend angehalten würden. Ein Schild mit Piktogrammen an den Bustüren soll die Schüler an die neue Regelung erinnern.

Baukosten sind explodiert, heißt es beim Sitzungsbericht des Perkamer Gemeinderates über die geplante Mehrzweckhalle. Deren Bau wird um einige Jahre verschoben. Die Preisangebote übersteigen den gesetzten Kostenrahmen von 3,32 Millionen Euro um rund 30 Prozent. Der Gemeinderat entschied mehrheitlich, den Bau zu verschieben.

Schon Ende Januar warnte Ludwig Straßer von der LWG, dass der Buchdrucker eine dritte Generation anlegen konnte. Diese werde in den Bäumen überwintern, weshalb die Kontrolle der Bestände im Winter unabdingbar sei. Im Juni war klar: Der Borkenkäfer vermehrt sich explosionsartig, da die Trockenheit die Fichten schwächte und sie für den Schädling angreifbarer machte. Im August bewahrheiten sich alle Befürchtungen. Großflächig abgeholzte Waldstücke, absterbende Fichten. Der Borkenkäfer wütet so schlimm wie seit zehn Jahren nicht mehr. Für Waldbesitzer ist Eile geboten, denn bald wird die nächste Generation ausfliegen – mit schwer kalkulierbaren Folgen. Um die Lage im Blick zu behalten, wurde eine zusätzliche Forstfachkraft eingestellt. Beim Besuch eines Waldstücks bei Schwarzach sagt Forstamtsleiter Klaus Stögbauer, dass die Situation dramatisch sei. Im westlichen Landkreis und im Revier Perasdorf haben größere Flächen gefällt werden müssen. Handlungsbedarf besteht für alle der rund 7 000 Waldbesitzer im Landkreis. Sie bewirtschaften mehr als 30 000 Hektar Wald, der nach wie vor fast zur Hälfte aus Fichten besteht.

Grubbernder Landwirt

Die schönste Liebeserklärung des Jahres macht der 53-jährige Landwirt Robert Unger seiner Lebensgefährtin: Der Ackerbauer aus Sand gegrubbert – vom Bogenberg gut sichtbar – für seine Freundin Katarina in seinem Feld ein „Ich liebe dich“ und wird damit kurzzeitig zum Internet- und Facebookstar. Als sie das sah, sei sie sprachlos gewesen, erklärt die 46-Jährige. Monatelang Wahlkampf und dann das: Schockstarre bei der Wahlparty titelt die Zeitung Ende September. Die etablierten Parteien sind überrascht. Die AfD erzielt ein zweistelliges Ergebnis. Groß ist die Enttäuschung bei CSU und SPD über die Stimmenverluste und den Einzug der AfD als drittgrößte Kraft ins Parlament. So lange zuvor der Wahlkampf dauerte, so lange dauert inzwischen die Regierungsbildung. Bis Ende des Jahres kommen die Parteien nur zögerlich voran.

Quelle: Uschi Achi/BOG Zeitung vom 29. Dezember 2017 (Zeitversetzte Übernahme aufgrund einer Sperrfrist)

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Jahr2017 4 2017 12 30 Bogener Zeitung Seite 24

Jahr 2017 im Landkreis Straubing-Bogen (4). Au­ge in Au­ge mit dem Wolf ...

... und dann soll es ein Hund ge­we­sen sein? – Das vier­te Quar­tal im Rück­blick

 

Die Wölfe machen es der Fähre nach und tauchen thematisch das ganze Jahr über immer wieder unerwartet auf. Auch die Windkraftanlagen gehören zu den Themen, die für Gesprächsstoff sorgen und zum Jahresende nicht abgeschlossen werden. Ebenso wie die Geiselhöringer Wahlfälschung, bei der am Ende des Jahres zumindest feststeht, dass es einen Hauptangeklagten und vier Gehilfen gibt und dass die Verhandlungen Ende Januar beginnen werden. Kein Ende findet auch der Prozess bezüglich des Schwangerenmordes in Oberzeitldorn. Hier aber soll das Urteil im Januar bereits gefällt werden.

Wolf oder Hund?

Schon Anfang des Jahres wurde ein Wolf im nördlichen Landkreis gesichtet und zwar dort, wo Alfons Wallner als Leiter des Forstreviers Perasdorf unterwegs ist. – Ob er ihn gesehen hat? – „I hätt mi gfreit“, sagt Wallner. Doch ganz unbeobachtet ist der Wolf schon damals nicht geblieben. Mathilde Preiß aus Punzendorf bei Konzell hat einen auf ihrem Grundstück getroffen – vermutlich das Tier, dessen Foto an das Landesamt für Umwelt (LfU) geschickt wurde. „Grau-braun, abgemagert und mit einem hinkenden Vorderlauf, ich glaube links“, so beschreibt Mathilde Preiß das Tier.

Im vierten Quartal wird wieder ein Wolf beobachtet, diesmal von Theresa Zeidler in Mitterberg (Sankt Englmar). Sie zückt geistesgegenwärtig ihr Handy und fotografiert. Anhand der Fotos identifizieren Experten das Tier als Wolf. Kurz darauf noch einmal Berichte über einen Wolf nahe Perasdorf und Bogen. Kurze Zeit später wird ein Wolf in der Nähe von Sankt Englmar von einem Auto angefahren. Das bestätigte die Polizei Bogen. Das Tier sei nach der Kollision in den Wald gelaufen, so die Fahrerin. Ein Suchtrupp der Nationalparkverwaltung findet aber keine Wolfsspuren.

Im Interview sagt Franz Leibl, Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, dass möglicherweise einer der ausgebrochenen Gehege-Wölfe im Landkreis durchgewandert ist. Es könnte sein, dass er über Lohberg, Achslach, Mitterfels, Bogen und Sankt Englmar in Richtung Passau lief. Einige Zeit hätten sie schon geglaubt, dass sich im Bereich Sankt Englmar einer der Gehege-Wölfe aufhält, von Wolfsspezialisten ausgewertete Fotofallenbilder hätten aber ergeben, dass es sich um einen Hund handelte.

Waldkindergarten

Der September war deutlich zu kühl, außerdem lag die Niederschlagsmenge unter dem Durchschnitt, so die Wetterstation in Eggerszell. Der Regen wird vom Wettergott dann allerdings bei der Segnung des neuen Waldkindergartens in Steinach nachgeholt. Entsprechend lange wird den Gästen die Einweihung in Erinnerung bleiben: Ihnen wurde bewusst, dass ein Waldkindergarten kein Kinderhaus mit schützendem Dach ist, sondern dass man sich im Freien aufhält. 15 Plätze wurden neu geschaffen, vier Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen betreuen die Kinder. Das Grundstück für den Waldkindergarten liegt westlich von Bärnzell auf Aschinger Gemeindegebiet.

An der Grundschule Sankt Martin in Mallersdorf-Pfaffenberg gibt es seit diesem Schuljahr eine Stelle für Jugendsozialarbeit an Schulen. Sozialpädagogin Claudia Strauß, die auch die Mittelschüler betreut, übernimmt die Grundschule als zusätzliches Aufgabengebiet. Nach Bogen und Feldkirchen ist dies die dritte Schule im Landkreis, an der eine solche Stelle für Sozialarbeit geschaffen wurde.

Endlich wieder Orgelklänge in der Kirche Sankt Edigna dem „Dom von Hofdorf“ in der Gemeinde Hunderdorf. Im November wird die restaurierte Orgel gesegnet. Viele Jahre war sie nicht bespielbar, doch nun wird ihre Restaurierung und Wiederinbetriebnahme gefeiert. Nach der Segnung erschallt die Orgel in den reinsten Tönen und ein „Großer Gott, wir loben dich“ erfüllt die Kirche. „Die Orgel ist wirklich ein Schmuckstück für unsere schöne Gemeinde“, so Bürgermeister Hans Hornberger.

Natura 2000

Seit 25 Jahren gibt es das europaweite Netz „Natura 2000“, ein weltweit einzigartiges Naturschutzprojekt. Das europaweite Netz von Vogelschutzgebieten und Fauna-Flora-Habitaten (FFH) dient dem Schutz und der Erhaltung der biologischen Vielfalt. Gefeiert wird dies Mitte Oktober am Donauradweg nahe Stadldorf, Gemeinde Kirchroth, bei strahlendem Sonnenschein. „Ich bin stolz darauf, dass der Schutz der Natur in unserem Landkreis großgeschrieben wird“, sagte Landrat Josef Laumer. Es sei viel Überzeugungsarbeit notwendig gewesen, um Flächen als FFH-Gebiete auszuweisen. „Doch der Einsatz hat sich gelohnt. Der Landkreis besitzt mit seinen natürlichen Lebensräumen für Flora und Fauna sowie seinen traditionell genutzten Kulturlandschaften eine besondere Bedeutung für Natura 2000.“

Nach 25 Jahren Arbeit hat das europaweite Netz viel geschafft: Eine ganze Reihe von Vereinen, Verbänden, Institutionen sowie Menschen, vor allem die Grundbesitzer und Landwirte, haben sich engagiert. Dennoch besteht das Problem des Artenschwundes weiter und kann dramatische Folgen für die Zukunft haben, warnen die Fachleute.

Name Gerlinde, 37 Jahre alt, „gebürtig“ in Quedlinburg, schlank gewachsen, leuchtend rot, wohlschmeckend und weitgehend unkompliziert – nein, das ist kein Auszug aus den Kontaktanzeigen, sondern die Kurzbeschreibung der Aktion „Apfel des Jahres“, bei der jeder Obst- und Gartenbauverein im Landkreis einen Apfelbaum der jeweiligen Sorte erhält. Die Aktion findet zum zehnten Mal statt.

Prozessauftakt im Schwangerenmord Mitte November: Ab sofort muss sich ein 40-jähriger Heizungsbauer aus dem Landkreis vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg wegen Mordes verantworten. Seit der Tat im September vergangenen Jahres befindet er sich in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Straubing. Für den Prozess sind zunächst zehn Verhandlungstage bis in den Januar hinein angesetzt.

Kapellenverwüstung

Nachdem Mitte August bei der Kapelle „Hohes Kreuz“ in Steinach der „Heiland auf der Rast“ von einem Unbekannten zerstört worden war, verwüsten Mitte November ebenfalls Unbekannte die Weindl-Kapelle am Pfarrerberg in Elisabethszell. „I kannt nur no woana“, sagt Monika Wolf. Die Holztür ist beschädigt, die Fenster sind eingeschlagen, die Gipsfiguren zerstört. Die Weindl-Kapelle gehört Monika Wolfs Mutter, Rita Weindl, und auch diese kann über die blinde Zerstörungswut nur bestürzt den Kopf schütteln.

Viele schwere Unfälle auf der A3 belasten die Einsatzkräfte. Im November platzt Kreisbrandrat Albert Uttendorfer der Kragen. Er fordert ein Verkehrsleitsystem zwischen Straubing und Regensburg. „Der A3 droht der Verkehrskollaps.“

Ein Diskussionsthema sind schon länger die beiden beim Schiederhof (Gemeinde Wiesenfelden) geplanten Windräder. Bereits im dritten Quartal wurde von der Regensburger Firma Ostwind mit den Arbeiten auf den Flächen des Fürstenhauses Thurn und Taxis begonnen. Ende des Jahres sollen die Rotorblätter mit jeweils 65 Meter an den zukünftigen Standort transportiert werden. Der Nebel macht den geplanten Schwertransporten vorerst aber einen Strich durch die Rechnung.

Das Jahr begann mit der Geflügelpest in einem Geflügelhof in Greißing (Geiselhöring) mit der Keulung Tausender Tiere. Erst Mitte März wird die Stallpflicht aufgehoben. Ende des Jahres schwebt das Damoklesschwert der Afrikanischen Schweinepest (ASP) über dem Landkreis. In Osteuropa sind bereits Tausende von Wildschweinen verendet, damit rückt sie gefährlich nahe: Die Viruserkrankung ist für den Menschen harmlos, für Wild- und Hausschweine tödlich. Im Falle einer Einschleppung nach Deutschland drohen, wie bei der Geflügelpest, Transportverbote und Keulungen. Ein probates Mittel zur Eindämmung der Gefahr sei die massive Bejagung von Wildschweinen und Schutzmaßnahmen durch die Schweinehalter. – usa –

Quelle: Uschi Achi/BOG Zeitung vom 30. Dezember 2017 (Zeitversetzte Übernahme aufgrund einer Sperrfrist)

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