Mitterfels
Versicherung für das EWIGE LEBEN?
Predigt vom 14. Juli 2013 in der Pfarreiengemeinschaft Mitterfels-Haselbach – Pater Dominik Daschner OPraem
Ich weiß nicht, ob Sie die Aktienkurse an der Börse verfolgen. Ich kriege es nur gelegentlich und eher nebenbei mit, welche Papiere derzeit im Plus oder im Minus sind. Doch mir fällt dabei auf: die höchsten Börsennotierungen erreichen fast durch die Bank die großen Versicherungskonzerne: Allianz, Gerling, Münchner Rück und wie sie alle heißen.
Darin spiegelt sich wohl etwas zutiefst Menschliches. Wir Menschen wollen Sicherheiten und Garantien haben für unser Leben und für alles in unserem Leben. Darum schließen wir Versicherungen ab. Am liebsten täten wir das auch für das ewige Leben.
Das ist der Hintergrund jener Frage, die der Schriftgelehrte an Jesus heranträgt. Er will es genau wissen: Was muss ich tun, damit ich sicher in den Himmel komme? Er möchte äußere, nachprüfbare Garantien. Das Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes allein ist ihm zu ungewiß. Und mit ihm wohl auch manchem von uns. Wir wollen etwas in der Hand haben, woran man sich halten kann. Wir gehen lieber auf Nummer sicher. Also: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Wass muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Der Gesetzeslehrer weiß natürlich längst, was man tun muss. Und wir wissen es auch: Gottesliebe und Nächstenliebe sind die Stichworte; und zwar die Einheit von beiden, das eine nicht ohne das andere, sie sind der sichere Weg zum Leben überhaupt. So steht es schon im Alten Testament, im Gesetz des Mose. Dem Gesetzeslehrer und auch uns macht es kein Problem dieses Gebot herzusagen. Die Theorie ist klar; die Theorie ist leicht. Schwierig wird es erst in der Praxis.
Denn da stellt sich doch sofort die Schwierigkeit, wer aller zu diesen Nächsten gehört, die ich lieben soll, noch dazu nicht nur so ein bisschen, sondern wie mich selbst. Ist das nur die eigene Großfamilie? Oder - weiter gefasst - auch die Mitbürger am gleichen Ort oder aus demselben Volk; die Fremden dann also nicht? Oder aber sind damit die Schwestern und Brüder im gemeinsamen Glauben gemeint? Wer also, wie man selbst, Jude ist oder – auf uns bezogen - Katholik; Andersgläubige ausgeschlossen? Es kann doch nicht jeder Mensch mein Nächster sein! Wenn es an der Liebe zum Nächsten hängt, ob ich in den Himmel komme oder nicht, dann möchte der Gesetzeslehrer im Evangelium und der Gesetzeslehrer in mir bitte schön eine genaue Definition: Und wer ist dann mein Nächster?
Der Gesetzeslehrer erhält von Jesus eine Antwort auf seine Frage, aber nicht in Form einer juristischen Definition, wie er es gern gehabt hätte, sondern mit einer Phantasiegeschichte, auf die er sich einlassen muss. Jesus spricht das Herz an, das Gewissen, nicht die juristische Vernunft, die nach Paragraph, Absatz und Nummer festschreiben will, wieviel an Liebe ich mindestens erbringen muss und wie viel höchstens von mir verlangt werden kann.
Mein Nächster ist nicht dort, wo es mir ins Konzept passt.
Mit dem Priester und dem Leviten in der Geschichte zeigt uns Jesus: Wenn ich wissen will, wer mein Nächster ist, darf ich nicht einfach unaufhaltsam meine Ziele verfolgen und wegschauen von dem, was sich rechts und links von mir ereignet. Auch heilige Pflichten entschuldigen das Wegschauen nicht. Mein Nächster ist da, wo er nun mal ist und nicht dort, wo es mir ins Konzept passt. Der Nächste ist da, wo ich ihn vielleicht nicht vermute. Er kreuzt ganz unvermittelt meinen Weg. Er hält mich auf. Er schmeißt meine Pläne über den Haufen. Ich muss bereit sein, meine ursprünglichen Ziele durchkreuzen zu lassen, um für den Nächsten da zu sein. Ohne die Bereitschaft, auf den Nächsten einzugehen, werde ich ihn nicht erkennen.
Das möchte uns Jesus mit seiner Phantasiegeschichte vermitteln: Man kann nicht vorher und auf Dauer festlegen: Dieser oder jener Mensch ist mein Nächster, und der nicht. Das geht nicht. Eine derartige Ewig-Leben-Versicherung, wo detailliert geregelt ist, wer nun genau mein Nächster ist – so wie in einer Versicherungspolice die Prämien und Versicherungsleistungen - wen ich deshalb wie stark lieben muss, damit ich das ewige Leben gewinne, eine solche Ewig-Leben-Versicherung funktioniert nicht.
Man kann in kein Gesetz fassen, wer mein Nächster ist und wer nicht. Das Leben selbst, in seinem täglichen und praktischen Verlauf zeigt mir, wer mein Nächster ist. Das Leben mit seinen unvorhersehbaren Wendungen schickt mir Menschen über den Weg. Und dann kommt es darauf an, ob ich in ihm den Nächsten erkenne und mich wie sein Nächster verhalte. Dazu braucht es offene Augen und Ohren, ein mitfühlendes Herz und eine innere Stimme, so wie sie der Mann aus Samarien hatte. Und wie die zusammen dann handeln, das kann kein Gesetz festlegen, sondern nur die Liebe.
Die Schlussfrage Jesu an den Gesetzeslehrer ist so etwas wie eine Lernzielkontrolle. Sie stellt alles auf den Kopf. Das Entscheidende ist nicht mehr, dass ich den Nächsten erkenne – Wer ist mein Nächster? – sondern dass ich durch meine Barmherzigkeit selber zum Nächsten werde. Solange ich noch nach Verpflichtungen zur Barmherzigkeit und nach Leistungsgarantien frage, die mir meinen Himmel versichern sollen, solange bin ich noch nicht genügend Nächster geworden. Da habe ich den Blick immer noch auf mich selbst gerichtet.
... wer Barmherzigkeit übt ohne lange zu fragen: Wer ist denn mein Nächster? der ...
Wer jedoch Barmherzigkeit übt ohne lang zu fragen: Wer ist denn mein Nächster?, wer einfach hinschaut, den anderen in seiner Not sieht, das Herz sprechen lässt und hilft, für den ist der barmherzige Gott die sicherste Garantie, dass er mit all seinen Nächsten in den Himmel kommt. Dessen Aktien für den Himmel stehen wirklich gut.
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