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Autor: Franz Wartner - aus: Mitterfelser Magazin 1/1995, S. 31f (vergriffen, Beitrag neu bearbeitet)
Unser "Perlbach"
Die Mitterfelser können von der Burgbrücke aus ihr „Perlbachtal“ überschauen. Die Buchberger dagegen mussten es auf ihrem einstigen Schul- und Kirchenweg erst durchqueren. Da ging es zunächst an die 100 Höhenmeter bergab, danach 50 m steil bergauf. Dafür bot sich ihnen das schöne Bild mit Burg, Kirche und langgestrecktem Dorf hoch überm Perlbachtal.
Auch der Fremde wandert gern in diesem nahen romantischen Talgrund. Den Namen „Perlbach“ allerdings sucht er vergeblich auf der Wanderkarte. Dort findet er nur den Bachnamen „Menach“ (auch „Mehnach“). „Perlbach“ ist lediglich eine Art „Hausname“; einmal entstanden, hält er sich über Generationen hinweg und ersetzt den wahren Namen. Er wird auch nur für den ortsnahen Abschnitt gebraucht: etwa von der Bahnbrücke bis Kreuzkirchen, und er steht in Bezug zur einstigen Perlfischerei.
Schwieriger ist die Namensdeutung für „Menach“. Die Silbe „men“ wird als keltisches Wort für „fließendes Wasser“ gesehen; den gleichen Sinn hat auch die Silbe „ach“ (wie im häufigen Gewässernamen „Ache“). Für sechs Orte ist der Bach auch zum Namensgeber geworden: Am Ursprung (= „Haupt“) liegen Menhaupten und Kleinmenhaupten; 3 km südlich davon Kleinmenach und Waldmenach; am Unterlauf nahe Oberalteich dann Ober- und Niedermenach.
Die Menach ist einer der zahlreichen Bäche des Vorwaldes, die alle südwärts der Donau zustreben. So ist es schon seit Urzeiten, als gewaltige tektonische Vorgänge unser Waldgebirge heraushoben und den Donauraum einbrechen ließen. Danach wurde in Hunderttausenden von Jahren im immerwährenden Wechsel von Warmzeiten, Eiszeiten, Kaltzeiten - die letzte vor 10000 Jahren - die Landoberfläche geformt und modelliert. Auch unsere heute so kleinen und friedlichen Bäche haben dabei mitgewirkt. Das benachbarte Urstromtal der Kinsach und die Taldurchbrüche der Menach bei Konzell, Wenamühl und Mitterfels geben davon Zeugnis.
Als Erosionstal also ist unser „Perlbachtal“ entstanden. Die Wasser haben es tief und eng eingegraben (vom Burghof aus sind es 56 m), haben mächtige Felsgebilde freigestellt (das schönste ist der „Teufelsfelsen“), haben die Gneisblöcke im Bachbett glatt geschliffen, haben flachere Zonen geebnet und dort reizende Mäanderbänder gezogen. Aus heutiger Sicht, mit dem heutigen Bach, ist das alles nicht mehr vorstellbar; nur 20 km (Luftlinie) beträgt seine Länge und 180 m das Gefälle zwischen der Quelle bei Menhaupten (494 m) und der Mündung in den alten Donau-Arm bei Bogen (315 m).
Doch unser besonderes Interesse soll jetzt dem „Perl“-Bach gelten. Der ist in unserer Gegend bei weitem nicht der einzige dieses Namens. Auch die Steinburger, nur 5 km entfernt, benennen den Bogenbach-Durchbruch am Buchaberg mit „Perlbachtal“ . Weitere solche Doppelbenennungen finden wir in einer Orts-, Straßen-, Wald- und Gewässerbeschreibung zum Kartenblatt „Landgericht Mitterfels“ von 1829; da heißt es: „Elisabethszeller Bach“ oder „Perlbach“; „Mühlbogenbach“ oder „Perlbach“ ; „Klinglbach“ /“Randsberger Bach“ oder „Perlbach“. Zu letzteren ist zu sagen, dass der anfängliche „Klinglbach“ ab Kriseszell nun wirklich „Perlbach“ , und der „Randsberger Bach“ nun wirklich „Perlenbach“ heißen. Auch westlich von uns, im Waxenberger Forst, gibt es den „Großen Perlbach“ mit seinem Zulauf „Kleiner Perlbach“; und am Westende dieses Waldgebiets, zwischen Weihern und Wörth, nochmals einen „Perlbach“.

Abb.: Das Einzugsgebiet unserer drei Hauptbäche im Altlandkreis Bogen: Kinsach - Menach ("Perlbach") - Bogenbach
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