Mühlen an der Menach (05): So wurde in Frommried (und auch in anderen Mühlen) aus Getreide Mehl

 

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Im Westteil des früheren Mühlhauses in Frommried (Gemeinde Haibach) befand sich die eigentliche Mühle. Bei der Tür über dem Holzstoß war die Verladerampe. Hier wurden Getreide abgeladen und die Mehlsäcke auf die Fuhrwerke geladen.


Wegen des Anspruchs der Menschen, "Spreu vom Weizen zu trennen", also ein "reines" Mehl ohne Schalen, ohne Spreu zu bekommen, mussten selbst die kleinen Bauernmühlen mit aufwändigen Geräten und Maschinen arbeiten, die meist über mehrere Stockwerke verteilt waren. Im Mitterfelser Magazin Nr. 4 wurde der Vorgang des Mahlens am Beispiel der (2005 abgerissenen) Frommrieder Mühle im Detail geschildert. Wir übernehmen diese Arbeit hier, so weit nötig "online" aufbereitet.


 

Um den Mahlvorgang besser zu verstehen, sollte man den Aufbau des Getreidekorns kennen

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Das Getreidekorn ist kein einheitliches Gebilde. Wenn wir ein Weizenkorn in der Längsachse durchschneiden (Bild), so erkennen wir, dass an der einen Spitze der Keimling, ihm gegenüber das Bärtchen sitzt. An den Keimling schließt sich der Mehlkörper an. Keimling und Mehlkörper werden von der Schale umhüllt.
Der Keim enthält die Anlage der neuen Pflanze, die aus dem Korn wachsen soll. Sie besteht aus dem Wurzelkeim und der Spross- und Blattanlage, die zu Halm und Blättern heranwächst. Zwischen Keim und Mehkörper befindet sich das Schildchen (Scutellum).
Im Mehlkörper sind Stärke und Eiweiß als Nährstoffe eingelagert. Sie sind von der Natur dazu bestimmt, die junge, aus dem Keim entstehende Pflanze solange zu ernähren, bis die Wurzeln soweit gewachsen sind, dass sie die für die Entwicklung der Pflanze nötigen Nährstoffe dem Boden entnehmen kann.
Die Schale stellt die Schutzhülle für Keimling und Mehlkörper dar und besteht aus der äußeren Fruchtschale und der inneren Samenschale. Beide setzen sich wiederum aus verschiedenen Zellenschichten zusammen. Unter Zellen versteht man die kleinsten Bausteine der Pflanze. Sie bestehen aus der Zellwand, dem Zellinhalt und dem Zellkern und sind in Größe und Form sehr unterschiedlich, je nach der Aufgabe, die sie in der Pflanze zu erfüllen haben. Die äußerste Schicht der Fruchtschale ist die Oberhaut. An sie schließen sich mehrere Reihen Längszellen an. Darunter liegen quer zu den Längszellen die Querzellen, und unter diesen die Schlauchzellen. An die Schlauchzellen schließt sich die Samenschale an. Diese besteht aus zwei Schichten, der braunen Schicht oder Farbstoffschicht und der hyalinen Schicht oder hyalinen Membran. Die Farbstoffschicht enthält die Farbstoffe, die dem Korn die entsprechende Farbe verleihen. So sind es z. B. beim Roggen blaue Farbstoffe, die in dieser Schicht eingelagert sind, wodurch der Roggen seine blaugrüne Farbe enthält.

Quelle: Fachkunde für Müller, S. 5 - Verlag Moritz Schäfer, Detmold, 1955

 

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