Haselbach. „Hoamat -Tour“ mit Elisabeth Vogl

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Totentanzkapelle Haselbach - Foto: Archiv AK Heimatgeschichte Mitterfels - Vergrößern durch Anklicken!

Auf historischen Spuren

Wie spannend Geschichte sein kann, das durften zahlreiche Interessierte bei der vierten Station der „Hoamat Tour“ des Ortsverbandes der Grünen VG Mitterfels-Steinach erleben. Kunsthistorikerin und Archäologin Elisabeth Vogl zeigte bei einem Spaziergang, wie viel Haselbach an historischen Schätzen zu bieten hat.

Die Gruppe traf sich an der Pfarrkirche, um die Totentanzkapelle zu besichtigen. Der Oberalteicher Mönch Balthasar Regler, Pfarrvikar in Haselbach, hatte diese um 1670 erbauen lassen. Die im Zuge der Säkularisation übertünchten Fresken wurden erst 1912 wiederentdeckt und restauriert.

Elisabeth Vogl erklärte die Spätrenaissance-Architektur der Kapelle und erläuterte anhand der Secco-Malereien, wie sich die Menschen in der damaligen Zeit den Totentanz vorstellten. Anschließend begab sich die Gruppe zum alten Friedhof rund um die Pfarrkirche St. Jakob. Josef Brembeck, ein Haselbacher Urgestein, hatte sich mit Kräften für den Erhalt des alten Friedhofs eingesetzt. Am Mahnmal für 28 KZ Häftlinge wurde eine Gedenkminute eingelegt.

Die Gruppe wanderte danach bei bestem Sommerwetter durch die idyllische Vorwaldlandschaft zur Einstückerkapelle, in der sich einst die wertvollsten und schönsten Totenbretter in Niederbayern befanden, heute werden sie im Burgmuseum Mitterfels aufbewahrt.

Elisabeth Vogl hatte ein historisches Foto mitgebracht, auf dem einige Haselbacher, darunter auch ihr Großvater, bei Steinbrucharbeiten zu sehen waren. Denn der Schützbichl war früher eine Abbruchstelle für Straßenbau.

Haselbacherin als Hexe verbrannt

Nun ging's zur letzten Station der „Natur und Geschichte Tour durch Haselbach“ der Voglkapelle, in der noch das originale Totenbrett des Schulmädchens Theres Vogl, gestorben 1905, zu sehen ist. Als die Historikerin zum Schluss fragte, ob jemand wisse, dass es in Haselbach im frühen 18. Jahrhundert eine Hexe gegeben hat, war ein ungläubiges Staunen in den Gesichtern zu sehen. Tatsächlich wohnte in einem Haus unweit der Voglkapelle Margaretha Würthin, die 1724 als Hexe mit dem Schwert enthauptet und dann auf einem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Bis dahin musste sie im Verlies des Mitterfelser Burggefängnisses ausharren. Nach so viel neuen Eindrücken kam es gerade recht, dass spontan ein Nachbar zu der Gruppe gestoßen war und die Teilnehmer mit kühlen Getränken versorgte.

Die nächste Station der „Hoamat Tour“, zu der alle interessierten Bürger willkommen sind, wird am Dienstag, 2. August, in Mitterfels sein.

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