Mitterfelser Grenzgänge - Fotostrecke 1 und Bericht

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Die östliche Strecke wurde am 26. September 2015 erwandert.

Vor gut 200 Jahren wurden die Bayerischen Gemeinden gegründet und in den Jahren von 1808 bis 1853 als Grundlage für einen Steuerkataster vermessen. Bis zur Gebietsreform 1972 wurden sie nur wenig verändert, in der Gemeinde Mitterfels nur ganz geringfügig. Zu den Jubiläen 50 Jahre „Luftkurort Mitterfels“(2007) und „40 Jahre Markt Mitterfels“ (2008) fanden in den Jahren 2007 -2010 Wanderungen entlang der Gemeindegrenzen statt. Auf vielfachen Wunsch von Gemeindebürgern werden die Grenzgänge wiederholt, aber in umgekehrter geografischer Richtung. Alois Bernkopf hat an Hand von Kartenmaterial die rd. 40 km erkundet und in vier Etappen eingeteilt. Die erste Etappe wurde am Samstag, 26. September 2015, 14.00 Uhr, erwandert.

>>> Zur Bildergalerie der 1. Strecke kommen Sie durch Klick hier: [mitterfels-online] Fotos: Stefan Hafner

 

 

Elisabeth Röhn:

Wanderer entdeckten unbekannte Winkel. Mitterfelser Grenzgänge wiederholt

Weil die ersten „Mitterfelser Grenzgänge“ entlang der Gemeindegrenzen in den Jahren 2007 bis 2010 – Anlass waren die Jubiläen „50 Jahre Luftkurort Mitterfels“ und „40 Jahre Markt Mitterfels“ – große Resonanz erfuhren, entschloss sich Initiator Alois Bernkopf, die Wanderungen zu wiederholen. Allerdings in umgekehrter, geografischer Richtung. Anhand von Kartenmaterial hatte Alois Bernkopf die genauen Gemeindegrenzen erkundet, vielfach wüssten nur Bauern und Jäger ihren genauen Verlauf, so Bernkopf.

Die erste Etappe führte durch den östlichen Gemeindeteil, ausgehend vom Panoramabad über „Goasreibn“, Höllmühl, Uttendorf, Wiespoint und Hagnberg nach Kögl und weiter bis nach Vorderbuchberg. Zehn Kilometer mit 250 Höhenmetern waren zu bewältigen. Dabei ging es nur selten über Wege oder Straßen, meist über Wildwechsel und Jägersteige. Die Gemeindegrenzen wurden in der Regel entlang von Bachläufen, Flüssen oder über Bergsporne festgelegt, so Bernkopf. Auf diesen Wegen hinunter in enge Täler und über steile Abhänge hinauf auf die Anhöhen mit wunderbarem Blick ins Tal lernte so mancher alteingesessene Mitterfelser ganz unbekannte Winkel seiner Heimat kennen. Beim Start am Panoramabad begrüßte zweiter Bürgermeister Heinz Uekermann die zahlreichen Wanderer und Wanderleiter Alois Bernkopf führte kurz in die Mitterfelser Geschichte ein.

grenzgang2015 018 bog ztg 00 280915 wWanderführer Alois Bernkopf (links) bei seinen Erläuterungen vor den Wanderern. (Foto: erö)

Dann ging es hinunter zur „Goaßreibn“ am Perlbach, wo die Kinder früher das Schwimmen lernten, wo einmal ein Mord geschah und wo heute der Biber haust, dann am halben Hang entlang durch unwegsames Gelände, unter umgestürzten Bäumen und den aufragenden Säulen der alten Bahnbrücke hindurch, wo heute der verlassene Kletterturm steht. An der Höllmühle vorbei wurde ein Felssporn erklommen und auf Wildwechseln und Jägersteigen ging es hinüber nach Uttendorf. Hier kreuzen sich Haselbacher und Mitterfelser Gemeindegebiet auf unerfindliche Weise. Dem großen Anwesen auf dem Hagnberg entstammt ein berühmter Mitterfelser: Der Sprachforscher und Wissenschaftler Nepomuk Strassmeier, der sieben Sprachen beherrschte und als Erster die Keilschrift entschlüsselte. Bernkopf erzählte auch von den uralten „Altwegen“, Handelsstraßen, auf denen Ochsenfuhrwerke ihre Waren von Süd nach Ost transportierten und die heute noch als Hohlwege sichtbar sind. Und Sigurd Gall berichtete von Feuersteinfunden, die bis in die Steinzeit zurückreichen. Interessant auch, dass der Zehentweg vom Klosterdorf Windberg über Hagnberg und Schindlfuhrt führt. Denn dieser Bereich unterstand dem Kloster Windberg.

Tief ging es hinunter durch den Wald und steil wieder hinauf zum Köglbauern, wo die Wanderer mit erfrischenden Getränken und köstlichem Kuchen von Familie Bugl bewirtet wurden. Franz Bugl hatte Kurioses zu berichten: Als die junge Familie ihr neues Haus neben dem alten Bauernhaus plante, stellte sich heraus, dass die Gemeindegrenze direkt hindurchführte. „Wir hätten in Haselbach geschlafen und in Mitterfels gewohnt.“ Die Grenze wurde verändert, sodass Familie Bugl jetzt ganz in Mitterfels wohnt. Das letzte Stück Weg führte noch einmal in ein einsames Wiesental auf dem Besitz der Familie Christian Feldmeier und dann ging es steil hinauf zum Ziel am Vorderbuchberg. Auch hier warteten Erfrischungsgetränke und selbst gebackener Kuchen von der Familie Feldmeier auf die Wanderer. Ganz nach Wunsch konnte man sich nach der dreistündigen Wanderung von Konrad Feldmeier zum Parkplatz Freibad kutschieren lassen oder zu Fuß nach Mitterfels zurückwandern. – Die nächsten Grenzgänge sind für September 2016 geplant.

>>> Bericht in pdf-Form [... hier]

 

 

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