"Bairische Sprachwurzel 2011"

Bairische Sprachwurzel 2011

wurzel_schwarz_01Für seine Verdienste um den bayerischen Dialekt wurde der Musikkabarettist Georg Ringsgwandl mit dem strategischen Sprachpreis "Bairische Sprachwurzel" ausgezeichnet. Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte (FBSD) begründete die Wahl mit dem "selbstverständlichen Gebrauch des Dialekts" von Ringsgwandl bei offiziellen Anlässen. Die Preisverleihung fand am Sonntag, 14. August 2011, im Theater Am Hagen in Straubing statt.

Die "Sprachwurzel" wird seit 2005 verliehen. Zu den Preisträgern zählen Landrat Alfred Reisinger, Papst Benedikt XVI., Haindling (Hans-Jürgen Buchner), das oberbayerische Musikkabarett-Trio "Die Wellküren", der ORF-Moderator Armin Assinger. Im vergangenen Jahr erhielt der Theaterintendant Christian Stückl, Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele und Regisseur des "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen, die Auszeichnung.

 

verleihung sr wLAUDATIO, GEHALTEN VON PROF. DR. WOLFGANG WEIß:

Des oanzige Problem, des i mit 'm heurign Preisträger hob, is sei Vorstellung. Soll i ean jetzt mit seine akademischn Titel vorstelln, nämli als den Herrn Doktor der Medizin Georg Ringsgwandl, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, langjähriger Oberarzt in einer Intensivstation, der sei medizinische Karriere abbrocha hod, als er kurz vor der Habilitation gstandn is, oiso vor der Qualifikation zum Universitätsprofessor, und scho Angebote ghabt hod, Chefarzt zwerdn? Oder soll i ean mit ´m Adelstitel vorstelln, der in der Welt der Kunst verlieha werd, und der aus dem oafache Artikel besteht: DER Ringsgwandl? Den Titel hod ea si nämli a in de vielen Johr auf der Bühne mit seine Liada, mit seine Theaterstückl und mit seine Gschichten vodeant. 

Den Übergang zwischn seine zwoa Leben hod Georg Ringsgwandl in an Interview vo 2004 so beschriebm: "Dann hat´s mich aus der Kurve getragen. Plötzlich, so um das Jahr 1992, hat´s mich geschmissen." Bei uns sogt ma: "Ea hod d´Reibm nimmer kriagt." 

Jetzt kannt i natürli drüba spekuliern, ob´s der jahrelange, disziplinierte Kampf an der Grenz zwischn Leben und Tod auf da Intensivstation war - er hod üba si selber gsogt, er war als Arzt Perfektionist gwesn - der in eam den Wunsch had übermächti wern lassn, des Leben in der Kunst amoi ganz anders zu erfahrn, und sich seiba in der Kunst nei zu entdecka, i mecht des ned doa, aber i bin sicha, dass sei Arbat an der Grenz zwischn Leben und Tod verhindert hod, dass ea koana vo dene seichten Kabarettistn worn is, die jede Woch die politische Szene abwatschn oder langweilige Comedy macha. Für die Sortn vo Unterhaltung hod Georg Ringsgwandl bloß oan Kommentar übrig: "Der ganze Schmarrn." 

Im selbn Interview steht aber a Satz vo eam, der mi als oidn Shakespeare-Professor sakrisch gfreid hod und mia a ghoifa hod, ean und sei Werk bessa zum versteh. Er hod gsagt: " Die wirklich hörens- und lesenswerte Kunst ist weder rechts noch links. Auch William Shakespeare war weder für das Proletariat noch für den König. Ihm ist es um menschliche Grundprobleme gegangen." Darum geht´s a im Werk von Georg Ringsgwandl, aber auf eine sehr boarische Weis. 

Ois oamoi a Journalistin verschiedene Schubladn, wia Rocksänger, Widerständler Anarchist, punkiger Bayer, ausprobiat hod, damit´s eam a Wapperl opicka kannt, hod si der Dr. Ringsgwandl a Selbstdiagnose gstellt. Er hod gsagt: "Ich gehöre zur Gattung der unberechenbaren Irren." Bei allem Respekt vor Ihrer medizinischen Kompetenz, Herr Dr. Ringsgwandl, Sie habn wohl nix dagegn, wenn i dazua a zwoate Meinung einhole. Und da ko uns da Shakespeare weidaheifa. Shakespeare hod nämli in seine Stück imma wieda Figurn auftretn lassn, die die übrige G´sellschaft unterhaltn solln.Diese Figurn san komisch und lächerlich ozogn und redn ungfragt merkwürdigs, oft absurdes Zeig daher, oder singa merkwürdige Liada. Sie san Außenseita und deshalb seng sie weida, diafa und klara, wos in da G´sellschaft schiaf lafft. Des san die weisn, oft melancholischn Narren, die mit eanene oft derben Sprüch und Liada dene Großkopfertn und Mächtigen die Meinung sogn und oft a die Augn öffnen. Oder es is der komische Ritter Falstaff, der mit seim anarchischn Witz die G´sellschaft herausfordert und sich weigert, den Fortschritt der G´sellschaft in a reibungsloses Funktioniern der Menschn im Dienst des Staates mitzmacha. I hob den Eindruck, dass Georg Ringsgwandl die Rolle dieser Außenseita sehr bewusst ognomma hod und sie weidaführt. 

Er is für diese Rolle sehr guat und sehr hart vorbereit worn. Aufgwachsn is er in Staffabruck, a Vorwort vo Reichenhall, den er selber a "verkrattltes Glosscherbenviertl" ghoaßen hat und  stamma duada, wia ea selba gsagt hod, aus´m "unteren Proletariat". Des war a Welt, die - Zitat Ringsgwandl - auf der einen Seite von einer wirklich unberührten und idyllischen Romantik geprägt war, auf der anderen Seite von einer ganz rüden und brutalen Strenge, und in der "wir Kinder auf der Straße im Garten, im Wald und am Fluß gelebt haben, nach dem Regen Schifferl in den Drecklacken auf der Straße fahren lassen konnten, weil höchstens ein Auto in der Stunde vorbeigefahren ist, regelmäßig verdroschen wurden und wenig zu fressen bekamen." Als Bua hod ea Zither glernt, dann Posaune. Damit war´s aber vorbei, als ea mit 18 Johr Lungentuberkulose kriagt hod und 8 Monat im Sanatorium glegn is, wo alle por Dog oana gstorbm is. In der Zeit hod ea si des Gitarre-Spuin selba beibrocht. Mit dera Herkunft und solchene Erfahrungen is ea dann in die Welt der moderna Medizin eigstign, in der oaner jeden Tog des Leid vo de Menschen oschaugn muaß, wo ma helfa ko, sogar heilen ko, oder dem Tod zuaschaugn muaß. Die Medizin is aber a a Welt, in der´s streng zuageht, in der Hierarchien und Bürokratie herrschn, und wenn´s do drin arbatst, stehst unter am Riesndruck. 

Des ois muaß den Blick von Georg Ringsgwandl auf d´Menschen und auf´s menschliche Lebn z´tiafts bestimmt hobm. Ea hod da a por sehr schene Sachan g´sagt, die an die melancholische Grundstimmung erinnern, wia ma sie in dene Redn und Liada vo de weisen Narren Shakespeares spürn ko. Zitat Ringsgwandl: " Das Leben ist eine traurige Angelegenheit, die man nur dadurch übersteht, indem man ab und zu mal ein Lächeln darüber vergießt." Mit dem Wort "vergießen" , des Georg Ringsgwandl hier bewusst oder unbewusst braucht hod, san ja die Tränen scho oiwei mit dabei. Und weiter hat ea gsagt: "Und dieses Lächeln setzt voraus, dass man das Leben ganz und gar ernst nimmt, weil es in ihm Grausamkeiten gibt, für die es keinen Trost gibt. Es gibt keinen Trost und schon gar keine Lösung der Frage, wie es sein kann, dass ein Mensch aus völliger Gesundheit heraus plötzlich an Krebs erkrankt und innerhalb von einem dreiviertel Jahr stirbt. Es gibt keinen Trost für eine Frau, deren Kind mit drei Jahren an Leukämie stirbt. Das alles ist nur mit einem Lächeln zu bewältigen, weil es ein bisschen das Leben erleichtert, weil es ein gewisses Maß an Hoffnung birgt." 

Aber wia passt diese melancholische Grundstimmung des Georg Ringsgwandl mit seine Auftritte z´samm, die regelmäßig als "schräg" beschriebn wordn san? Es passt, weil der Georg Ringsgwandl mit die Augn von an Satiriker auf unserne moderne G´sellschaft schaugt. 

Er schlogt aber dabei net auf oanzelne öffentliche Personen ei, wia ma des im politischen Kabarett gwohnt is, sondern er zoagt auf der Bühne in seine Kostüme, in seim wirren Gschau, mit seine spastischen Bewegungen, wia wahnsinnig es bei uns zuageht, wia weit weg mia vom richtign Leben san, dass mia alle groteske Marionettn worn san, wo Leit d´ Fädn ziang, die eanene Mitmenschen bloß verachten. Wenn oiso der Rinsgwandl in gelber Plastikbadekappn, Sonnabruin, greisliche Leggins und blauen Plastikmüllsack auf d´Bühne ganga is, dann hod ea si den Schrott unserer Wegwerfgsellschaft ozogn, damit ´s Publikum des kapiert. Do kimmt, so moanat i, hinta da angeblich so schrägn Fassade des Künstlers Ringsgwandl der Herr Dr. Georg Ringsgwandl zum Vorschein, der die Bühne zur Intensivstation macht, wo ea d´Leit wieda aus´m Koma der moderna Zivilisation wieder ins wirkliche Lebn zruckhoin wui. 

Deshoib singt und schreibt der Ringsgwandl Liada, Theaterstückl und Gschichten, die ma sonst net hern, oschaugn und lesen ko. Liada, die vo der Verrucktheit und vom Irrsinn unserer Zeit handeln, vo die Hamsterradl, in dene mia laffa, von der Brutalität, mit der a jeda seine Interessn verfoigt, aba a vom Selbstbetrug und vo die Plastikidylln: 

Vom Glückspiel, des ma solang für a guate Idee hoit, bis ma ois verspuit hod. 

Vom foischn Glück, mit dem ma si betäubt: 

       "Damen, Sekt und  Rock´n´Roll 

        Saure Drops und Schokoroll, 

        Oh, was braucht das Glück noch mehr?" 

Ea singt vo der Wurschtigkeit, mit der heit auf die Katastrophen in der Welt , die uns des Fernsehen ins Haus liefert, reagiert werd: 

        "Irgendwo blost grod a Wirblsturm 

         a poor Hüttn ausanand, 

         irgendwo stinkt´s dem Planeten, und 

         er bebt vor Grant, 

         aber mia is des alles wurscht, 

         i kaaf mia a Hoibe für mein Durscht." 

Und er singt vom Fitness-Kult, der den Menschen ´s Hirn schrumpfa lasst, aber dafür sie gaggerlfidei macht: 

         "Äh, schau, da kommt der Mikel 

         Mit seim geilen Mountainbikel 

         Neonbunt erscheint er uns gekleidet 

         Vogelwild er durch die Schluchten ridet. 

         Mountainbike fahrn, Gleitschirm fliagn 

         Hoaße Weiba umanander ziagn, alright 

         Bunte Turnschuh, auftrainierte Wadl, 

         Berg, bleib steh, er kimmt mi´m Superradl 

         Verschuldung, Dritte Welt, was soll der Schmarrn, 

         der Mikel muaß Geländebikel fahrn." 

Er singt vo de kloana Leit, vom Arbata auf der Straß, wo die meistn Leit wegschaung, wenn´s auftaucha: 

         "I mog den Schranknwärta, mit Krampfadern an die Haxn 

         I mog den oidn Gärtna, der lasst die Bluama wachsn. 

         Kemma die Männa von der Müllabfuhr, 

         do schaugn die meistn weg, 

         dawei tatn´s ohne dene Leit 

         verrecka im eigana Dreck. 

         Des san die kloana Leit, die staadn, 

         de siehgst in koana Hitparadn, 

         de ham no nia zu de Großn ghert, 

         de san koa Staatsbegräbnis wert." 

Und er singt dene Erfolgreichn und Großkopferten ins G´wissen, dem Professor, dem Direktor, dem Minister, dem Expertn, die si alle für so bedeitend hoiten, und ihr Leben lang dem Ruhm, der Macht und am Geld hinterher jogn, und doch bloß auf der Flucht vor der Frog nach dem Sinn von ihrm Leben san: 

         "Der Indianer weiß, es gibt nie mehr Liebe als man gibt. 

         Wenn du das studierst, 

         wenn du das kapierst, 

         und das in der Seele weißt, 

         passiert es nicht, dass du dir für Geld und Ruhm oder Macht 

         den Arsch aufreißt." 

Aus dem angeblich so anarchischen  Rock´n´Roller Ringsgwandl werd fast a barocker Bußprediger, wenn ea da ganzn Gsellschaft, ogfanga vom Ministerpräsidenten " vo am Staat, der im Rüstungsgschäft prozentual seine Finger hod", dem Kardinal "schee feierlich und fett", dem fromma Pfarrer "mit Zölibat und Doppelbett", dem Spitzensportler, der ruachatn Hausbesitzerin, dem Fernsehquizmaster mit seim teiern Toupet, dem Popstar, aber a dem Würstlbudenbesitzer vorhoit: 

         "Naa, du konnst nix mitnehma, 

         frog an Teifi, frog an liabn Gott, 

         naa, du konnst nix mitnehma." 

Oder wenn ea vom Porschefahrer singt, "der seinen Porsche Targa, den er schätzte, an einem Lindenbaum zerfetzte", vom Drachenflieger, der am Felsen als Brei endet, vom Tiefseetaucher, der im Haifischmagen landet, oder vom Extrembergsteiger, der sie am eigenen Seil derhängt, die alle als letztes noch die Stimme des Todes hören: 

         "Jedermann, deine Tage sind gezählt, 

          Jedermann, du hast viel zu lang gelebt." 

I glab, dass vui Muat dazua ghert, in der Szene soiche Songs z´singa, die ean zum Außenseita macha, und deshalb hod ja der Ringsgwandl amoi d´Leit gfrogt: 

          "Bin ich ein Genie, das die Leute durch Gaudi glücklich macht, 

          Oder bin ich nur ein Kasperl, über den der normale Mensch nur lacht? 

          Bin ich des höheren Wahnsinns irdischer Stellvertreter, 

          Oder komm ich mir nur verrückt vor 

          Und bin doch nur so wie jeder? 

          Sagen Sie mir ehrlich, ohne Ironie, 

          Bin ich ein Kasperl oder ein Genie?" 

Mei Antwort war: Georg Ringsgwandl macht mit dem wichtigen und notwendigen G´schäft der weisen Narren Shakespeares in unserer Zeit weida, die des so bitta nötig hod. 

Gottseidank steht der Ringsgwandl net nur auf der Bühne, sondern schreibt a Stückl und erzeiht Gschichtn, in dene sich sei satirisches Talent und sei absurder Witz richtig aufblüahn kenna. In seine Gschichten erzeiht er am Anfang, wos ea so gseng oder erlebt hod, dann kimmt auf oamoi sei Phantasie in Gang und ea steigert die G´schicht soweit ins Absurde, dass plötzlich der ganze Wahnsinn unserer Zivilisation für an jeden sichtbar werd. Bloß oa Beispiel aus seim neia Buach,  Das Leben und Schlimmeres, Hilfreiche Geschichten, weil ´s so guat in unsere Zeit der aufgregtn Debatte um die Energiewende und Energie-Einsparung passt. Der Titel: Das Null-Energie-Haus. Da Ringsgwandl werd ins Haus von seim neia Nachbarn, einem norddeitschen Physiker, der fanatischer Energiesparer is, zur House-Warming-Party eiglodn. Des Wort kriagt dabei a ganz neie Bedeitung. Der Preiß heizt nämli sei Haus bloß mit der natürlichen Wärme, die er, sei Familie und seine Gäste erzeugn, oiso die Kinder, wenn ´s Fieber ham, oder die Eltern bei der Erfüllung ihrer ehelichen Pflichten. Des reicht aber no net. Deswegn werdn a die Darmgase der Familie und der Gäste unterm Dach in am Darmgaskollektor gsammelt und zu Darmgaspellets verdichtet. Da Ringsgwandl hoaßt die Maschin an Schoaskompressor. Die Darmgasproduktion vo der Familie und vo die Gäste werd dabei, wenn´s bsonders koit is, durch a bsonders blähende Rohkost hochgfahrn. Koa Wunda, dass des Ehepaar, bei dem si ois, aba a scho ois, ums Energiesparen draht, bei da Paartherapeutin landet. 

Georg Ringsgwandl kriagt heit die boarische Sprachwurzl für seine Verdienste um die boarische Sproch und Kultur. Im Internet werd ea a ois Dialektsänger vorgstellt., so ois ob ea des glernt häd, wia a Sängerin Koloraturen glernt hod. Aba des Boarische is am Ringsgwandl scho oiwei sei liabste Sproch gwen, seit ea hod redn kenna und seit ea seine Aufsätze in da Schui mit Dialekt!, Dialekt!, Dialekt! schee rot eigfarbt vom Lehra wieda zruckkriagt hod.  Da Georg Ringsgwandl hod die Probleme, die andere mit seim Dialekt ghabt ham in seiner Gschicht "Dialektminderwertigkeitskomplex " wunderbar eazeit. 

Sei Boarisch is aba net des feine Boarisch der Heimatdichter und scho gor net des gejodlte der sogenannten volkstümlichen Musik, sonder des Boarisch der junga Generationen, dea Rock´n´Roll - Szene, in dem a englische Brocka einegmischt werdn. Do werd zum Beispui net des gschmoche Deandl vom Buam ogsunga, damit´s eam zum Fensta einilaßt, sondern a scheene Frau werd so beschriebm: 

          "Sie hod koa Bildung, is net bsonders witzig, 

           sie ziagt sie net amoi bsonders o, 

           wenn´s ihr eifoit, lafft sie total g´schlampert rum, 

           doch schau nur, wia sie geht, is des net hollywood? 

           Du muaßt zuagebn, Oida, do is wos dro."

 

Oda ea frogt: 

           Hey, hey, hoaße Nudl, wos machst du so alloa? 

           Mitanand, hoaße Nudl, do san mia scho zwoa. 

           I woaß scho, wos mia macha, Nudl, paß auf, 

           so wia mia zsammpaßn, macha mia a Firma auf." 

Oder ea lodt d´Radlmare auf sei Radl ei: 

          Du, du, du, du, yeah, hello, i mog di gern, 

          mogst net mei Weibi wern? 

          Dann fahrn ma hoam zu zwoat. 

          Dea Mond scheint oba, mia san valiabt, 

          aba koana sogt a Wort. 

          Des werd schee, drauf gfrei i mi scho lang, 

          weil dann sitz i aufm Sattl drobn, 

          und du sitzt auf da Stang. 

          Hey, Radlmare, i denk oft an di, 

          doch bittscheen, Radlmare, 

          denk doch a amoi an mi!" 

Georg Ringsgwandl g´hert zu dene, die die Boarische Sprach net nur in der heitigen Konzert-Szene durchgsetzt hobm, sondern a dea junga Generation, dea die boarische Sproch  oft scho in da Schui abgwöhnt wordn is, zoagt ham, wia guat sie ihr Lebengfuih auf Boarisch ausdrucka kenna, und wia guat des Boarische zu ihrer Musi passt. 

Boarisch is aba a da Witz vom Ringsgwandl, nämli von am ganz tiafsitzndn Grant bestimmt, mit dem ea die heitige Menschheit und ihre Zivilisation und vor allem die Gschaftlhuaba und Gscheidhaferl, die uns alle ´s Lebn so schwar macha,  so schee deableckt. 

Boarisch is aba a sei Gfuih für des Absurde in der Welt und im menschlichen Lebn, weil ja jeda Bayer scho mit dem Verdacht auf d´Welt kimmt, dass bei dea Konstruktion des Menschen oda in seina Entwicklung irgend a Sparifankerl seine Finga drin ghabt hod. 

Scho mit seim bisherigen Werk hod si Georg Ringsgwandl in die boarische Literatur neigsunga und neigschriebm. Deshalb werd heit dea Richtige mit dea Boarischen Sprochwurzl geehrt.


 

Programmablauf: 

1. (und auch "druntadreij") Musik und Gesang vom Ensemble "Die Saitenquäler" mit Geige, Bratsche, Akkordeon, Cello und Kontrabass: Spritzig, frisch und frech von Bairisch bis Irish 

2. Begrüßung durch Sepp Obermeier 

3. Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt Straubing, Markus Pannermayr 

4. Georg Ringsgwandl: "Nix mitnehma" 

5. Futuristisch-dialektale Himmelsszene, gespielt von Kindergartenkindern aus Rattenberg 

6. Laudatio von Prof. Dr. Wolfgang Weiß (emeritierter Lehrstuhlinhaber für "Shakespeare und die englische Literatur der Frühen Neuzeit" an der Universität München) - selbstverständlich im Dialekt 

7. Verleihung der "Bairischen Sprachwurzel" an Dr. Georg Ringsgwandl


>> Entstehung der "Bairischen Sprachwurzel" >> mehr hier

 

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