Nationalpark BW. Ein neuer Baum erstrahlt im Haus zur Wildnis

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Gäste des Eröffnungsabends: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (von links), stellvertretender Landrat Helmut Plenk, Achim Klein, Leiter vom Haus zur Wildnis, Gerald Escherisch vom Staatlichen Bauamt Passau, Nationalparkleiterin Ursula Schuster, Hans Ulrich Werchan vom Planungsbüro ö_konzept, Nationalpark-Projektmitarbeiterin Lisa Ornezeder, Lindbergs Bürgermeister Gerd Lorenz und Jörg Fischer von der Firma Seiwo Technik  (Fotos: NP BW) – Vergrößern durch Anklicken!

Dauerausstellung wurde für 1,6 Millionen Euro erneuert – Walddynamik im Fokus

Ludwigsthal. Nach rund drei Jahren Bauzeit ist die neue Dauerausstellung im Haus zur Wildnis nun fertiggestellt. Vor der Kulisse des zentralen Elements, einem zweistöckigen, teils begehbaren, nachgebildeten Laubbaum, wurde dies am Donnerstagabend unter dem Beisein vieler Ehrengäste gefeiert. Die Neugestaltung der Nationalparkeinrichtung war Teil des Geburtstagspakets, welches der Freistaat Bayern zum 50. Jubiläum des Schutzgebiets aufgesetzt hatte. Die Investitionssumme liegt bei rund 1,6 Millionen Euro.

„Es war keine leichte Zeit: Corona, langwierige Estrichsanierungen, Lieferschwierigkeiten bei Materialen, das alles waren Hürden, die wir meistern mussten“, blickte Nationalparkleiterin Ursula Schuster zurück. „Doch was lange währt, wird sehr gut.“ Sie bedankte sich in diesem Zug bei allen, die mitgeholfen haben, um die Dauerausstellung in der beliebten Besuchereinrichtung zu erneuern. Gerade der große Laubbaum sei wahrlich ein echter Hingucker geworden.

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Zentrales Element der neuen Walddynamik-Dauerausstellung ist ein zweistöckiger Laubbaum, der mit LED-Technik beleuchtet wird. – Vergrößern durch Anklicken!

„Der Baum ist Heimat für das Eichhörnchen und für den Eichelhäher. Er hat Bucheckern und genauso Ahornsamen. Verschiedene Pilzarten wachsen auf ihm. Sie sehen einen Mistelzweig und Beeren von der Eberesche. Ein buntes Durcheinander. So einen Baum werden Sie draußen in der Realität nicht finden. Aber hier drinnen, hier können wir mit diesem Baum als Nationalparkverwaltung das erklären, was für uns so wichtig ist.“ Und das ist die Walddynamik, das zentrale Thema im Haus zur Wildnis. Deswegen spielen auch Totholz und junge Wälder eine große Rolle. „Wir wollen hier im Haus zur Wildnis die Hauptprozesse, die die Entwicklung der Wälder des Nationalparks antreiben, vorstellen - die natürliche Dynamik erklären. Der alte Laubbaum steht für die langsame und sukzessive Entwicklung von Wäldern. An ihm werden die besonderen Lebensräume und Arten alter Wälder vorgestellt.“   

„Der Großteil dessen, was hier für 1,6 Millionen Euro geleistet wurde, ist nicht sichtbar“, sagte Gerald Escherisch, Baudirektor am Staatlichen Bauamt Passau, welches für die Durchführung der Maßnahme zuständig war. So stecke viel Arbeit in den Ausstellungselementen, in der Statik, in der Medientechnik, aber auch im Brandschutz. Das „Alleinstellungsmerkmal für die Region“, so Helmut Plenk, stellvertretender Landrat im Landkreis Regen, sei durch die neue Schau nochmal attraktiver geworden: „Gerade deswegen ist dies heute ein guter Tag für den Landkreis Regen.“ Und auch der Hausherr, Lindbergs Bürgermeister Gerd Lorenz, zeigte sich angetan: „Die Ausstellung zeigt sehr eindrücklich das Werden und Vergehen in unseren Wäldern ohne menschliches Zutun.“

Nach den Grußworten folgte eine Diskussionsrunde, die von Achim Klein, Leiter vom Haus zur Wildnis, moderiert wurde. Dabei gaben Projektbeteiligte Einblicke in die langwierigen Arbeiten. „Wir haben versucht eine Geschichte zu erzählen“, sagte etwa Hans Ulrich Werchan vom Planungsbüro ö_konzept. „Diese fügt sich nun spannend in dieses Haus ein, betont die einzigartige Architektur und repräsentiert zugleich den Nationalpark.“ „Genau die Frage nach dem inhaltlichen Schatz des Nationalparks stand ganz am Anfang“, berichtete auch Lisa Ornezeder, die als Projektmitarbeiterin beim Nationalpark die Konzeption begleitete. „Für uns war schnell klar, dass die jungen und alten Wälder besonders sind, deswegen sind diese jetzt auch Kern der Ausstellung.“ Dass dies nun so gut umgesetzt wurde, freute besonders auch Jörg Fischer, Projektleiter bei Seiwo Technik, die den Großteil der Ausstellungsinstallation erledigten. „Es war trotz einiger Widrigkeiten auch für uns ein tolles, wirklich einzigartiges Projekt.“

Im Anschluss schlenderten die Besucher der Ausstellungseröffnung noch einige Zeit durch das neu gestaltete Haus zur Wildnis, bestaunten den begehbaren Baum von jeder Seite und probierten viele der interaktiven Stationen aus. Und auch Einblicke in den Nachtraum und den Wurzelgang, die im Zuge der Erneuerung ebenfalls umgestaltet beziehungsweise neu angelegt wurden, nahmen die Gäste noch gern mit. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Manuel Wagner.

Nationalparkbesucher haben ab sofort die Gelegenheit, das rundum erneuerte Haus zur Wildnis zu besuchen. Die Einrichtung hat bei freiem Eintritt noch bis 8. November täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Im Anschluss macht das Haus kurz Pause, ehe es am 26. Dezember in die Wintersaison startet.

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