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Viele Menschen engagieren sich mit viel Herzblut ...

2026 01 03 Burgruine Haibach

Diese Burgruine in Haibach gilt es derzeit zu erhalten.

... in Fördervereinen …

… um Kleinode in ihrer Gemeinde ein Leben einzuhauchen.

2026 01 03 Burgruine Haibach

 

Diese Burgruine in Haibach gilt es derzeit zu erhalten. Das wird schwierig genug. Seit August ist die Burgruine eingerüstet und verhüllt. Zudem plant der Förderverein ein Crowdfunding-Projekt. Foto: Uschi Ach

 

Viele Menschen engagieren sich in Fördervereinen, um Kleinode in ihrer Gemeinde ein Leben einzuhauchen.

Rückblick auf einige der zahlreichen Fördervereine im Landkreis.

Von Uschi AchKlamme Kassen allerorten: bei den Kommunen, dem Landkreis und dem Bund. Wer hierüber zu jammern anfängt, hört so schnell nicht mehr auf. Gott sei Dank aber gibt es Menschen, die ohne nachzudenken und mit hochgekrempelten Ärmeln in die Bresche springen und sich in Fördervereinen für ihre Anliegen einsetzen. Ihr ehrenamtliches Engagement ist vielfältig und reicht im Landkreis vom Erhalt von Kirchen über die Instandsetzung von Burgruinen bis hin zu Kulturveranstaltungen, Schulen und Kliniken – um nur einige Einsatzgebiete zu nennen. Ihr Motto: „Schimpfen war früher, heute wird angepackt.“

Eine besondere Faszination geht von den sogenannten Lost Places aus. Dazu zählen auch Burgruinen, die nicht nur malerisch aussehen, sondern zudem sehr geschichtsträchtig – und nicht weniger arbeitsaufwendig – sind.

Burgruine Neurandsberg ist ein Aushängeschild

Auch die Burgruine Neurandsberg (Gemeinde Rattenberg) war ein in die Jahre gekommenes Bauwerk. Heute ist es Aushängeschild. Und wie 3. Bürgermeisterin Rosi Heigl im März sagte: „In den letzten 15 Jahren ist vieles passiert. Mit der Sanierung der Burgruine und der Schaffung des Burgmuseums habt ihr ein Vorzeigeprojekt für die Gemeinde Rattenberg sowie für die gesamte Urlaubsregion geschaffen.“

Im Jahr 2019 wurde mit den Sanierungsmaßnahmen der Burgruine begonnen, die im Sommer 2024 abgeschlossen wurden. Und es wurde vieles erreicht: Das über den Kellern gebaute Walmdach wird von einer Aussichtsplattform überspannt, die über eine Stahltreppe erreicht werden kann. Der Burginnenhof wurde eingeebnet und es finden inzwischen auch Theateraufführungen und Burgfeste statt. Dennoch ist ein Ende nicht in Sicht. Deshalb regte Vorsitzender Thomas Piller im Frühjahr an, erneut Fördermittel zu beantragen, da es auf der Burg noch vieles zu tun gebe.

Der Erhalt der Burgruine in Neurandsberg dürfte ein Vorbild für die Zukunft der Burgruine in Haibach sein. Motor dieses ambitionierten Projekts ist der Vorsitzende des Fördervereins, Franz Rainer. Bereits 1986 bis 1992 wurden die Reste der Burg durch den neu gegründeten Förderverein gesichert. Nach zahlreichen Vorarbeiten 2022 wurde im August mit der eigentlichen Sanierung begonnen. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2026 vorgesehen. Obwohl zahlreiche Fördergelder für das ehrgeizige Projekt, dessen Gesamtkosten auf etwa 434.000 Euro geschätzt werden, flossen – vom Bund 215.000 Euro, vom Freistaat Bayern 90.000 Euro, von der Bayerischen Landesstiftung 29.000 Euro, vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege 14.000 Euro, vom Bezirk 30.000 Euro und vom Landkreis 12.500 Euro – ist der Förderverein für jede Spende dankbar. Deshalb hat er auch ein Crowdfunding-Projekt geplant, bei dem weitere Gelder gesammelt werden können.

Wie es Burgruinen ergeht, wenn kein Förderverein gegründet wird, zeigt sich am „Schicksal“ oder besser Dornröschenschlaf der Burgruine Höhenstein (Gemeinde Stallwang). Von ihr sind nur noch die Reste des Wohnturms in der Nordwestecke erhalten, der allerdings als Baudenkmal geschützt ist.

2026 01 03 Neurandsberg Puergl HoehensteinNatürlich können sich auch Kirchen in einem schlechten Zustand befinden und natürlich sind auch für deren Erhalt Fördervereine wichtig. Wie erfolgreich dies sein kann, zeigt sich am Beispiel der Kirche St. Pauli Bekehrung in Pürgl (Gemeinde Neukirchen). Die Kirche ist im Besitz des Vereins und wurde nach vielen Jahren der Planung und Renovierung und nicht zuletzt dank des Engagements des Fördervereins (gegründet 1977) mit seinem jetzigen Vorsitzenden Alois Früchtl in ein würdiges Haus des Gebetes zurückverwandelt.

Schon vor zehn Jahren war mit den Planungen begonnen worden, im April dieses Jahres wurde die Kirche wiedereröffnet. Die Weihe des neuen Altars war der absolute Höhepunkt, so der Vorsitzende. Aber auch beim Pürgler „Barbara-Kircherl“ ist noch nicht alles zur Zufriedenheit der Fördervereinsmitglieder. Das zeigte sich bei der Jahresversammlung Ende November. Jetzt geht es um die Orgel. Hierfür belaufen sich erste Kostenschätzungen auf rund 50.000 Euro.

Allein zwei Fördervereine in Gossersdorf

Außergewöhnlich dürfte die „Fördervereinsdichte“ allerdings in Gossersdorf (Gemeinde Konzell) sein. Hier gibt es seit 2004 einen für die Kirche Sankt Stephanus zuständigen Förderverein (derzeit Vorsitzender Horst Plass) und seit fast genau fünf Jahren einen für das Bräuhaus (derzeit Vorsitzender Georg Obermeier).

In den 21 Jahren seines Bestehens hat der Kirchenförderverein mehrere Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Unter anderem wurde die Deckenmalerei mit dem Auge Gottes in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Seit der Totalrenovierung 2010/11 erstrahlt das Gotteshaus nun in neuem Glanz.

Der Bräuhaus-Förderverein hat 2021 die Bräuhaus-Räumlichkeiten zu Füßen des Gossersdorfer Schlosses für eine Dauer von 20 Jahren unentgeltlich gepachtet. Als Gegenleistung hat er das Gebäude vor dem Einsturz bewahrt und es auf Vordermann gebracht.Als Wirtshaus betrieben und somit mit Leben erfüllt, wird es seit 2008 und bis heute von Fritz Fuchs, Politiker und Blasmusiker.

Josef-Schlicht-Medaillen und Ehrenamtskarten

Dass nicht alle Ehrenamtlichen im Landkreis für ihr Engagement von höherer Stelle geehrt werden können, ist klar. Dennoch honoriert der Landkreis das Engagement auch mit der Ehrenamtskarte. Für ganz besondere Verdienste gibt es die Josef-Schlicht-Medaille. Mit dieser wurden im Dezember die Mitterfelserin Maria Birkeneder und der Arbeitskreis Heimatgeschichte Mitterfels ausgezeichnet.

>>> Link zur Verleihung der Josef-Schlicht-Medaille 2025 [… hier klicken]

Uschi Ach/BOG Zeitung vom 3. Januar 2026 (Gen. der Autorin und Lokalredaktion)

 

randnotiz

(All-)Gemeinwohl

Anpacken, nicht jammern – das sollte eigentlich das Motto eines jeden Menschen sein. Diejenigen, die in Vereinen engagiert sind, machen dies vorbildlich und nicht zuletzt ehrenamtlich. Ein Paradebeispiel sind hier stets die Freiwilligen Feuerwehren. Es muss nicht unbedingt bei einem selbst gebrannt haben, um den Wert ihres Rund-um-die-Uhr-Einsatzes zu schätzen.

In all diesen Vereinen bereichern die Mitglieder mit ihren Aktivitäten aber nicht nur ihr eigenes Leben. Ihr Engagement nutzt meistens zugleich ihrem direkten Umfeld, manchmal geht es sogar weit darüber hinaus. Oftmals profitieren wir alle, dann ist es sogar gut für das Allgemeinwohl.

Das gegenseitige Geben und Nehmen macht Spaß und bereitet Freude. Aber es scheint auch manch einen zu stören: „Ihr macht doch nur das, was eigentlich der Staat machen müsste.“ Dass dies das Engagement der Ehrenamtler abwertet, ist das eine. Dass damit indirekt dazu aufgefordert wird, nichts zu tun, das andere. Beides ist dem allgemeinen Wohlgefühl wenig dienlich.

Hilfreich dagegen wäre es, wenn diejenigen, die gerne auf die Zuständigkeit des Staats verweisen, selbst einmal die Ärmel hochkrempeln würden. Sie wären sicherlich überrascht, wie viel Spaß es machen kann, gemeinsam das Leben für alle Menschen ein Stück besser zu machen.  

Uschi Ach/BOG Zeitung vom 3. Januar 2026 (Gen. der Autorin und Lokalredaktion)

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