. . . und drum herum
Dekanatstag zum Thema „Flüchtlinge in den Pfarreien“ zog viele Besucher an
Dekan Pater Martin Müller (Mitte) feierte zusammen mit Prodekan Pfarrer Kilian Saum und Pfarrer Christoph Hagedorn (von links) sowie dem Priesterkollegium und den Gläubigen den Gottesdienst zum Dekanatstag. (Fotos: dw)
Elisabethszell. (dw) Viele Pfarreien stehen heute angesichts des Flüchtlingsstroms vor der Frage, wie sie auf die Not der Menschen, die aus den verschiedensten Ländern zu uns kommen, reagieren könnten. Eine Tatsache, die für den Dekan des Dekanats Bogenberg-Pondorf, den Hunderdorfer Pfarrer Pater Martin Müller, der Anlass war, den 30 Pfarreien betreffenden Dekanatstag unter diese Thematik zu stellen. Die Veranstaltung am Mittwoch begann mit einer Eucharistiefeier in der Pfarrkirche Elisabethszell und setzte sich im Gasthaus „Oberer Wirt“ unter dem Leitwort „Flüchtlinge bei uns – wie können wir in der Pfarrei helfen?“ fort.
Voll besetzt war das Gotteshaus. Aus dem diözesanweit größten Dekanat des Bistums Regensburg feierten die Gläubigen die in Konzelebration mit einer Vielzahl von Priestern gestaltete Abendmesse mit. Hauptzelebrant war der Prämonstratenserpater Dekan Martin Müller, neben ihm am Altar standen als Prodekan der Pfarrer von Oberalteich und Parkstetten Kilian Saum, der Ortspfarrer Christoph Hagedorn und Diakon Jürgen Polster aus Wiesenfelden. Musikalisch unterstrich der Kirchenchor unter Leitung von Stephanie Lorenz mit der Missa IV in C-Dur von Johann Skraup die liturgischen Handlungen.
Gesetze aus Herzblut
Als Festprediger stellte Pfarrer Saum in den Mittelpunkt seiner das Tagesevangelium auslegenden Ausführungen die Worte „Gesetze bringen echtes Leben, wenn sie aus Herzblut geboren und in Liebe gelebt werden“. Jesus, selbst ein Verfolgter, rief auf, Fremden die Tür zu öffnen, und sagte: „ Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“. In christlicher Verantwortung hieße es für uns, den Flüchtlingen zuzurufen „Ihr sollt uns alle herzlich willkommen sein“.
Danach war der „Obere Wirt“ Ort der Versammlung. Der Dekan freute sich, dass regelrecht Besucherscharen aus den verschiedenen landkreisübergreifenden Pfarreien in den großen Saal drängten. Er hieß sie in seiner ihn stets prägenden lockeren und heiteren Art ebenso willkommen wie seine geistlichen Amtsbrüder. Die Referentinnen Maria Plank (Diözesan-Caritas-Verband Regensburg), Eva Danner (Asylsozialberaterin beim Kreis- Caritas- Verband Straubing) und Anita Karl (Ehrenamtliche in der Arbeit mit Flüchtlingen Bogen) vorstellend, betonte er: „Dieser Dekanatstag will informieren und motivieren, auf die Herausforderungen der Flüchtlinge in unserem Land verantwortlich zu reagieren“.
Als Kirche und ihre Caritas stünde man in besonderer Verantwortung für die Entwicklung einer mitmenschlich geprägten „Willkommenskultur“. In besonderem Maße arbeite man mit dem Caritas-Verband zusammen, dessen an diesem Abend anwesender Straubing-Bogener Geschäftsführer Norbert Scheidler aufgrund seiner fachlichen Kompetenz jederzeit auch über ehrenamtliche Hilfsangebote informiere. Die Caritas-Geschäftsstelle in Straubing erweise sich gerade in der Arbeit für Helferkreise als unentbehrlicher Anker.
Fremde teilhaben lassen
Maria Plank sagte, fremd und obdachlos zu sein, irgendwo in einem fremden Ort zu stehen, selber eine Sprache zu sprechen, die niemand versteht, eine Sprache zu hören, die sie nicht verstehen, das sei das Schicksal von weltweit über 50 Millionen Flüchtlingen. „Orientiert an Jesus, dem Anwalt aller Schwachen, bedeutet das für uns, sich für die bei uns auf Sicherheit hoffenden Heimatlosen einzusetzen und sie an unserem Leben teilhaben zu lassen“. Sie band ihre Zuhörer zum Schluss meditativ ein und meinte: „Aus einer gewissen Distanz heraus wird als einziges großartiges Gesicht Jesus erkennbar“.
Anschließend gab Eva Danner Tipps zur Weiterhilfe für Asylbewerber, die zwar vom Landkreis den Gemeinden als Bewohner zugewiesen würden, aber selbst zusehen müssten, wie sie ihr Leben organisierten. Sie biete als gelernte Sozialpädagogin im Auftrag des Caritasverbandes Asylsozialberatung an. In erster Linie unterstützt sie die zu ihr kommenden Asylbewerber dabei, sich mit der deutschen Bürokratie auseinaderzusetzen. „Die Flüchtlinge müssen eine Flut von Anträgen stellen, Formulare ausfüllen und mit den Behörden in Kontakt treten, ohne eine Wort Deutsch zu sprechen und zu verstehen“.
Wichtig sei ihr, Ehreamtliche zu gewinnen, die zur Lösung all dieser Probleme beitrügen. Mit einem Praxisbeispiel, das sie in ihrer Betreuungsarbeit mit einer kurz vor der Entbindung stehenden Afrikanerin zusammenführte, konfrontierte sie konkret die oft unglaublich erscheinenden Schwierigkeiten zur Integration von Flüchtlingen. Für Ehrenamtliche, die ihre Tätigkeit unterstützen wollten, ist Eva Danner in ihren Asylberatungsstellen in Mallersdorf und Geiselhöring erreichbar.
Interkultureller Treff
Schließlich war es Anita Karl, die sich in ihrer Rolle als Ehrenamtliche ganz aus eigener Initiative und einem starken Mitgefühl heraus vor etwa zweieinhalb Jahren zuerst als Einzelkämpferin der gerade in Bogen im leerstehenden Platzl-Hotel am Stadtplatz gelandeten aus verschiedenen Krisenregionen kommenden Flüchtlinge annahm. „Ich bin einfach hingegangen, versuchte, mich mit den allesamt freundlichen Menschen zu unterhalten und merkte gleich, dass sie unbedingt unsere Sprache lernen müssen“, erzählte sie. Es gelang ihr sogar, einen runden Tisch samt Bogener Bürgermeister und unterstützungswilligen Bogener Bürger zu organisieren und einen zur Zeit alle zwei Wochen im Bogener Pfarrheim stattfindenden „Interkulturellen Treff“ ins Leben zu rufen.
„Inzwischen habe ich ehrenamtliche Mitstreiter gefunden, die mit mir in Sprachkursen den Flüchtlingen beibringen, wie sie sich im Alltag verständigen können und wie sich dadurch wenigstens ein bisschen ihr Leben positiver entwickelt.“ Als Motiv für ihr Engagement schloss Anita Karl ihre lebendigen Ausführungen so: „Für die unser Leben hier bereichernden Erzeugnisse ihrer Herkunftsländer will ich dankbar etwas zurückgeben“. – Die Diskussion im Anschluss beendete erst in den späten Abendstunden den Dekanatstag.
Quelle: Dorothea Wolf, in: Bogener Zeitung vom 13. März 2015 (zeitversetzte Übernahme des Beitrags aufgrund einer 14-tägigen Sperrfrist)
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