1000 Jahre Geschichte um Mitterfels (26)

Vor gut 830 Jahren tauchte der Name Mitterfels das erste Mal in einer Urkunde auf; Gschwendt im Kinsachtal kann auf 900 Jahre zurückblicken; vor 960 Jahren übernahmen die Grafen von Bogen den östlichen Donaugau von den Babenbergern; Metten, im Jahre 766 gegründet, rodete zu Füßen der schützenden Bergkette zwischen Vogelsang und Hirschenstein . . . über 1000 Jahre interessante Geschichte, in die wir in halbmonatlich wechselnden Kapiteln eintauchen.

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26 Mitterfels nach Michael Wenings Landbeschreibung 1726

 

26 MITTERFELS Original Kupferstich M Wening 1726

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Der Hofkupferstecher Michael Wening (1645-1718) schuf eine Unzahl Bilder für eine Landbeschreibung der vier bayerischen Rentämter München, Burghausen, Landshut und Straubing. Drei Bände erschienen erst nach seinem Tod, als letzter Straubing 1726. Die Texte stammen von einer „Commission für Landbeschreibung“.

Historio -Topographica Descriptio

Das ist Beschreibung des Churfürsten- u. Herzogthums Ober- und Nidern Bayrn, welches in vier Theil oder Rennt-Ämbter, als Oberlands München und Burgkhausen, Underlands aber in Landshuet und Straubing abgetheilt ist.

Vierdter Theil: Das Rennt-Ambt Straubing

Anno MDCCXXVI

Gedruckt zu München bey Johann Lucas Straub,

gem. Hochlobl.

Landschaftt Buchtrucken

26 Gericht Mitterfoels w 

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Gericht Mitterfoelß

Mitterfoelß: Es ist M. ein altes auff einem Felsen erhoechtes Schloß mit zwey dicken Mauern / auch auf denen Seyten / so gegen Mittag und Nidergang der Sonnen stehen / mit einem tiefen, aus Stein außgehauten Graben geschlossen / gegen Aufgang aber und Mitternacht sencket sich das Ende des Berges in ein tieffes Thall gegen einem Perlhaltigen durch Klifften und Stein durchrauschenden Bach. Allda ist aufgerichtet ein Pfleg / Land-Gericht und Hauptmannschaft / zu welcher letztern auch das Land-Gericht unnd Castenambt Straubing / wie auch die Herrnschaft Schwartzach / unnd Verwaltung Gesserstorff / die Mannschaft beyschaffen muß / also daß sich der Umbkrayß in die 24 Meil Wegs erstrecket / und in sich enthaltet sambt denen hierin entlegenen Cloestern, undernschydlich Herrschaften / Hofmarchen / unnd Schloesser an der Zahl 46. beynebens auch siben Perlhaltige Wasser und Flueß. Das Schloß wuerdet entweders durch einen Herrn Haupt-Pfleger / oder Pflegsverwalter bewohnet / hat am baulichen Standt zwar keynen Abgang / aber Wohnungen von schlechter Zierlichkeit. Diser Orth ziehet sich ein Meil von der Thonau gegen den Wald herein / und ist zwey Meil von Straubing / in dasiger Regierung: unnd Renntambts-Distrikt entlegen. Hundius in seinem Stammen-Buech schreibet / daß ehedessen Mitterfoelß denen Herren Grafen von Pogen angehörig gewesen. /

Der Getraydt-Bau kan allhier kaum mittelmässig gesagt werden / massen von denen meisten Underthanen an Korn das Außkommen / an Waitzen und Gersten aber als in bergig unnd ringhaltigen Felder, sehr wenig / und also das meiste am Haber so der Underthan zu Geldt machet / erbauet wird. Die Schloß-Capell ist als Schutz-Patronen dem H. Georgio zugeeygnet.

 

Der Beschreibung folgt die Aufzählung der zum Gericht gehörenden Märkte (Bogen, Falkenstein), Klöster (Oberaltaich, Windberg, Metten, Frauenzell), Probsteien (Elisabethszell und Welchenberg), 10 „Schlösser2", 3 „Herrschaften“ , 2 „Sitz“ (Sparr und Sicklasberg), 1 adliges Gut (Saulburg) und noch weitere 19 Hofmarken sowie ein kurfürstliches Kastenamt zu Wolferszell.

26 Scheubelsgrueb w

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