Hien-Sölde Mitterfels: Singen und Geschichten mit Franz Schötz

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Zum ersten Mal fand ein offenes Singen statt. (Foto: Elisabeth Röhn)

„Laut plärrend“ gesungen

 

Weil die renovierte Hien-Sölde kein Museum ist, sorgt der Förderverein Freundeskreis für reges Leben in der Stube. Seit November gibt es unter dem Motto „Treffen in der Stub’n“ regelmäßige Spielabende und -nachmittage, ein Dirndlnähkurs und ein Gesundheitsvortrag wurden gehalten. Der nächste Spieleabend findet am Donnerstag, 18. Dezember, um 19 Uhr mit Monika Jakob statt; der nächste Kartenspielnachmittag mit Fritz Binder ist für Mittwoch, 7. Januar, um 14 Uhr geplant. Der Eintritt ist frei.

Jetzt fand zum ersten Mal ein offenes Singen in der Stub’n mit vielen sangesfreudigen Menschen und Liedern zu Advent und Nikolaus statt. Eingeladen hatte Franz Schötz, Leiter der Volksmusikberatungsstelle, die ebenfalls in der Hien-Sölde ihren Sitz hat. Das Holzfeuer flackerte gemütlich im Ofen, die Menschen rückten auf der Stubenbank rund um den Tisch zusammen und sangen bekannte und unbekannte Advents- und Winterlieder, von Franz Schötz zur Gitarre begleitet: Vom „letzten Bladl am Lindenbaam“, vom staaden Woid und der leeren Flur, vom ersten Schnee und vom Nikolaus mit dem wilden Krampus. Alles altes Liedgut, ein bisschen melancholisch, zum Teil aus Franken, aus dem „Woid“ oder aus Oberbayern. Zusammengetragen und aufbewahrt von Franz Schötz, der vieles über die Hintergründe der Lieder, über Brauchtum und Tradition zu erzählen wusste.

Da schreibt Paul Friedl, der legendäre „Baumsteften-Lenz“, der sich schon vor vielen Jahrzehnten um die Volksmusik verdient gemacht hat, zu dem Nikolauslied: „Dieses Nikolaus-Liedl habe ich 1933 aufgeschrieben, wo es mir Schulkinder in ihrem Übermut auf der Straße laut plärrend in ihrer Art ‚gesungen‘ haben ...“ Berichtet wurde auch von den „Advent-Manner“, die durch Straubing zogen, und vom Klöpfl-Gehen, wo man zur Weihnachtszeit von Haus zu Haus ging und Gaben erheischte. Einige Lieder mussten auswendig gelernt werden, denn „Liederbüchl singen nicht. Das müssen wir selber tun“, meinte Franz Schötz. Das nächste offene Singen soll im Frühjahr stattfinden.

Quelle: Elisabeth Röhn, in: Bogener Zeitung vom 6. Dezember 2014 (zeitversetzt übernommener Beitrag wegen einer 14-tägigen Sperrfrist)

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