1000 Jahre Geschichte um Mitterfels (46)

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Dieses alte Schild der Distriktsparkassa findet man im Burgmuseum Mitterfels.  - Vergrößern durch Anklicken!

Vor gut 830 Jahren tauchte der Name Mitterfels das erste Mal in einer Urkunde auf; Gschwendt im Kinsachtal kann auf 900 Jahre zurückblicken; vor 960 Jahren übernahmen die Grafen von Bogen den östlichen Donaugau von den Babenbergern; Metten, im Jahre 766 gegründet, rodete zu Füßen der schützenden Bergkette zwischen Vogelsang und Hirschenstein . . . über 1000 Jahre interessante Geschichte, in die wir in halbmonatlich wechselnden Kapiteln eintauchen.

Zu den vorhergehenden Kapitelbeiträgen können Sie sich im Menue rechts in der Grafik „1000 Jahre Geschichte um Mitterfels“ durchklicken.

 

Sparkasse Mitterfels - erste im Bezirk

Vorbemerkung: Recherchen von Otto Wartner erbrachten neue Erkenntnisse zur Gründungszeit der Mitterfelser Sparkasse, die in den Mitterfelser Magazinen 1/1995 und 14/2008 veröffentlicht wurden. Interessant in Otto Wartners Arbeit sind vor allem auch der Gründungszweck und die Darstellung der Aufgaben, die die Sparkassen zur Gründungszeit erfüllen sollten, weil sie der heutigen Geschäftspraxis der Banken in vielen Bereichen diametral entgegengesetzt gedacht waren.  

Hier zuerst Kapitel 46 aus der „Chronik Markt Mitterfels“, danach findet der Leser Links zu Otto Wartners Aufsätzen im MM 1/1995 und im MM 14/2008.

 

Wie schon der Ausbau der Apotheken durch einen Erlass der Generallandeskommission gefordert wurde, so wurde 1816 durch königlichen Erlass im Rahmen des Armenwesens auch die Gründung von Sparkassen angeregt. Es vergingen aber noch viele Jahre bis zur Verwirklichung. 1816 gab es die erste Sparkasse in Bayern, 1822 erst vier, 1826 erst 24. Es bedurfte erneut eines „lebhaften königlichen Wunsches“ 1833, dass sich die Zahl der Neugründungen erheblich steigerte, so dass es 1862 bereits 248 Sparkassen in Bayern gab. Dann kam es wiederum zu einer Stagnation, doch in diese Zeit fiel die Gründung der Sparkasse Mitterfels, 1867 durch Regierungserlass genehmigt. [Siehe Vorbemerkung! Red.] Es war dies die erste und für fast 30 Jahre auch die einzige Sparkasse im Bezirksamt Bogen.

Zunächst nannte sich sich Sparkassa-Anstalt Mitterfels, spätestens 1895 dann „Distriktsparkasse Mitterfels“; denn in diesem Jahr hatte sich auch der Distrikt Bogen zur Gründung einer Sparkasse entschieden. (Die „Distrikte“ Bogen und Mitterfels bildeten zusammen das Bezirksamt Bogen; die Aufteilung entsprach den Bereichen der beiden Amtsgerichte, Nachfolger der beiden Landgerichte Mitterfels/Bogen).

Über die Anfänge der Sparkasse wissen wir nichts Näheres. 1886 wurde sie nebenamtlich vom neuen Apotheker Gottfried Riemhofer geführt, der aus Pfaffenberg stammte und  von 1886 bis 1897 Besitzer der St. Georgs-Apotheke war. Damals war die Sparkasse im Haus des Bauer-Schreiberuntergebracht (heute Paulus, Burgstraße 32). Riemhofer starb 1899. Neuer Verwalter wurde der Landwirt Joseph Hollermeier von Spornhüttling. Er wirkte bis 1921. Dann erforderten die erweiterten Aufgaben der Sparkasse, vor allem die Einführung des Scheck- und Giroverkehrs 1921 und die Einführung des Schulsparens 1926, eine ständige und ausgebildete Fachkraft. Dies war Josef Zimmermann (1893 -1972), Sohn des Notars Zimmermann. Er verlegte die Geschäftsräume in das Elternhaus (Burgstraße 36), zog aber dann 1929 in das Haus Kißl (Burgstraße 40). In diesem Jahr erhielten die Distriktsparkassen die neue Bezeichnung „Bezirkssparkasse“, nachdem durch das neue Selbstverwaltungsgesetz diese Änderung auch für die bisherigen Distrikte galt.

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1929 zog die "Distriktsparkassa" in das Kißl-Haus mit der neuen Bezeichnung "Betirkssparkasse". - Vergrößern durch Anklicken!

Die Neubauplanung in Bogen 1935 fiel zusammen mit der Neuordnung des Kreditwesens. Dadurch verlor Mitterfels seine Selbständigkeit, obwohl es in den Jahren zuvor durch die Gründung von Zweigstellen in Stallwang, Wiesenfelden, Saulburg, Neukirchen und Englmar seine Leistungsfähigkeit bewiesen hatte. Mitterfels wurde Hauptzweigstelle der Bezirkssparkasse Bogen unter der Leitung von Johann Hollmer. (Über die Nachkriegsentwicklung 1845 siehe Kapitel 67).


>>> Otto Wartners Aufsätze im Mitterfelser Magazin: Zum Öffnen Thema anklicken!

[Sparkasse Mitterfels - 10 Jahre älter als bisher bekannt (MM 1/1995)]

[150 Jahre Sparkasse Mitterfels (MM 14/2008)] 

 

 

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