Das Team (v. l.): Andreas Liebl ist Bürgermeister von Mitterfels, Konrad Feldmeier ist Bauhofleiter, Alois Breu ist ehemaliger Bauhofleiter, Christian Irlbeck, Christian Falter, Jürgen Hagner und Hassan Shabo (nicht auf dem Bild) sind weitere Mitarbeiter und Helmut Stumhofer ist Hausmeister. – Foto: Isabella Rutherford
… gibt es manch untypische Aufgabe für die Bauhofmitarbeiter – aber:
im Team meistern sie die Herausforderungen.
Im Landkreis sind sie für das Gesamterscheinungsbild der Kommunen zuständig, übernehmen Aufgaben der Sicherheit und Instandsetzung, sei es mit den Räumdiensten im Winter oder mit Kontrollen von öffentlichen Plätzen, Gebäuden und Spielplätzen. In fast jeder Gemeinde im Landkreis gibt es einen davon: einen Bauhof. Oft ungesehen und mehr im Hintergrund aktiv, möchten wir in unserer Bauhofserie die Mitarbeiter mit ihren Ansichten und Erlebnissen vorstellen.
Mitterfels. So ganz konventionell geht es laut Leiter Konrad Feldmeier auf seinem Bauhof in Mitterfels nicht zu. Zwar seien seine Mitarbeiter mit unterschiedlichen Aufgaben betraut, doch seien diese stets abhängig von der jeweiligen Gemeinde und damit nicht überall gleich. „Es wird wohl nicht viele Bauhofarbeiter geben, die sagen können, sie haben schon mal ein Freibad mit Schwimmerbecken zerlegt“, sagt Feldmeier belustigt. Denn derzeit seien seine Mitarbeiter mit dem Rückbau des Freibads beschäftigt. „Solche Aufgaben sind etwas ganz Spezielles und nicht alltäglich.“
Lieblingsaufgaben und „Schichtwechsel“
Genau diese Dinge seien es, in denen sich die Mitarbeiter am liebsten wiederfinden: neue Herausforderungen. So wurde auch schon mal eine Gaststätte in einen Kindergarten mit Kinderkrippe umgebaut oder eine Hotelanlage mit vollmöblierten Appartements in einen sozialen Wohnungsbau verwandelt.
Dabei ist das Team mit unterschiedlichen „Lieblingsaufgaben“ perfekt zusammengestellt: Christian Falter mag zum Beispiel Baggerfahren recht gern und alle Arbeiten, „die richtig viel Lärm und Staub machen“, Christian Falter kümmert sich indes um die Maschinen und deren Instandhaltung und Hassan Shabo ist „der Mann für alle Fälle“, ein Allrounder, der mit der Bewältigung unterschiedlicher Aufgaben seine Freude hat.
„Wir in Mitterfels versuchen auch, unseren Beitrag für die Inklusion zu leisten“, sagt Feldmeier. Am Aktionstag „Schichtwechsel“ tauscht ein Bauhofmitarbeiter einen Tag lang den Arbeitsplatz mit einem Mitarbeiter der Bruder-Konrad-Werkstätte im Ort. „Das ist immer eine tolle Erfahrung auf beiden Seiten.“ Außerdem gebe es derzeit Gespräche, ob ein Mitarbeiter der Werkstätte am Bauhof im Rahmen eines Außenarbeitsplatzes beschäftigt werden kann.
Doch selbst bei diesen Voraussetzungen sei nicht immer alles rosig bei der Arbeit, gesteht der Leiter. „Da gibt es schon mal Leute, die sich über den Winterdienst beschweren, obwohl es noch nicht mal nach Schnee aussieht“, erzählt er. Auch erlebe er immer wieder, dass manche Bürger frühmorgens sogar am Privatanschluss anrufen und sich beispielsweise nach einem Gewitter über Laub oder Äste auf der Straße beklagen. Dabei gehe der Bauhof lediglich nach Priorität bei so einer Situation vor.
Manchmal Beschwerden, manchmal brenzlig
Besonders im Winter kann es dabei auch schon mal zu gefährlichen Situationen kommen: „Vor ein paar Jahren bin ich beim Winterdienst mit dem Lastwagen in den Löschweiher gerutscht. Das Fahrzeug wäre beinahe umgekippt“, erzählt Christian Irlbeck von einem Erlebnis, das ihm in Erinnerung geblieben ist – und bleiben wird.
Doch selbst der Bauhofleiter kann auf so manche Geschichte zurückblicken: „In meinem ersten Jahr vor nunmehr 18 Jahren ist mir tatsächlich in einem unglücklichen Versehen der Bagger in ein Regenrückhaltebecken gefallen und er lag auf dem Dach.“
Derartige Eindrücke trübten allerdings nicht die Zufriedenheit der Mitarbeiter in ihrem Beruf, sondern stärkten vielmehr die Aufmerksamkeit und das Gemeinschaftsgefühl. Laut Feldmeier ist das Verhältnis im Team freundschaftlich. Nur so könne auch manchmal über einiges zusammen gelacht werden: „Einmal haben sich zwei direkte Nachbarn unabhängig voneinander am selben Tag über den Winterdienst beschwert. Der eine meinte, wir räumen zu spät, der andere, wir räumen zu früh und zu laut. Was sollen wir da machen?“, erzählt Feldmeier und lacht.
Isabella Rutherford/BOG Zeitung vom 21. Juli 2026 (Gen. der Lokalredaktion)
