Den Mitterfelsern die Heimat nähergebracht

Brgermedaille an AB

Freude bei Alois Bernkopf (Mitte) über die Verleihung der Mitterfelser Bürgermedaille durch Bürgermeister Heinrich Stenzel (links). Rechts Laudator Franz Tosch. Foto: Elisabeth Röhn

Alois Bernkopf mit der Bürgermedaille ausgezeichnet – Großes Vorbild


Mitterfels. (erö) Mit einem Ehrenabend ist Alois Bernkopf für sein großes Engagement im Bereich des Ehrenamtes mit der Bürgermedaille des Marktes Mitterfels ausgezeichnet worden. Bernkopf habe Werte wie Gemeinschaftssinn, Fairness, Toleranz, Selbstdisziplin bewahrt und auch als Lehrer weitergegeben. „Damit ist Alois Bernkopf ein großes Vorbild für viele Bürgerinnen und Bürger“, betonte Bürgermeister Heinrich Stenzel. Weitere Träger der Bürgermedaille sind Adolf Pöschl sowie die bereits verstorbenen Otto Wartner und Otto Kolmsee.

Stenzel würdigte die Verdienste Bernkopfs, der 1978 als Grundschullehrer nach Mitterfels kam und von 1990 bis 1996 Mitglied im Marktgemeinderat war: Sein Interesse an der geschichtlichen Entwicklung von Mitterfels sei enorm gewesen. Bernkopf habe unermüdlich geforscht, habe Publikationen geschrieben und sich mit seinem umfangreichen Wissen beim Arbeitskreis Heimatgeschichte eingebracht.

Sportlich sehr aktiv

Auch im Sport sei Bernkopf sehr aktiv gewesen: Er habe den TSV-Breitensport geleitet, habe Langlaufkurse gehalten, das Nordic Walking in Mitterfels eingeführt, einen Flyer erstellt und NW-Wege durch das Perlbachtal ausgeschildert. Ein weiteres Anliegen Bernkopfs sei der Naturschutz gewesen. So habe er die Bekämpfung des Springkrautes im Bachtal initiiert und selbst mit Hand angelegt. Viele dieser Tätigkeiten habe Bernkopf neben seinem Beruf ausgeübt und dafür viel Freizeit geopfert. „Man kann dein Wirken nicht in Worte fassen“, meinte Stenzel abschließend.

„Man müsste zwei Leben nebeneinander haben“, zitierte Laudator Franz Tosch seinen Freund Alois Bernkopf. In ein „Loch“ sei Alois im Ruhestand nicht gefallen. Er habe beim Breitensport Gruppen zum Schwitzen gebracht, die Wanderer bei den Mitterfelser Grenzgängen durch Brombeergebüsch und Brennnesselfelder geführt und nebenbei noch einen Exkurs in die Geschichte der bayerischen Gemeindebildung und die Veränderungen durch die Gebietsreform gemacht. Dazu seien großes geschichtliches Interesse und die Liebe zu seiner neuen Heimat gekommen.

Tosch blickte zurück auf den Lebensweg von Bernkopf: geboren 1937 in Dunkeltal im böhmischen Teil des Riesengebirges, Vertreibung und später Schulbesuch in Oberalteich, Steinach, Zinzenzell und Straubing am Deutschen Gymnasium.

Faschingszug gegründet

Nach dem Studium in Regensburg erfolgte 1962 die Anstellung als Lehrer in Elisabethszell, dann Lehrertätigkeit in Haselbach, wo Bernkopf schnell ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen übernahm und unter anderem 1970 den Haselbacher Faschingszug mit Schülern, Lehrern und Helfern gründete. Nach der Schulreform 1969 bis zum Ruhestand 2002 sei Bernkopf als Lehrer an der Volksschule Mitterfels-Haselbach tätig gewesen, wo er nicht nur unterrichtete, sondern sich auch im Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrer-Verband engagierte. Nicht zu vergessen seine Tätigkeiten bei überörtlichen Belangen wie dem Erstellen der Radwegekarte des Landkreises, als Prüfer für Sportabzeichen, als Mitglied im Kultur- und Presseausschuss des Bayerwald-Hauptvereins, als Gründungsmitglied des AK Heimatgeschichte Mitterfels und seit 1994 als Autor des Mitterfelser Magazins.

Aufwendige Forschungen

Knapp 100 Beiträge von Bernkopf seien darin zu finden über Wanderungen durch die geologisch interessante Umgebung von Mitterfels, Erinnerungen an die Zeit als Flüchtlingskind, kunsthistorische Erkenntnisse oder den KZ-Todesmarsch durch Mitterfels. Aus Bernkopfs Feder stammten aufwendige Nachforschungen über die Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. „Bernkopf hat Mitterfels den Mitterfelsern und vielen anderen bekannter gemacht“, erklärte Tosch.

Auch Bernkopf blickte zurück auf einige „Bezugspunkte zu 42 Jahren in Mitterfels“: auf Botengänge von Gschwendt zur Apotheke nach Mitterfels als erst Neunjähriger, auf den Besuch eines Heimattreffens in Hunderdorf, damals von Zinzenzell aus, als es in Mitterfels die meisten Flüchtlinge im Landkreis gab, oder die Frühwanderung im Perlbachtal mit seiner späteren Frau und ein eisiges Bad im Mitterfelser Waldbad. Die Lehrerstelle in Mitterfels sei ein begehrter Posten gewesen, aber vorher habe er in Haselbach bis zu 54 Schüler in einer Klasse unterrichtet, erzählte Bernkopf.

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