Schnappschuss im Schloss Bellevue: Wolfgang Zirngibl zusammen mit Frank-Walter Steinmeier und dessen Frau Elke Büdenbender (v. l.). Foto: privat
Wolfgang Zirngibl war zu Frank-Walter Steinmeier ins Schloss Bellevue eingeladen.
Was man mit dem Bundespräsidenten bespricht – und warum er beinahe abgesagt hätte.
Die Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Schloss Bellevue kam schon im Dezember per Mail. „Ich hab erst gedacht, dass das eine Fake-Einladung ist“, sagt Wolfgang Zirngibl, der seit 36 Jahren Bürgermeister der Gemeinde Ascha ist. Und so sagte er erst mal ab. Eine Projektleiterin habe ihn dann noch mal telefonisch kontaktiert und ihn davon überzeugt, dass die Einladung echt sei. „Ich hab mich dann doch angemeldet. Und dann kam die große, goldene Karte vom Bundespräsidenten“, sagt Zirngibl. Die Eintrittskarte ins Schloss Bellevue.
Diesen Montag und Dienstag war es nun so weit, und es ging für Zirngibl nach Berlin – zehn Stunden dauerten die An- und Abreise mit der Deutschen Bahn jeweils. Doch es scheint sich gelohnt zu haben. „Für einen Landbürgermeister wie mich war das schon beeindruckend“, sagt er am Mittwoch wieder daheim in Ascha.
Flammkuchen, Fleischspieße und Shrimps
Zwei Tage dauerte die Veranstaltung für 100 ehrenamtliche Bürgermeister aus ganz Deutschland, die Steinmeier zusammen mit der gemeinnützigen Körber-Stiftung organisierte. Am Montag gab es eine Konferenz zum Thema Kommunalpolitik, am Dienstag folgte der Empfang im Schloss Bellevue.
Da bekomme man schon leichte Gänsehaut, wenn der Zeremonienmeister sagt: „Jetzt kommt der Präsident der Bundesrepublik Deutschland“ – und dann komme Steinmeier herein „und steht nur drei Meter von dir entfernt“, sagt Zirngibl. In seiner Rede habe der Bundespräsident gesagt, wie wichtig Kommunalpolitik und Ehrenamt für die Demokratie seien. „Wir sind gar nicht so gut, wie er gesagt hat“, meint Zirngibl zu dem ganzen Lob.
Steinmeier selbst beschreibt er als „Lichtgestalt“. „Der hat schon eine Ausstrahlung.“ Der Bundespräsident würde nicht einfach so daherreden, sondern alles auf den Punkt bringen.Beim anschließenden Empfang traf er Steinmeier dann persönlich. Der Bundespräsident habe sich vier, fünf Minuten für ihn Zeit genommen, sagt er. Was man da so bespricht? „Dass ich aus Bayern komme und sehr beeindruckt von seiner Rede bin“, sagt Zirngibl. Für ihn sei es überwältigend gewesen, dass ein Bundespräsident sich für die „niedrigen Kommunalpolitiker“ so viel Zeit nehme.
Auch der Austausch mit den anderen Bürgermeistern sei spannend gewesen, sagt Zirngibl. Aufgefallen sei ihm, dass es Kommunalpolitiker in Bayern besser hätten als in vielen anderen Bundesländern. Dort dürften sie nicht so viel entscheiden, vieles werde dort von den Bundesländern von oben herab bestimmt.
Doch was gab es nun beim Empfang zu essen? Ganz dünne Flammkuchen, Fleischspieße und Shrimps habe es gegeben. „Also koan Schweinebraten.“ Das Essen sei aber ohnehin eher nebensächlich gewesen. Es habe ihn beeindruckt, wie viele Angestellte, alle in Schwarz gekleidet und „super freundlich“, sich um die Gäste gekümmert hätten, sagt Zirngibl.
Natascha Probst/BOG Zeitung vom 5. März 2026 (Gen. der Lokalredaktion)
