Bayern ab ins BR-Reservat

volksmusik ins ghetto w

Autsch. Da ist der Bayerische Rundfunk jetzt aber schön ins eigene Fangeisen getreten. Das Pro- gramm Bayern 1 soll künftig von Volksmusik gesäubert werden, denn ...

 

... ein Sender von Weltrang darf nicht volkstümlich, regional oder gar provinziell klingen. Dafür hat die „Kulturanstalt“ BR nicht so viele Preußen eingestellt, dass dann konservative bayerische Töne zu hören sind, wie Blasmusik! Der BR hat immerhin für alternde und schrumpfende Eingeborene extra ein Getto im Digitalradio eingerichtet, den „Heimatkanal“. Weg von der echten Welt und moderner Kultur, wo Bayerisches nur Rock und Pop stört. Aber 24 Stunden nur Heimat hilft den Alten beim Aussterben. Vom Verjüngungs- Fiasko des Musikantenstadls nichts gelernt!

Diese undankbaren Heimat-Musikanten haben aber davon den Kanal voll. Aus Protest spielen alte wie junge Volksmusikfreunde den Programm-Reinigern den Landler auf und blasen dem BR den Marsch. In Niederbayern baut Freyung gerade erst eine Volksmusik-Akademie auf. Nicht zum nostalgischen Rentner-Einschläfern, sondern weil eigenes Singen und Musizieren auf alte Art und moderne Weise vor allem bei jungen Leuten in Bayern wieder großen Anklang findet – als Kontrastprogramm zur Globalisierung. Das weiß aber der BR nicht, denn der kennt nur sein Ostbayern-Nischenstudio in Regensburg, das dem in Franken unterstellt ist und keine eigenen TV- Sendungen machen darf. Da läuft Niederbayern nur hinten mit.

Dass Kommunen und Sponsoren am Land viel Geld zusammenkratzen, um Musikschulen, Blaskapellen und Stubenmusi-Gruppen erhalten zu können, kann der BR nicht wissen, weil für seine arroganten Bosse ja Bayern nur aus München und Nürnberg besteht; Sendungen „von draußen im Lande“ verursachen da nur Fahrtkosten. Wie oft berichtet der BR vom Freilichtmuseum Gleintleiten und wie oft von dem in Massing oder Finsterau? Das ist aber in der BR-Politik nicht anders. Was interessieren in München Probleme an der tschechisch-bayerischen Grenze? Da plappert man lieber ewig mit den gleichen bewährten Ahnungslosen über gleiche Griechen-, Ukraine- und Flüchtlingskrisen als über Themen vor der Haustüre.

So ähnlich wie mit mehr Sendezeit für Volks- und Blasmusik hat man auch in Amerika die Indianer ins Reservat gelockt: Euer Land gehört jetzt den Weißen, das ist ja nicht eure Kultur, im Reservat wird nicht auf euch geschossen, Essen kriegt ihr satt, Kriegstänze dürft ihr für Touristen aufführen, dazu gibt es Feuerwasser gratis. Der Landesbund für Heimatpflege und einige Musikkapellen sind darauf hereingefallen. Bezirks-Häuptlinge, Heimatpfleger und Volksmusikanten haben zu spät das drohende Reservat gewittert. Aber jetzt haben sie ihre Kriegsbeile ausgegraben. Die surren dem Intendanten um die Ohren. Da ist auch Musik drin!

Quelle: Hannes Burger

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