Meteorologie
Wetterrückblick Mai 2015. Nur neun warme Tage im Mai
Grün in unzähligen Schattierungen ist auf diesem Blick zum Hirschenstein zu sehen. (Foto: Martin Bohmann)
Wechselhafter Monatsbeginn und kühles Monatsende – Regenmengen durchschnittlich
Straubing-Bogen. Zu Beginn des vergangenen Monats herrschte zunächst tiefer Luftdruck – zahlreiche Niederschläge mit Regenmengen von rund 30 Litern pro Quadratmeter waren die Folge. Nach einigen wärmeren Frühlingstagen wurde es ab dem 20. Mai dann noch einmal deutlich kühler. Noch in der Nacht auf den 28. Mai wurde in der Wetterstation Eggerszell eine Temperatur von nur 3,4 Grad Celsius gemessen.
In den ersten sieben Tagen im Mai herrschte in Ostbayern durchwegs tiefer Luftdruck mit jeweils häufigen Niederschlägen. Zum einen nahmen in den ersten Tagen des Monats Tiefdruckkomplexe südwestlich der Britischen Inseln Einfluss auf unser Wetter. Zum anderen lenkte im weiteren Verlauf vom 5. bis zum 7. Mai ein Mittelmeertief Feuchtigkeit über die Alpen und brachte verbreitet in Südostbayern teils kräftige Regenfälle. Am 6. Mai registrierte die Wetterstation Eggerszell durch ganztägig anhaltende Regenfälle exakt 30,0 Liter Regen auf dem Quadratmeter – dies war nicht nur der niederschlagsreichste Tag des Monats, sondern gleichzeitig auch der bisher nasseste Tag des kompletten Jahres. Einen noch niederschlagsreicheren Tag gab es zuletzt am 26.8.2014, als 41 Liter Regen auf dem Quadratmeter fielen. Seit beinahe neun Monaten regnete es somit an einem einzelnen Tag keine so große Menge mehr wie am 6. Mai.
Erste Maiwoche auffallend nass
Das Wetter präsentierte sich somit in der ersten Maiwoche häufig wechselhaft, mit insgesamt 52,2 Millimetern Regen war es auffallend nass. Temperaturtechnisch gab es in den ersten Tagen des Monats große Differenzen. Unter einer nordwestlichen Höhenströmung erreichte die Höchsttemperatur am 1. Mai nur 9,8 Grad Celsius. Nur vier Tage später konnte die Wetterstation Eggerszell – bei vorübergehend viel Sonnenschein – den Monatshöchstwert von 24,1 Grad Celsius aufzeichnen, da für kurze Zeit im Vorfeld eines Tiefdruckgebietes über Nordengland sehr warme Luft tief aus dem Süden nach Mitteleuropa einfließen konnte. Ab dem 8. Mai beruhigte sich die Wetterlage deutlich, da Mitteleuropa zunehmend in den Einfluss von Hochdruckgebieten gelangte. Vom 10. bis zum 13. Mai herrschte sogar traumhaftes Frühsommerwetter mit jeweils viel Sonnenschein und angenehm warmen Höchstwerten von jeweils 20 bis 23 Grad Celsius. Der Zeitraum vom 8. bis zum 18. Mai verlief unter Hochdruckeinfluss mit einer Regenmenge von 3,8 Millimetern äußert niederschlagsarm und temperaturtechnisch betrachtet lag das Temperaturniveau im Schnitt etwa ein Grad Celsius über denen des langjährigen Mittels, da aus Südwesten oft warme Luftmassen nach Süddeutschland einflossen.
Durch Annäherung eines Tiefdrucksystems aus Nordwesteuropa gelangten ab dem 19. Mai deutlich kühlere Luftmassen in die Region. An der privat betriebenen Wetterstation in Eggerszell regnete es am 19. und 20. Mai insgesamt 32,2 Millimeter auf dem Quadratmeter.
Nach Frühlingsintermezzo wieder kühler
Während die erste Monatshälfte im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten zu mild ausfiel, sorgten kühlere Nordwestwetterlagen besonders ab dem 20. Mai für insgesamt deutlich zu kühles Wetter. Aus Nordwesten näherte sich auf der Rückseite eines Tiefs stetig kühle Meeresluft. Es folgten Tage mit Durchschnittswerten von nur mehr 11 Grad Celsius. Im Vergleich zu den Normalwerten schloss dieser Zeitraum um satte 2,5 Grad Celsius zu kalt ab.
Die tiefste Temperatur des Monats mit 3,4 Grad Celsius wurde unter sternenklarem Himmel erst in der Nacht auf den 28. Mai verzeichnet. In einigen Tälern des Bayerischen Waldes gab es in dieser Nacht sogar nochmals leichten Luftfrost. Das Wetter präsentierte sich dazu gegen Monatsende überwiegend wechselhaft mit jeweils einigen Wolkenfeldern und etwas Sonne. Die gelegentlichen Schauer fielen allerdings beachtlich unergiebig aus. Die leichten Regenschauer und Regenfälle in den letzten zehn Tagen des Monats brachten insgesamt nur mickrige 3,4 Liter Regen auf dem Quadratmeter zustande.
Aufgrund des sehr kühlen Abschnitts ab dem 20. Mai verzeichnete die Wetterstation Eggerszell – verglichen mit den bisherigen Durchschnittswerten seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 2007 – eine leicht negative Temperaturabweichung. Mit einer mittleren Temperatur von 12,7 Grad Celsius war es um 0,8 Grad Celsius kühler als normalerweise. Den kältesten Tag des Monats gab es gleich am 1. Mai mit einem Tagesmittelwert von nur 8,0 Grad Celsius und einem einstelligen Temperaturmaximum von 9,8 Grad Celsius.
Für einen Sommertag reichte es noch nicht
An insgesamt neun Tagen des Monats konnte ein meteorologischer warmer Tag mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad verzeichnet werden. Für einen Sommertag mit über 25 Grad Celsius reichte es allerdings im kompletten Monat in Eggerszell nicht aus.
Die Gesamtregenmenge im Mai lag mit 91,6 Millimetern exakt im durchschnittlichen Bereich. Messbare Niederschläge gab es dabei an insgesamt 15 Tagen. Die stärkste Windböe trat in Eggerszell am 13. Mai mit einer Geschwindigkeit von 41,8 Stundenkilometern auf, die Durchschnittswindgeschwindigkeit betrug 6,4 Stundenkilometer. Mit 166 Sonnenstunden in Straubing gab es insgesamt 44 Stunden weniger Sonnenschein als im langjährigen Mittel.
Quelle: Martin Bohmann, in: Bogener Zeitung vom 8. Juni 2015 (zeitversetzte Übernahme des Beitrages aufgrund einer 14-tägigen Sperrfrist)
Info: Unter www.wetter-eggerszell.de können Wetterprognosen und auch sämtliche Wetterdaten wie Windstärke, Sonnenstunden und Niederschlag tagesaktuell abgerufen werden.
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