Erste „Landkreistour“ der Grünen

2022 07 11 Landkreistour der Gruenen mit E Vogl

Franz Reiner und Elisabeth Vogl, Vorsitzende AK Heimatgeschichte Mitterfels, (2. u. 3. v. r.) beim offiziellen Auftakt der „Landkreistour“ vor dem Mühlenmuseum in Haibach. Foto: Elisabeth Röhn – Vergrößern durch Anklicken!

Es ging auf Spurensuche ins Mühlenmuseum und zur Burgruine Haibach

„Landkreistour“ heißt die neue Veranstaltung, die der Grünen-Kreisverband Straubing-Bogen ins Leben gerufen hat. Angeboten werden ...

... Spaziergänge und kleine Wanderungen in ökologisch, historisch und kulturell interessanten Orten, die von Referenten und Experten sachkundig begleitet werden. Die Auftaktveranstaltung fand jetzt in Haibach statt, wo die Historikerin und Archäologin Elisabeth Vogl und der Mühlenexperte Franz Reiner das Mühlenmuseum an der Menach bei Haibach und die Burgruine Haibach auf dem Hofberg besuchten.

Kreisvorsitzende Miriam Baumgartner freute sich über zahlreiche Teilnehmer, die bis aus Windberg, Kirchroth und Steinach gekommen waren. Franz Reiner, Vorsitzender des Trachtenvereins Haibach und des Fördervereins zum Erhalt der Burgruine Haibach, ist auch der Initiator des Mühlenmuseums an der Menach. Er erläuterte den Werdegang des Hauses direkt am Radwanderweg, wo jetzt wieder ein Mühlenrad klappert. Das Gebäude sei neu, die Inneneinrichtung aus dem 17. Jahrhundert stamme aus der ehemaligen Frommrieder Mühle bei Haselbach.

Nach Abriss die Teile zehn Jahre gelagert

Nach dem Abriss 2003/2004 habe der Verein die Teile zehn Jahre lang gelagert, bis 20013 gebaut werden konnte. Für das EU-Projekt sei als Partner ein Verein aus Tschechien gewählt worden, alle Infotafeln seien daher zweisprachig in Deutsch und Tschechisch verfasst. 2016 ist die Mühle fertiggestellt worden und bietet neben einer komplett funktionierenden Mühle mit Wasserrad auf drei Stockwerken ein interessantes Innenleben. Auch an einen Informationsraum mit Videos über Mühlen hat Reiner gedacht. Die Infotafeln hat die Historikerin Elisabeth Vogl verfasst und gestaltet.

Entlang der Menach, die bei Konzell entspringt, haben auf 24 Kilometern 17 Mühlen gestanden, von denen kaum noch eine zu finden ist, berichtete Reiner. (Der AK Heimatgeschichte Mitterfels hat in den Mitterfelser Magazinen ab Nr. 4/1998 über alle Mühlen berichtet.) Er führte die Besucher vom Keller bis zum Dachboden, ließ das Mühlenwerk laufen und erläuterte die Kunst des Mahlens zu Mehl, Grieß, Dunst und Schrot. Der gelernte Eisenbahner hat sich so im Laufe der Jahre zu einem Mühlenexperten entwickelt. Er habe für seine Verdienste um den Heimatschutz die Denkmalschutzmedaille erhalten, erinnerte Vogl.

Nach einem steilen Aufstieg zum Hofberg fanden sich die Tourengänger vor der Schlossruine ein, die der Förderverein Burgruine Haibach 1986 vor dem Verfall rettete. Das Schloss war im 12. Jahrhundert Stammsitz der Haibecken von Haibach, machtvolle Ministerialen der Grafen von Bogen. Sie starben 1515 aus, berichtete Vogl. Gut 100 Jahre später verfiel das Schloss, wurde neu gebaut durch Albrecht von Findelstein und brannte 1632 ab. Im späten 17. Jahrhundert erwarben es die Herren von Ossing, von denen es zu Ausgang des 18. Jahrhunderts an die Freiherrn von Leoprechting gelangte. Heute gehört der gesamte Schlossberg der Landwirtsfamilie Feldmeier. Hier werden jetzt Feste wie Sonnwendfeuer oder Theateraufführungen veranstaltet.

Der Raubritter Ossinger und der Teufel

Reiner erzählte vom Raubritter Ossinger, den der Teufel geholt haben soll, vom Trinkwasser, das mühevoll vom Tal heraufgetragen werden musste, und wies auf das Scherghaus am Ortsrand von Haibach hin, wo früher die Wachleute stationiert waren.

In dem steinernen Gebäude auf dem Burggelände, das von der Familie Feldmeier früher als Stall genutzt wurde, befindet sich heute ein kleines Heimatmuseum. Möbel aus alter Zeit, Schulbänke, Geschirr und Bücher, darunter ein Telefonbuch von 1946 mit Nummern aus ganz Bayern sind dort zu finden. Besucht werden kann dieses kleine Museum nur nach Voranmeldung.

Ergänzung: Da die Mitterfelser Magazine, in denen die Mühlen an der Menach beschrieben wurden, zumeist vergriffen sind, wurden die Beiträge auf der Webseite des AK Heimatgeschichte online gestellt. Hier der Link zur Mühlenübersicht:

http://ak-heimatgeschichte.mitterfels-online.de/joomla/index.php/104-publikationen-des-ak-heimatgeschichte-mitterfels-ev/mitterfelser-magazin-publikation-ak-heimatgeschichte-mitterfels-ev/449-muehlen-an-der-menach-um-mitterfels

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