800 Jahre Stadtgeschichte aus der Vogelperspektive

SR KalenderStraubing aus der Luft von Herbert Stolz: das Foto für den Monat April.

Strau­bing aus der Luft: neu­er Ka­len­der mit Fo­tos von Her­bert Stolz

 

Der neue Kalender „Straubing aus der Luft 2018“ beinhaltet mit dem Titelbild dreizehn exzellent konzipierte Fotos aus der Luft von Herbert Stolz: die plan gelegte achthundertjährige Stadt Straubing aus der Vogelperspektive, ein urbaner Lebens- und Wunschraum. Die 1218 von dem Wittelsbacher Herzog Ludwig I., auch der Kelheimer genannt, gegründete Neustadt auf einer natürlich gewachsenen Plattform über der Donauaue ist wohl aus politischen und wirtschaftlichen Gründen ein bewusst und gewollt vollzogener Neugründungsakt: Mitten in einer der fruchtbarsten Gegenden Bayerns, am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Fernstraßen, gegen den mächtigen Regensburger Bischof im Westen und den möglichen Ansprüchen der Grafen von Bogen im Osten. Das Gebiet der Neustadtgründung gehört aber Ludwig nicht, es ist im Besitz der Augsburger Domherren. Stadtherr ist der Wittelsbacher-Herzog, Grundherr ist das Augsburger Domkapitel, zwischen beiden Mächten versucht sich die neue städtische Bürgerschaft zu behaupten. Das führt natürlich zu dauernden Konflikten, die erst 1535 beigelegt werden konnten. Der Bogener Graf Albert stirbt, Ludwig ehelicht seine Witwe, erwirbt das Vogtrecht, arrangiert sich einigermaßen mit dem Augsburger Domkapitel und treibt mit großer Verve den weiteren Ausbau seiner neuen Stadt voran.

Als Zeitzeuge der Straubinger Stadtgründung erweist sich der Niederalteicher Abt Hermann, der in seinen Annales unter dem Jahr 1218 aufschreibt: Ludwicus dux oppidum in Strubing construere coepit, d.h. Herzog Ludwig beginnt in Straubing eine befestigte Stadt zu errichten. Ein weiteres Indiz ist im Windberger Chorbuch aus dem 13. und 14. Jahrhundert zu finden: Item anno domini MCCXVIII constructa est nova Strubinga, d.i. ebenso im Jahre des Herren 1218 wurde das neue Straubing erbaut. Ludwig ist da 45 Jahre alt. Die achthundertjährige Stadtkonzeption der Neuen Stadt Strupinga ist aus den Luftbildern von Herbert Stolz noch klar ersichtlich: die sich wie ein leicht gebogener Schlauch durch die Innenstadt ziehende marktbeherrschend erkennbare Platzstruktur, geteilt durch den mächtigen Stadtturm. Ferner die sich radial von beiden Plätzen nach Norden und Süden verlaufenden Gassen, die umwehrenden Stadtgräben sind ebenso augenscheinlich wie im Kern noch erhaltene Häuserpartien im urbanen Bereich. Gründungsbild kaum verändert Alle in späteren Jahrhunderten hinzukommenden Veränderungen an Häusern, Plätzen, Gassen und Straßen in der Kommune Straubing, können ihr ursprünglich gesamtheitliches Gründungsbild kaum verändern. Ihr Kern ist bis heute erhalten. Heute weiß man längst, es wohnen mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Der Zuzug von Menschen in die „Urbs“ hält unvermindert an, ländliche Bereiche drohen auszubluten.

Herbert Stolz zeigt in seinen farbigen Kalenderbildern reale Ausschnitte einer lebendigen Kommune, die es über Jahrhunderte verstanden hat, ihre Stadt in ihren Grundstrukturen liebenswert zu erhalten und den Ansprüchen einer modernen digitalen Gesellschaft gerecht zu werden. Es wird viel gebaut in Straubing, mit Sorgfalt sind neue Bauareale gesucht und bestimmt worden. Sehenswerte hochwertig qualitativ ausgewählte Blickpunkte der „urbs Straubingae 2018“ bieten die 13 Kalenderblätter von Herbert Stolz. Das Titelbild zeigt uns den Oberen Thorplatz, Theresien-und Ludwigsplatz, die Jesuitenkirche, Basilika minor St. Jakob und St. Tiburtius, den Stadtturm, St. Veit und Wasserturm, das Altwasser und den Donaubogen mit Schlossbrücke und die Vorstadt Gstütt, Teile der Altstadt mit St. Peter und Klinikum. Im Hintergrund erkennen wir die Agnes-Bernauer-Brücke mit den Höhenzügen des Vorderen Bayerischen Waldes. Das Januar-Bild beherrschen die Kirche von St. Jakob und der Stadtturm. Kopp- und Ottogasse mit ihren teils modernen Häuserzügen und Bedachungen sowie mit einem Teil des westlichen Theresienplatzes können im Februar-Bild bewundert werden. Es folgen im März-Bild Bildausschnitte vom südlichen Stadtgraben, das April-Foto fasst den gesamten Kern der Neustadt mit den wesentlichen alten adeligen Patrizierhäusern und sakralen Bauten zusammen. Das Areal um den Viktualienmarkt, die Passauer Straße, die mächtigen Komplexe der Schulen für Körperbehinderte und der Ursulinen-Schulstiftung kommen im Mai-Foto zum Tragen. Genaues Hinsehen erfordert das Juni-Bild mit seinen verwirrenden Dächerkomplexen der nördlichen Seitenstraßen der Neustadt. Einen interessanten Einblick gewährt das Juli-Foto mit Uferbereichen der an Straubing vorbeifließenden Donau. Im August-Foto spiegelt sich das Gäubodenvolksfest auf der Hagenwiese und gewährt zudem noch einen Blick auf die Donau und die nördliche Vorwaldebene. In früher Abendstimmung liegt das September-Bild mit dicht gedrängten Häuserzeilen rings um den Stadtturm und den Jakobsturm. Das Quartier für pflegebedürftige Menschen der Barmherzigen Brüder an der Äußeren Passauer Straße ist im Oktober-Bild zu erkennen. Aus buntem Herbstlaub lugen die Wallfahrtskirche Frauenbrünnl „zu unserer lieben Frau“, Parkwege und Einfamilienhäuser im November-Foto. Das Winterbild im Dezember zeigt uns verschneite Hausdächer in der Albrechts- und Burggasse sowie Häuserfassaden des östlichen Ludwigsplatzes und das Untere Thor. Mit Sandtner-Modell vergleichen Der Betrachter der Luftbilder von Herbert Stolz wird zudem angeregt, sich im Gäubodenmuseum das Jakob-Sandtner-Modell der Stadt aus dem Jahr 1568 anzuschauen. Dann kann er vergleichen, was ist noch so, was hat sich verändert. Und immer wird er sich dann auch vor Augen halten, dass es Menschen waren, die in der Stadt gewohnt und gelebt, die unsere Stadt geformt, verdichtet, verändert und gestaltet haben. Sie beließen unsere Stadt in ihrer uralten Grundstruktur. Es waren Männer und Frauen, die bauten und bauen ließen, denen bewusst war, wie wichtig es ist, zu versuchen, in gewachsener Harmonie miteinander auszukommen, ein Leben in Freiheit, Freude und bejahender Zukunft zu gestalten.

Info

Der Kalender „Straubing aus der Luft 2018“ mit Fotografien von Herbert Stolz ist ab Montag, 6. November, in allen Buchhandlungen und im Leserservice des Straubinger Tagblatts am Ludwigsplatz, Telefon 09421/940-6700, zum Preis von 19,95 Euro erhältlich.

Quelle: Hans Vicari/BOG Zeitung vom 31. Oktober 2016 (Zeitversetzte Übernahme aufgrund einer 14-tägigen Sperrfrist.)

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