Offenes Singen in Hien-Sölde Mitterfels

Wilderer

Schwerpunkt „Wilderer und Räuber“

Im Rahmen der Aktion „Treffen in der Stubn“ in der Hien-Sölde bietet der Leiter der Beratungsstelle für Volksmusik, Franz Schötz, am Mittwoch, 22. März, um 19 Uhr ein offenes Singen in der Stubn für Jung und Alt an. Dann bilden Wilderer und Räuber den Schwerpunkt des Abends. Vom Jennerwein über Matthias Klostermayr, Räuber Kneissl bis hin zum Räuber Heigl reicht die Spannweite.

Für das einfache Volk war der Wilderer derjenige, der es wagte, sich gegen die Besitzungen und Mächtigen aufzulehnen. Er nahm sich, was ihm nach dem natürlichen Rechtsgefühl gehörte und wagte, was bei mehr Mut und Kraft ein jeder selbst gerne getan hätte. Viele von ihnen waren nicht nur Rebellen, sondern fühlten sich mit den Interessen der unterdrückten Bauern eng verbunden. Das Volk teilte die Verachtung der Wilderer gegen Gendarmen, Jäger und Richter, die Schergen der Obrigkeit. Denn dem Volk gehörte nichts, Grundbesitzer waren der Adel und die Herrscher, die alles edle Wild für sich beanspruchten. Doch es ging denen bei der Jagd nicht um den Braten, sondern um das lustvolle Tun. Die Jagd war auch eine Art Spiel. Die große Zahl von Jagdhunden wurde nicht im Schloss gehalten, sondern musste von den Bauern und Handwerkern versorgt werden. In den Revieren waren oft monatelang ganze Kompanien von Jägern unterwegs, die von der Bevölkerung untergebracht und verpflegt werden mussten. Diese hatte doppelten Schaden, weil ihr das Wild auch die Felder und Wiesen abäste.

Eine andere Wurzel für das Wildschützentum war die Sehnsucht nach Freizügigkeit und freier Bewegung. Noch einmal so stolz fühlt man sich, wenn man die Waffe über der Schulter trägt, man ist kein Bauer mehr, man ist ein Freier. Man erscheint kühn und interessant und ist vom Reiz der Gefahr umgeben. Die Mädchen träumen von so einem Burschen und verstecken sie vor den Gendarmen und Jägern in ihren Kammern. In der Wirtsstube wurden die vollbrachten Abenteuer lebhaft erzählt und ausgeschmückt. Der Abend ist kostenlos und für jedermann offen.

Elisabeth Röhn

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