50 Jahre Markt Mitterfels (1)

MM01 Titelbild

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Zur Zeit der Markterhebung sah Mitterfels (fast) immer noch so aus als 1957, dem Entstehungsjahr dieser Luftaufnahme. (Archiv Marktgemeinde)

Vom Dorf zum Markt

Wenn man bedenkt, dass Mitterfels seit mehr als 700 Jahren Sitz zentraler Behörden und Ämter war, die ...

... man sonst nur in Kreisstädten findet, kann man seine frühere Sonderstellung im nördlichen Landkreis Bogen verstehen. Nicht zuletzt hatte es auch einen guten Ruf als Sommerfrische und Fremdenverkehrsort. Erstaunlicherweise war es als Dorf geführt – auch wenn . . . auf manchen alten Ansichtskarten der Platz vor der St. Georgskirche nicht als Dorf-, sondern als Marktplatz bezeichnet wurde. Also: Nach dem Empfinden der Bevölkerung war Mitterfels mehr als ein Dorf. Dieses „Mia-san-Mitterfelser-Selbstbewusstsein“ kam in den Nachbardörfern aber nicht immer gut an.

MM03 Markttag 1910

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Bei Ansichtskarten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird der Platz an der Friedenseiche gelegentlich als Marktplatz bezeichnet. Die früher abgehaltenen Märkte (Ansicht von 1910) waren eher bescheiden. (Sammlung Reinhard Stolz, Mitterfels)

 

. . . lieber die Auszeichnung "Luftkurort"

Der ehemalige Gemeinderat Lohbauer stellte im Jahre 1953 den Antrag, Mitterfels möge sich offiziell um den Titel „Markt“ bewerben. Unglücklicherweise war gerade in den Jahren 1952/53 die Flut von Stadt- und Markterhebungen auf ihrem Höhepunkt angelangt. Der größere Teil der Gemeinderäte mit dem damaligen Bürgermeister Albert Dietl jun. an der Spitze hielt deswegen den Zeitpunkt für ungünstig, und so beschloss der Gemeinderat Mitterfels etwa im Frühjahr 1953, diesem Antrag seine Zustimmung zu versagen. Man wollte, wie Bürgermeister Dietl es im Gemeindeboten darlegte, lieber „mehr sein als scheinen“ und statt des Titels „Markt“ die Bezeichnung „Staatlich anerkannter Luftkurort“ zu erreichen versuchen.

Dieses sicherlich lohnende Ziel wurde 1957 erreicht: Mitterfels bekam vom Bayerischen Fachausschuss für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen das Prädikat „Luftkurort“ zuerkannt. Dieser Erfolg gab Auftrieb für weiteres fruchtbares Schaffen. Eine ganze Reihe von Verbesserungen und Erneuerungen auf fast allen Gebieten des öffentlichen Lebens in den Jahren danach legt Zeugnis dafür ab.

MM04 Luftkurort Mitterfels ca 1960

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Ansichtskarte "Luftkurort Mitterfels", um 1960 (Sammlung Christl Jakob, Mitterfels)

MM02 Wappen1957 genehmigte das Bayer. Staatsministerium des Innern auch ein Gemeinde-wappen, das wiederum von Franz Lohbauer angeregt und von Amtsgerichtsrat Dr. Fischer entworfen worden war.

Das Schwert im roten Schildhaupt ist Symbol für die alte Hochgerichtsstätte und dem seit 1332 nachweisbaren Sitz eines herzoglich bayerischen Landgerichts in Mitterfels. Die Feldfarbe Rot (Blutfarbe) verweist in der Heraldik auf Gericht und Landeshoheit. Die bayerischen Rauten im vorderen Feld erinnern an die Herrschaft der Grafen von Bogen bis 1242 und daran, dass deren Erbe einschließlich der Rauten im Wappen an das Haus Wittelsbach und das Land Bayern gelangte. Tanne und Hügel spielen auf die Topografie an: Mitterfels liegt auf einem bewaldeten Höhenrücken des Bayerischen Waldes. Mitterfels wurde 1968 zum Markt erhoben.

 

Neuer Gemeinderat 1966 - neue Anregung auf Beantragung des Titels "Markt"

Im Jahre 1966 wurde ein neuer Gemeinderat gewählt, zugleich ging aus der Wahl ein neuer Bürgermeister hervor. Sei es nun [Zitat Franz Wartner, der immer nah dran war am Geschehen der Gemeinde] dass die Rivalität zwischen den beiden fast gleichstarken „Fraktionen“ zu neuen Anstrengungen beflügelte oder sei es, dass eine deutliche Verjüngung des Gemeinderates es bewirkte: Das politische, gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben in Mitterfels erhielt neue, starke Impulse. Aus all dem schälte sich nach einiger Zeit immer deutlicher bei beiden Richtungen im Gemeinderat der Wunsch heraus, die Anregung aus dem Jahre 1953 nun doch in die Tat umzusetzen. Es bedurfte dann nur mehr einer knappen Andeutung durch Bürgermeister Uekermann, dass es am 13. 2. 1968 zu einem Beschluss kam, Antrag auf Verleihung der Bezeichnung „Markt“ zu stellen.

MM05 Antrag auf Markterhebung 3 kl

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Drei der Begründungen sind es wert, sie herauszuheben. Bei der Antragstellung war nicht abzusehen, dass es - mit Ausnahme des Notariats - bald keine Behörde mehr in Mitterfels geben würde. Zum Abzug von Ämtern und Behörden und der Situation des Tourismus kommen wir bei einem folgenden "Überblick über 50 Jahre Markt Mitterfels“.

Dass es vor 1967 noch keine geregelte Kanalisation gab, erstaunt immer wieder. Was für uns heute so selbstverständlich ist, gibt es erst seit etwa 50 Jahren.

Zurück zum Antrag auf Markterhebung: Die Entscheidung in München fiel ganz überraschend schnell. Am 5. Juli 1968 wurde die Markterhebung im Staatsanzeiger veröffentlicht. Die Freude war groß, die Organisation für eine dem Anlass entsprechende Feier lief auf Hochtouren: „Herzlich willkommen!“ hieß es im Gemeindeboten.

MM06 GB Markterhebung Mitteilung

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MM07 Zieh dein Festkleid an

So der Aufruf des Bürgermeisters an alle Mitterfelser im Gemeindeboten.

 

Markterhebungsfeier am 4. August 1968

MM08 Urkunde Markterhebung

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Am 4. August 1968 wurde die Markterhebung gebührend gefeiert. Ein breites Rahmenprogramm war vorbereitet: Im Schulhaus hatte Ing. Max Großkopf eine Kunstausstellung organisiert, ergänzt mit Werken des verstorbenen Mitterfelser Graphikers Georg Fritz. Die TSV-Gruppen warteten mit einem abwechslungsreichen Programm mit sportlichen Wettkämpfen und Vorführungen auf; die Bundeswehr zeigte Gerät und speiste aus der Feldküche; und im Bierzelt konnte vor- und nachgefeiert werden.

Der Festakt in der neuen Turnhalle wurde verschönert durch den Orchesterverein Bogen und die Liedertafel Mitterfels. OL Paul Stahl fungierte als Chronist, Landrat Hafner bezeichnete Mitterfels als das Herz des Landkreises, Regierungspräsident Riederer bestätigte dem Ort die Erfüllung aller Forderungen für eine Markterhebung, Bürgermeister Karl Biller, Schwarzach, überreichte seinem Amtskollegen Walter Uekermann die von der Patengemeinde Schwarzach gestiftete Amtskette.

Das schönste Geburtstagsgeschenk aber war die Chronik „800 Jahre Geschichte um Mitterfels“, die der Verfasser OStR. Max Lachner aus München persönlich übergab (und deren Neuauflage, von Franz Wartner völlig überarbeitet, 1988 erschien).

MM10 Chronik kl

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Der 2. Teil "Überblick über 50 Jahre Markt Mitterfels" ist in Arbeit.

 

 

 

 

 

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