Oktober 2013: Mit dem Wasser der nach aufwendiger Sanierung soeben in Betrieb gegangenen gemeindeeigenen Anlage stoßen Josef Laumer, damals noch stellvertretender Landrat, Pfarrer Alois Zimmermann, der den Segen spendete, Bürgermeister Wolfgang Zirngibl (von links) und die Vertreter aller an der Sanierung Beteiligten an. Foto: Irene Haberl
Nicht viele Gemeinden betreiben ihre Trinkwasserversorgung selbst. Ascha tut das.
Die Redaktion hat mit Bürgermeister Zirngibl darüber gesprochen, was das bedeutet.
Wo kommt das Trinkwasser her? In den meisten Landkreisgemeinden von größeren Versorgern. Nicht so in Ascha. Der scheidende Bürgermeister Wolfgang Zirngibl, der unter anderem auch dafür gesorgt hat, dass in seiner Gemeinde mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, hat sich vor mehr als 30 Jahren schon für die eigene Trinkwasserversorgung starkgemacht. 2013 ist sie nach einer großen Sanierung von zwei alten Brunnen und einer alten Quelle in Betrieb gegangen. Zum aktuellen Stand der Dinge hat die Redaktion mit Wolfgang Zirngibl gesprochen.
Herr Zirngibl, wie viele Menschen erhalten ihr Wasser durch die gemeindeeigene Versorgung?
Wolfgang Zirngibl: Es werden etwa 1.400 von rund 1.600 Menschen versorgt. Und die restlichen 200? Zirngibl: Es gibt noch einige eigene Quellen und Brunnen, und der Ortsteil Willerszell wird vom Zweckverband Pilgramsberg versorgt.
Wie viele Brunnen und Quellen stehen der Gemeinde für ihr Wasser zur Verfügung?
Zirngibl: Wir haben zwei Tiefbrunnen und eine Quelle im Waldgebiet beziehungsweise auf der „Bruckwiese“. Außerdem haben wir noch weitere fünf Quellen im gleichen Gebiet, die zur Zeit stillgelegt sind. Wir fördern etwa 40.000 Kubikmeter Wasser und kaufen in den Sommermonaten circa 10.000 Kubikmeter zu.
Wie tief sind die Brunnen, und ist das Wasser in Ascha hart oder weich?
Zirngibl: Die Brunnen sind circa 38 Meter tief, und das Wasser ist nach deutscher Härte sehr weich.
Kann es in einem heißen Sommer passieren, dass die Bürger „auf dem Trockenen“ sitzen … ?
Zirngibl: Da wir noch zwei Partner haben, kann das eigentlich nicht passieren. Jedoch 2003 waren wir sehr kurz davor, da wir die Mitteilung bekamen, dass die Pumpenleistung nahezu erschöpft war.
Was geschieht dann, gibt es eine Notversorgung?
Zirngibl: Unsere Partner sind die Bogenbach- und Buchberggruppe. Da gibt es eigene Zuleitungen mit Übergabestationen.
Kann es auch im Winter zu Wassermangel kommen, oder gibt es andere, „wintertypische“ Probleme?
Zirngibl: Im Winter haben wir keine Probleme – da läuft das Wasser sogar über.
Wie oft muss Trinkwasser untersucht werden?
Zirngibl: Das Wasser wird viermal im Jahr in der kleinen Untersuchung und einmal im Jahr in der großen Untersuchung von einem externen Labor untersucht. Die Werte sind jedes Mal unauffällig.
Was sind die Vorteile und Nachteile einer eigenen Wasserversorgung?
Zirngibl: Vorteil ist zweifellos die Unabhängigkeit. Nachteile sind die große Verantwortung und der Arbeitsaufwand. Diese Fragen haben wir uns schon vor rund 30 Jahren gestellt. Es war ein einstimmiger Beschluss, dass wir diesen Weg gehen wollen.
Wenn Ascha die eigene Versorgung aufgeben müsste: Wo würde das Wasser dann herkommen?
Zirngibl: Wir geben sie ja nicht auf. Wenn, dann ginge es wahrscheinlich über „Wald-Wasser“, den Trinkwasserspeicher Frauenau.
Wurde es schon mal überlegt, die eigene Versorgung aufzugeben?
Zirngibl: Noch nie!
Wie alt ist die Anlage für die Wasserversorgung, und wann wurde sie zuletzt ertüchtigt?
Zirngibl: Die Wasserversorgung wurde 1962 aufgebaut. Die Ertüchtigung geschieht nahezu jedes Jahr, durch Leitungserneuerungen und so weiter.
Wie sieht die Zukunft aus?
Zirngibl: Wir wollen unsere fünf stillgelegten Quellen wieder ans Netz bringen und einen neuen Hochbehälter bauen. – Die Quellen mussten wegen zu hoher Nitratwerte stillgelegt werden. Nach unserem Monitoring sind die Quellen aber zurzeit wieder unter den Grenzwerten.
Interview: Andrea Prechtl/BOG Zeitung vom 23. April 2026 (Gen. der Lokalredaktion)
