Kunstraum Mitterfels - Der Nahe Osten in Niederbayern

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Die vier Jugendlichen Jasper, Leonie, Eva-Maria und Sina (von links) beteiligen sich an dem Kunstprojekt „Naher Osten“, mit im Bild der Kunstpädagoge Michael Witte und die Historikerin Elisabeth Vogl. (Foto: erö)

„Kunstraum Mitterfels – Naher Osten“ startete am Samstag, 19. November 2016

Ein besonderes Buch soll entstehen, ein gemeinsames Kunstprojekt von jungen Deutschen und syrisch-irakischen Flüchtlingen zwischen 14 und 21 Jahren.

...  mit früheren Veröffentlichungen und einem Interview

Unter dem Motto „Kunstraum Mitterfels – der Nahe Osten in Niederbayern“ sind Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren eingeladen, Bilder zu Gedichten zu finden, die von Mitterfelser Flüchtlingen geschrieben wurden und Themen wie Flucht und Heimat, Waffen und Frieden zum Inhalt haben. Die Idee dazu hatten der Kunstpädagoge Michael Witte von „kunstraupe: mobile jugendkunstschule“ und Wolfgang Hammer vom Interkulturellen Asylhelferkreis. Mit im Boot ist der Arbeitskreis Heimatgeschichte Mitterfels.

Nun trafen sich vier Jugendliche aus Mitterfels und Haselbach mit Michael Witte, Wolfgang Hammer und Elisabeth Vogl vom AK Heimatgeschichte zu einem ersten Kennenlernen im „Haus der Begegnungen“. Leonie und Sina, Eva-Maria und Jasper machten sich zunächst mit den Gedichten vertraut. Da heißt es zum Beispiel im Gedicht „Waffen“ von Ahmad Almahmoud: „Wörter sind die Waffen der Dichter, die Menschen ergreifen. .... Liebe ist die Waffe der Mutter, die mächtig die Kinder schützt. ... Leben, Freiheit und Gerechtigkeit sind die Waffen der Friedliebenden, die in ihren Kehlen zum Donner werden, der Kugeln und Kanonen besiegt“. Diese Gedichte hat Wolfgang Hammer gemeinsam mit den jungen Flüchtlingen behutsam übersetzt. In der arabischen Kultur komme dem Gedicht eine besondere Bedeutung zu, erklärte Michael Witte. „Die entscheidenden Dinge des Lebens, in Gedichten verfasst, werden ein Teil persönlicher und geteilter Erinnerung.“

Zu diesen Gedichten sollen nun kleine Kunstwerke von deutschen, syrischen und irakischen Jugendlichen entstehen, es sollen sich die Inhalte der Gedichte mit ihren zerbrechlichen Träumen und Lebenszielen der jungen Flüchtlinge widerspiegeln. Auch deutsche Jugendliche sollten mit dieser Thematik konfrontiert werden, meinte Witte. Das könne durch Zeichnungen, Monotypien auf Glasplatten, Drucke, Holz- oder Linolschnitte oder Fotografien ausgedrückt werden. Auch Sprühtechnik sei erlaubt. Einzige Vorgabe: Die Arbeiten werden in Schwarz-Weiß ausgeführt. „So wird ein wesentlicher Teil der gemeinsamen Geschichte von einheimischen und geflüchteten jungen Menschen in den Jahren 2015/16 erzählt und in Erinnerung bleiben.“ Geplant sei auch, die Gedichte und Kunstwerke in Buchform herauszugeben. Dafür gebe es Fördermittel aus dem Kultusministerium, so Witte.

Beim Deutschlernen mit den jungen Asylbewerbern, beim rhythmischen Sprechen seien die Gedichte entstanden, erst in arabischer, dann in deutscher Sprache, erinnerte sich Wolfgang Hammer. Passagen wie „... in meiner alten Heimat lauert der Tod, in meiner neuen Heimat lockt das Leben ...“ bewegten ihn noch immer. Die Vorgabe der Kunstwerke in Schwarz-Weiß könne der rote Faden sein, der die Arbeiten verbindet. Auch Elisabeth Vogl vom AK Heimatgeschichte sieht das Projekt positiv. Es füge sich bestens in die Inhalte des Mitterfelser Magazins ein, das der AK einmal im Jahr herausgibt. „Mit den Flüchtlingen verändert sich unsere Heimat. Das Kunstprojekt wird eine historische Bedeutung für uns alle haben und Geschichte schreiben.“

„Wir haben Zeit zum Einander-Kennenlernen und Ausprobieren“, versicherte Witte bei einem Gang durch die kleine Kunstwerkstatt im „Haus der Begegnungen“. Hier soll am Samstag, 19. November, ab 10 Uhr, das gemeinsame Projekt starten. Auch Neueinsteiger sind willkommen. Anmeldung bei Michael Witte, Telefon 0160/97685085. (erö)


 

kunstprojekt nahe ostenDer Arbeitskreis Heimatgeschichte Mitterfels e.V. und „kunstraupe: mobile jugendkunstschule“ veranstalten von November bis Januar ein offenes Kunst- und Buchprojekt.

Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 21 Jahren sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

...  dazu: Interview mit Kunstpädagogen M. Witte

 

Voraussetzung ist, dass die Interessenten auch außerhalb der Schule gerne zeichnen, fotografieren oder Lust haben einmal druckgrafische Techniken auszuprobieren. Der Künstler und Kunstpädagoge Michael Witte zeigt, wie es geht und leitet den künstlerischen Teil des Projekts. Ausgangspunkt des Kunstprojektes sind 20 beeindruckende Gedichte, auf Deutsch geschrieben von vier jungen Flüchtlingen, die seit etwa einem Jahr in Mitterfels leben. In der arabischen Kultur kommt dem Gedicht eine besondere Bedeutung zu. Die wichtigen und entscheidenden Dinge des Lebens, in Gedichten verfasst, werden ein Teil persönlicher und geteilter Erinnerung. Dazu sollen Bilder von Deutschen, Syrischen und Irakischen Jugendlichen entstehen. So wird ein wesentlicher Teil der gemeinsamen Geschichte von einheimischen und geflüchteten jungen Menschen in den Jahren 2015/16 erzählt und in Erinnerung bleiben.

Es ist darüber hinaus geplant im kommenden Jahr die Gedichte und die Kunstwerke in Buchform herauszugeben. Zusätzlich werden die Werke im kommenden Mai auf dem Bayerischen Jugendkunstschultag in Rosenheim zwei Wochen lang öffentlich zu sehen sein. Wer also gern einmal eines seiner Kunstwerke gedruckt in einem Buch und in einer großen überregionalen Ausstellung sehen möchte und wer es spannend findet, gemeinsam mit jugendlichen Flüchtlingen aus Syrien oder dem Irak Kunst zu machen, kommt am Freitag dem 04. November 2016 um 11.00 Uhr in den Mondi-Treff Mitterfels in der Pröllerstraße 23.

Eine vorherige Anmeldung unter www.kunstraupe.de/wer/kontakt oder telefonisch bei Michael Witte, 0160 97685085, ist erwünscht. Das Projekt ist für die Teilnehmenden kostenlos und findet (voraussichtlich) ab dem 19.11. an 10 Terminen jeweils Sonnabend von 10:30-13:00 Uhr statt. Wer an der Auftaktveranstaltung nicht teilnehmen kann, ist auch später noch willkommen. Die maximale Teilnehmerzahl liegt bei 12.

 

Interview mit Michael Witte zu seinem Kunstprojekt:

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