Der bayerische Pfahl. Geschichte von Mensch und Gestein

Pfahl

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BR-Mediathek: Ein Film von Martin Weinhart (43 Minuten)

Der Pfahl ist ein einzigartiges Naturdenkmal in Ostbayern: Ein durch Erdverwerfungen entstandener Quarzgang, der sich, mal sichtbar mal unsichtbar, über 150 km schnurgerade durch den Bayerischen Wald erstreckt und in Viechtach und Weißenstein bei Regen seine markantesten Felsriffe zeigt.

Der Filmautor erzählt von Pfahlbewohnern, die mit dem Stein verbunden sind: Der bekannte Maler Hans Höcherl, der Fabrikarbeiter Johann Miethaner, den alle nur "Pfahl-Hans" nennen, und der Freiherr von Schacky, dessen Schloss Thierlstein gleichsam aus dem Pfahl herauswächst.

Besonderen Raum nimmt der baltische Dichter Siegfried von Vegesack ein, der den größten Teil seines Lebens in einem Turm auf dem Weißensteiner Pfahl verbracht hat. Wegen der enormen Erhaltungskosten nannte er ihn das "fressende Haus" und widmete ihm einen gleichnamigen Roman, Sittenbild des ursprünglichen Bayerwalds. Siegfried von Vegesack hat sich dafür eingesetzt, dass der Pfahl 1939 unter Naturschutz gestellt wurde. Nur an einigen Stellen darf der begehrte Quarz bis heute abgebaut werden und bietet wie früher Arbeit und Existenz. Über die Jahre näherten sich der exzentrische Balte und die Waidler einander an. Noch heute erinnern sich viele an den "spinnerten Baron", der in einem jahrelangen Kampf mit der Bürokratie erkämpft hat, 1974 an seinem Lieblingsort auf dem Pfahl in einem Freigrab beerdigt zu werden. Auf seinem Totenbrett hat er seinen letzten Willen festgehalten:

"Hier wo ich einst gehütet meine Ziegen
Will ich vereint mit meinen Hunden liegen.
Hier auf dem Pfahle saß ich oft und gern

O Wanderer schau dich um und lobe Gott den Herrn."

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Quelle: BR

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