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Haselbach. Auf Entdeckungstour am Naturerlebnispfad

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Bald schon wird es hier wieder blühen: Auf dieser Wildwiese wachsen noch Blumen wie in früheren Zeiten. Fotos: Natascha Probst

 

Der Naturerlebnispfad in Haselbach kommt bei den Besuchern gut an.

Nun soll er erweitert werden. Der OGV plant vier neue Stationen. Die Umsetzung eilt bereits.

Entstanden ist die Idee für den Naturerlebnispfad während der Coronazeit. Damals haben sie gemerkt, welch grüne Oase das hier ist, sagt Tanja Danner-Schedlbauer, die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Haselbach. Die acht Stationen kamen seit ihrer Entstehung so gut an, dass nun vier weitere gebaut werden sollen.

Wer am Naturerlebnispfad am und um den Donau-Regen-Radweg zwischen Ziermühle und Haselbach unterwegs ist, findet dort eine Naturwiese, auf der bald wieder Margeriten und Wiesenglockenblumen sprießen werden, wie man sie noch aus früheren Zeiten kennt. Oder einen Kletterturm mit Rutschbahn, der auf einem alten Ofen gebaut ist. Und dann wäre da das Ofenrohr, in dem ein Fernrohr steckt und durch das man in den Bayerischen Wald schauen kann. Und natürlich der „Hohlweg“, ein sehr alter noch erhaltender Weg, der sich durch die Bäume und Büsche schlängelt. Die Händler waren hier früher mit ihren Pferdegespannen unterwegs.

Bis September müssen die neuen Stationen stehen

Eines der Herzstücke des Naturerlebnispfades ist das Kneippbecken, in das die Bauhofmitarbeiter viel Arbeit gesteckt haben. Grund dafür: Die Fläche wird hier öfter auch mal überschwemmt, der Einstieg musste deshalb gut befestigt werden. Am Kneippbecken sei im Sommer viel los, sagt Danner-Schedlbauer. Es sei ein beliebter Treffpunkt für Alt und Jung geworden.

2022 wurden diese ersten Stationen gebaut.

Erst kurz davor war der OGV in Haselbach gegründet worden. Danner-Schedlbauer freut sich sichtlich immer noch darüber, dass der Verein nach so kurzer Zeit die Finanzierung aus dem Regionalbudget der ILE Nord 23 (Integrierte Ländliche Entwicklung) bekommen hat – damals waren es 5.200 Euro. Insgesamt habe es aber locker doppelt so viel gekostet, meint sie. Die Gemeinde habe den Rest übernommen. Ohnehin scheint die Gemeinde stark hinter dem Projekt zu stehen. Bürgermeister Simon Haas etwa ist in die Entwicklung der Schilder involviert, die vom Naturpark Bayerischer Wald hergestellt werden.

Für die Schilder und die Stationen eilt es: Sie sei schon gut mit der Konzepterstellung beschäftigt, sagt Danner-Schedlbauer. Denn bis September muss alles fertig sein – die ILE überprüft dann die Ergebnisse. Dieses Mal gibt es für den Naturlehrpfad 2.700 Euro. Zur Einordnung: Ein Schild kostet um die 500 Euro.

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Entstehen soll ein Barfußweg, an dem man über verschiedene Untergründe laufen kann – geplant sind Kronkorken, Kieselsteine, Holzscheiben, Glassteine und abgeschliffenen Glasscherben. Zudem soll es eine Springstation für Kinder geben: Hier werden Schilder anzeigen, wie weit die Waldtiere Hase, Frosch, Reh und Fuchs springen können. Diese können dann nachgehüpft werden. Offen ist jedoch noch, auf welchem Untergrund gesprungen wird. Werden es Hackschnitzel oder bleibt es die Wiese? Alles Fragen, die der OGV in den kommenden Wochen wird klären müssen.

In einer Müllstation sollen Tafeln anzeigen, wie lange der im Wald zurückgelassene Müll braucht, bis er verrottet. Auch hier ist die genaue Umsetzung noch offen. Fest steht jedoch schon, dass als vierte Station ein Schild mit Verweis auf den Biber aufgestellt werden soll. Denn der ist hier fleißig am Werk.

Es gibt also noch viel zu tun für Danner-Schedlbauer und das Team rund um den OGV. Es sei schön, wie die verschiedenen Leute ihre Ideen einbrächten, meint sie. Am Ende gehe es darum, das zu schützen, was man schätzt. Und dies an kommende Generationen weiterzugeben. 

Wo ist der Pfad zu finden?

Der Weg beginnt am Radweg an der Ziermühle in Haselbach und führt im Uhrzeigersinn wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Natascha Probst/BOG Zeitung vom 22. April 2026 (Gen. der Lokalredaktion)