Verein zur Kitzrettung auf Initiative der Dachsberger Jäger gegründet
Große schwarze Kulleraugen, weiße Flecken im Fell – so knuffig süß und so gefährdet: die Rehkitze im hohen Gras. Sie sind abhängig von ihren Müttern und besitzen keinen ausgeprägten Fluchtreflex.
Ihre Überlebensstrategie ist das reglose „Wegducken“. Doch genau das wird ihnen jedes Jahr zum Verhängnis: Tausende Jungtiere fallen in Bayern den Mähwerken der Landwirtschaft zum Opfer, werden schwer verletzt oder getötet.
Die Jäger der Dachsberger Jagd bei Haselbach engagieren sich mit weiteren Freiwilligen bereits seit Jahren aktiv für den Schutz der Kitze. Vor der Mahd werden Wiesen systematisch abgesucht, Vergrämungsmaßnahmen durchgeführt und moderne Technik eingesetzt. Neben der Suche mit Hunden kommen zunehmend Drohnen mit Wärmebildkameras zum Einsatz, die besonders in den frühen Morgenstunden wertvolle Hilfe leisten. Erfreulich ist dabei auch die wachsende Unterstützung durch die Landwirte im Revier: Immer mehr von ihnen informieren die Jäger rechtzeitig vor dem Mähen, sodass jedes Jahr zahlreiche Tiere gerettet werden können.
Vereinszweck: Schutz der Natur und der Rehkitze
Das Engagement stößt auch in der Bevölkerung auf großes Interesse. Aus diesem Grund trafen sich kürzlich Jäger und interessierte Bürger im Gasthaus Häuslbetz in Haselbach, um gemeinsam einen Verein zu gründen. Unter dem Namen „Kitzrettung Dachsberg – die Wald- und Wiesenwächter“ wurde der neue Verein dabei ins Leben gerufen.
Ein zentrales Anliegen des Vereins ist der Schutz der Natur und besonders der Rehkitze. Er setzt auf die weitere Professionalisierung der Kitzsuche – insbesondere durch den Einsatz moderner Drohnentechnik. Geplant ist die Anschaffung einer leistungsfähigen Drohne des Typs „DJI Matrice 4T“, die mit einer hochauflösenden Wärmebildkamera ausgestattet ist. Mit ihr können Wiesen schnell und effizient aus der Luft abgesucht werden, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Wärmebildtechnik macht die im Gras verborgenen Kitze oder sogar noch viel kleinere Hasenkinder sichtbar, da sie sich durch ihre Körpertemperatur deutlich von der Umgebung abheben. So können die Tiere rechtzeitig lokalisiert und vor der Mahd in Sicherheit gebracht werden.
Für Drohnenkauf ist Zuschuss möglich
Die Anschaffung einer solchen Drohne stellt jedoch eine erhebliche Investition dar: Rund 8.000 Euro kostet das Gerät samt Zubehör. Eine wichtige Unterstützung bietet hier ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, das Zuschüsse von bis zu 3.000 Euro gewährt – allerdings ausschließlich an Vereine oder Körperschaften. Auch aus diesem Grund war die Vereinsgründung ein wichtiger Schritt.
Die verbleibenden Kosten sollen durch das Engagement der Jägerschaft, Mitgliedsbeiträge sowie Spenden gedeckt werden. Der neu gegründete Verein setzt dabei zudem auf Unterstützung aus der Bevölkerung, um den Einsatz der Technik langfristig zu sichern und auszubauen.
Alexander Schulze zum Vorsitzenden gewählt
Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Initiator Alexander Schulze gewählt. Unterstützt wird er von Dr. Jürgen Eichhorn als stellvertretendem Vorsitzenden sowie Maike Schulze-Trinkaus als Schatzmeisterin. Der Verein ist als gemeinnützige Organisation anerkannt und wird derzeit ins Vereinsregister eingetragen.
Pressemitteilung Verein zur Kitzrettung/bj vom 27. April 2026
Bildtext (BILD zum Artikel nicht gemeinfrei - deswegen nicht übernommen!): Gerettet! Dieses Rehkitz hat es geschafft: Es wird von Kitzrettern vorbildlich mit geruchsneutralen Einmalhandschuhen und einem großen Büschel Gras in einer Kiste am Rande der Wiese abgesetzt und hinterher wieder freigelassen. Da ihm kein fremder Geruch anhaftet, wird es auch vom Muttertier wieder angenommen. Foto: Die Wald- und Wiesenwächter