Beweidung hilft bedrohten Pflanzenarten

Rotrinder am Hochschachten

Seit dem 17. Juli weiden die Rotrinder wieder auf dem Hochschachten (Foto: ft)

Ästige Mondraute auf dem Hochschachten gefunden – Art steht auf Roten Liste 

Buchenau. Einen besonderen Fund haben die Botaniker des Nationalparks Bayerischer Wald auf dem Hochschachten gemacht, und zwar eine Ästige Mondraute. ...

Diese Farnart steht als stark gefährdet auf der Roten Liste und Deutschland besitzt eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Pflanzenart. 

In ganz Bayern gibt es nur mehr wenige Standorte der Ästigen Mondraute, zwei davon liegen im Nationalpark Bayerischer Wald, und zwar auf dem Ruckowitzschachten und der Rachelwiese. Dass nun ein dritter Standort dazugekommen ist, freut die Forscher sehr. „Es ist schon ganz etwas Besonderes, einen neuen Standort einer bedrohten Pflanzenart zu finden“, erklärt Dr. Christoph Heibl, Botaniker im Nationalpark. „Diese Pflanzenart ist im Nationalpark ein überaus wichtiges Schutzgut.“ 

NPV BW PM 69 19 Beweidung hilft bedrohten Pflanzenarten

 

Die Ästige Mondraute gehört zu den hochbedrohten Pflanzen in Deutschland und wurde nun auf dem Hochschachten gefunden. (Foto: Claudia Schmidt /Nationalpark Bayerischer Wald)

Gefunden wurde die Ästige Mondraute im Zuge von Vegetationsaufnahmen. „Seit vergangenem Jahr wird der Hochschachten wieder von Rindern beweidet“, erklärt Heibl. Um zu sehen, wie sich dies auf die dortige Vegetation auswirkt, werden die verschiedenen Pflanzenarten, die auf dem Schachten wachsen, gezählt und kartiert. 

Dass die Ästige Mondraute von der Beweidung profitiert, davon ist Heibl überzeugt. „Die Ästige Mondraute wächst auf sauren Magerrasen mit wenig Konkurrenz von anderen stärkeren Pflanzen.“ Diese besonderen Bedingungen findet sie auf dem Schachten. Außerdem passt ihr Lebenszyklus perfekt zur Beweidung. „Die Pflanzenart bildet sehr früh im Jahr Sporen.“ Wenn die Rinder im Juli auf den Schachten getrieben werden, hat sie ihre Samen bereits verstreut. „Die Rinder arbeiten beim Herumtrampeln die Sporen dann in die Erde ein und so kann die Pflanze im Frühjahr neu keimen.“ Aufgrund der Bedingungen sieht Heibl eine reale Chance, dass sich die Ästige Mondraute auf dem Hochschachten vermehren kann – und bei den Vegetationsaufnahmen im kommenden Jahr nicht nur ein Exemplar gefunden wird.