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Staatsministerin Ulrike Scharf zu Gast in Haselbach

2026 07 27 Ministerin Scharf bei Jakobi Kirta

Während der Festrede von Ulrike Scharf war das Zelt auf der Jakobi-Kirchweih gut gefüllt. Fotos: Verena Lehner

Jakobi-Kirchweih: „Bayerns Stärke sind die Menschen“

Scharf schwärmt dabei von Bayern und fordert zu Zusammenhalt und Gemeinschaft auf.

Es ist kurz vor dem Zwölf-Uhr-Läuten, da erklingt im Haselbacher Festzelt die Bayernhymne und besiegelt das Ende der politischen Kundgebung, die traditionell den Sonntag der Jakobikirchweih einläutet. Zu Gast diesmal: Staatsministerin Ulrike Scharf (CSU). Die Hymne passt zu den Worten der bayerischen Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales, die gerade eine gute halbe Stunde von Bayern und seinen Menschen geschwärmt hatte und dabei immer wieder sagte, welch Glück es sei, in Bayern zu leben. Allerdings betonte sie auch, dass die Krisen und Probleme nicht weggeredet werden dürften. „Wir müssen wieder Politik für unsere leistungsbereite Mitte machen“, so ihre Vorgabe.

Das Festzelt war gut gefüllt, als Ulrike Scharf, begleitet von Blasmusik und Vertretern der Kommunalpolitik, das Bierzelt betritt. Wie CSU-Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender, Josef Zellmeier, in seiner Begrüßungsrede verrät, sei die Ministerin nur wenige Stunden zuvor noch bei den Bayreuther Festspielen gewesen und habe nur sehr wenig Schlaf bekommen. „Aber wenn ich hier bei Ihnen in Haselbach aus dem Auto aussteige und sehe, wie schön es hier ist, da nehme ich weniger Schlaf sehr gerne in Kauf“, sagt Scharf, als sie an das Rednerpult tritt.

„Der Zusammenhalt in Haselbach ist spürbar“

Damit schlägt die Ministerin auch gleich die Tonalität an, die sich wie ein roter Faden durch ihre Festrede zieht. Sie spricht darüber, dass Bayern durch seine gelebte Tradition, seine Kultur, aber auch seinen Zusammenhalt lebe. Die Jakobi-Kirchweih sei dafür ein Paradebeispiel. „Hier in Haselbach wird das Miteinander gelebt, das spürt man“, so Scharf. Zu diesem Miteinander gehöre auch das Ehrenamt, das in Bayern besonders hochgehalten werde. „Auch in der Kommunalpolitik, das darf man nicht vergessen“, betont Scharf. Die meisten Menschen, die sich kommunalpolitisch engagieren, würden dies ehrenamtlich tun. Das verdiene Respekt und Anerkennung. „Bayerns Stärke sind die Menschen“, so Scharf.

Bei aller Schwärmerei für Bayern gibt Ulrike Scharf aber auch zu, dass man die Augen vor den Krisen und den Problemen nicht verschließen dürfe.

„Erfolg ist auch immer mit Arbeit verbunden“

„Erfolg gibt es nicht geschenkt, er ist immer mit Arbeit verbunden“, sagt Scharf. Unsere Demokratie und unser Wohlstand seien durch Arbeit entstanden. Natürlich gehe es uns in Bayern nach wie vor recht gut. „Aber das ist nicht unser Anspruch. Unser Anspruch ist, dass wir wachsen, dass wir besser werden, dass wir all das im sozialen Bereich leisten können, was uns wichtig ist.“ Um wieder auf Wachstumskurs zu kommen, brauche es die großen Reformpakete. Scharf pocht hier vor allem auf Entbürokratisierung. Man müsse sich wieder auf das Grundprinzip „so wenig Staat wie möglich, so viel Soziales wie nötig“ konzentrieren. Was Scharf jedoch im Zusammenhang mit dem Sozialstaat umtreibt: „Wenn er als ungerecht empfunden wird. Das darf nicht sein.“ Deshalb sei sie froh, dass sozialer Missbrauch konsequenter verfolgt werde. „Wir müssen intensiver Politik für die leistungsbereite Mitte machen, dann haben rechte und linke Kräfte keine Chance“, so die Ministerin. Dazu gehöre vor allem, junge Familien zu unterstützen, auf denen unsere Gesellschaft aufbaue.

CSU-Ortsvorsitzender Christian Seidl und Haselbachs zweiter Bürgermeister, Florian Würzinger (CSU), freuten sich, dass mit Ulrike Scharf wieder eine hochkarätige Rednerin für den Politischen Frühschoppen gefunden wurde, und appellierten beide ebenfalls an den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Verena Lehner/BOG Zeitung vom 27. Juli 2026 (Gen. der Lokalredaktion)

 

Eine Bierzeltrede ist zu wenig

Eins vorweg: Dass Politikerinnen wie Ulrike Scharf in unseren Landkreis kommen, ist wichtig – so wichtig wie schon lange nicht mehr. Es ist ein bedeutendes Signal, dass auch unser ländlicher Raum in München und Berlin Beachtung findet oder – wie es gerne so schön gesagt wird – dass „die da oben“, uns hier nicht vergessen. Umso wichtiger wäre es, dass seitens der großen Politik diese Besuche intensiv genutzt werden, um wieder in den Dialog mit den Menschen vor Ort zu kommen.

Während die stellvertretende Ministerpräsidentin spricht, ist das Bierzelt fast voll. Dass ihre Rede aber nur in den vorderen Reihen, die überwiegend von CSU-Mitgliedern besetzt sind, wirklich Beachtung findet, lässt sich zum einen der lauten Geräuschkulisse im Zelt entnehmen. Zum anderen aber auch den Reaktionen und der Applaus auf so manche Aussage. Beides fällt spärlich aus und kommt ebenfalls nur aus den vorderen Reihen.

2026 07 27 Ulrike Scharf bei ihrer Rede

 

Ulrike Scharf, Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales

 

Anstatt am Rednerpult mehr Politik für die leistungsstarke Mitte anzukündigen, hätte Ulrike Scharf besser in einem direkten Dialog mit den Bürgern ermitteln können, wie diese Politik aussehen kann. Was treibt die Menschen vor Ort um? Welche Sorgen haben sie? Wovor haben sie Angst? Was können wir tun, um diese Ängste zu nehmen? Das sind die Fragen, die Politiker sich stellen müssen. Ulrike Scharf wurde in ihrer Rede nicht müde, immer wieder zu betonen, wie gut wir es hier in Bayern und im Landkreis Straubing-Bogen haben. Und damit hat sie vollkommen recht.

Doch warum ist unser Landkreis mittlerweile überregional bekannt als eine Hochburg für eine Partei, die in Teilen als gesichert rechtsextrem gilt? Woher kommt der Frust, der Ärger oder auch der Trotz, der die Menschen antreibt, sich dieser Partei zuzuwenden, die mit gezielter Desinformation und Hetze die Demokratie in Deutschland gefährdet? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, ist eine Bierzeltrede ein guter Anfang, aber unterm Strich einfach zu wenig. Es müssen andere Wege, andere Formate gefunden werden. Politiker müssen sich öfter vor Ort zeigen, vor allem dann, wenn es brennt. In Ulrike Scharfs Zuständigkeit fällt zum Beispiel das Thema Kita-Gebühren, das gerade viele Gemeinden – auch im Landkreis – umtreibt. Über so etwas bei einem Vor-Ort-Termin mit allen Betroffenen – vom Bürgermeister bis zu Eltern – beispielsweise in einer offenen Fragerunde zu sprechen, wäre vielleicht ein gutes Mittel, damit sich die Menschen mit ihren Problemen wahrgenommen fühlen.  

Kommentar von Verena Lehner/BOG Zeitung vom 27. Juli 2026 (Gen. der Lokalredaktion)


Eintrag ins Goldene Buch

2026 08 21 Scharf ins Goldene Buch von HAS

 

Bild (sitzend, von links): CSU-Ortsvorsitzender Christian Seidl, Landtagsabgeordneter Josef Zellmeier, Ministerin Ulrike Scharf und Bürgermeister Simon Haas.  Foto: Christian Seidl

Kürzlich war die stellvertretende bayerische Ministerpräsidentin und Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales zu Gast bei der Jakobikirchweih in Haselbach (wir berichteten). Kurz vor ihrer Rede im Festzelt war sie zu Gast im Rathaus, um sich dort ins Goldene Buch der Gemeinde einzutragen. Nach der Veranstaltung erfolgte noch eine Besichtigung der Baustelle des Hauses für Kinder Sankt Jakob.

Pressemitteilung CSU vom 21. August 2026

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