Drei Wandgemälde in der Volksschule Mitterfels von Willi Ulfig

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Drei Wandgemälde in der Volksschule Mitterfels

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"Der Rabe und der Fuchs" - "Die Grille und die Ameise"

Im Jahr 1964 wurde die Innenausschmückung der Volksschule Mitterfels diesem tatkräftigen und allseits anerkannten Künstler Willi Ulfig übertragen. Der damalige Bürgermeister Josef Hafner mit seinem Gemeinderat war auf den Regensburger Maler aufmerksam geworden und übertrug ihm die künstlerische Ausgestaltung der Innenwand im Erdgeschoß des heutigen Grundschultraktes.

09_ulfigWilli Ulfig malte in der ihm eigenen Art drei Wandgemälde, die jeweils eine Fabel vesinnbildlichen.

    Der Pfau und der Hahn

Über dem ersten Gemälde im Eingangsbereich ist in großen Lettern zu lesen:

                               FABULA DOCET

                               Die Fabel lehrt

Das Wandbild zeigt eine Darstellung der Fabel „Der Pfau und der Hahn” von Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781): Einst  sprach der Pfau zu der Henne: „Sieh einmal, wie hochmütig und trotzig ein Hahn einhertritt! Und doch sagen die Menschen nicht: der stolze Hahn, sondern immer nur: der stolze Pfau.” „Das macht,” sagte die Henne, „weil der Mensch einen gegründeten Stolz übersieht. Der Hahn ist auf seine Wachsamkeit, auf seine Mannheit stolz; aber worauf du? - Auf Farben und Federn.”

    Der Rabe und der Fuchs

Die zweite Fabel stammt von Äsop (um 550 v. Chr.) und ist betitelt mit „Rabe und Fuchs”: Ein Rabe hatte einen Käse gestohlen, flog damit auf einen Baum und wollte dort seine Beute in Ruhe verzehren. Da es aber der Raben Art ist, beim Essen nicht schweigen zu können, hörte ein vorbeikommender Fuchs den Raben über den Käse krächzen. Er lief eilig hinzu und begann den Raben zu loben: „O Rabe, was bist du für ein wunderbarer Vogel! Wenn dein Gesang ebenso schön ist wie dein Gefieder, dann sollte man dich zum König aller Vögel krönen!” Dem Raben taten diese Schmeicheleien so wohl, dass er seinen Schnabel weit aufsperrte, um dem Fuchs etwas vorzusingen. Dabei entfiel ihm der Käse. Den nahm der Fuchs behend, fraß ihn und lachte über den törichten Raben.

    Die Grille und die Ameise

Im dirtten Wandbild wird eine Fabel von Ludwig Kleim (1719-1803) dargestellt, nämlich: „Die Grille und die Ameise”.  Eine Grille kam bei strenger Kälte zu ihrer Nachbarin, der Ameise. „Frau Nachbarin,” sagte sie, „leiht mir doch ein wenig Speise. Ich will alles gern dir wiedergeben im April.” - „Schwesterchen, wie brachtest du deine Zeit im Sommer zu? Hast du nicht Speise für den Winter gesammelt?” fragte die Ameise. „Ich habe gesungen und musiziert; hast du mich nicht vernommen? Und konnte ich was Besseres tun?” erwiderte die Grille. -„Grillchen, nein!” sagte die Ameise, „doch tanze nun!”

Franz Wartner, Rektor a.D., war dabei, als Ulfig die Wandbilder anfertigte, und er erinnert sich noch sehr genau daran, wie Ulfig in beeindruckender Weise und für ihn faszinierend die Schwanzfedern des Pfaus in einem einzigen Pinselzug ausführte: „Er setzte den Pinsel an und, ohne einmal innezuhalten, zog er mit Schwung die geschweiften Federn halbkreisförmig hoch!”

Der Künstler Willi Ulfig war ein sehr vielschichtiger Mensch, der in einer langen und auch teilweise bitteren Lebenserfahrung gereift, unter einer stets liebenswürdigen Schale eine empfindsame Persönlichkeit abschirmte. Dieser Maler vermittelt uns das Gefühl, weder sich noch den anderen etwas vorzumachen, dass die Sprache seiner Bilder sicher handwerklich gekonnt, auch routiniert ist, aber immer einer ehrlichen Empfindung entspringt.

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