Drei Wandgemälde in der Volksschule Mitterfels von Willi Ulfig

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Künstlerisches Schaffen

04_ulfigWelcher Stilrichtung Willi Ulfig zugeordnet werden kann, lässt sich nur sehr schwer sagen. Man erkannte die genetische Verwandtschaft sowohl mit dem Impressionismus als auch mit dem Expressionismus, man spürte aber auch die Einflüsse von Fauves, Delaunay, Marc und Macke. Eine eindeutige Zuschreibung ist jedoch auch den zeitgenössischen Kritikern nicht möglich gewesen.

In der ersten Zeit als freischaffender Künstler in Breslau (1933-39) stand Ulfig wie die meisten Zeitgenossen vor einer schier unlösbaren künstlerischen Herausforderung. Die zentrale Frage war: Wie sollte man mit den Errungenschaften der Avantgarden umgehen, wie deren Leistungen weiterführen?

Wegweiser in dieser problematischen Phase waren die Künstler des „Blauen Reiter” mit Paul Klee und Wassily Kandinsky.

Das Ergebnis dieser Entwicklung ist ein Stil, der zum einen abstrakte Bilder mit Wirklichkeitsfragmenten hervorbringt, zum anderen aber liegt ihm auch ein tektonischer, wie aus „molekularen Strukturen gefügter Bildaufbau” zugrunde. Auch seine lyrischsten Landschaftsbilder sind durch klare, fast kristallene Strukturen definiert.

Willi Ulfig bei der Gestaltung eines Wandgemäldes im Donaueinkaufszentrum Regensburg, das in ähnlicher Technik entstand wie die drei Fabeln im Mitterfelser Schulhaus.

Ausgehend vom Naturstudium und der konkreten Reproduktion kam es von einer Synthese der kubistischen, futuristischen und expressionistischen Stilmerkmale zu einer neuen, zwischen Abstraktion und Konkretion schwebenden Bilddarstellung.

Dabei legt Ulfig immer wieder Wert darauf, dass sich der Betrachter wie der Künstler an Motive erinnern kann und es ihm möglich ist, den Weg dieser Kunst mitzuerleben. Seiner Sensibilität entsprechend kann sich jeder Betrachter einen mehr oder weniger tiefgreifenden Zugang zu dieser Malerei verschaffen.

Bei einer Vernissage in Regensburg, bei deren Eröffnung Werke von Mozart gespielt wurden, hieß es in der Laudatio: „...es ist ein wunderbares Erlebnis - nach einem so exquisiten Mozart - über den Mozart der Farbe zu reden. Denn das, was Ihnen in Tönen entgegentrat, kann man wie in einer Resonanz aus diesen Bildern miterleben.”

Die Bilder Ulfigs zwingen zur Konzentration, zur ruhigen und langsamen Betrachtung „in einer Zeit der optischen Tyrannei, der uns unentwegt bedrängenden Bildsequenzen der Medien, der gebrochenen und nie zu Ende kommenden Sehvorgänge.” Weiter beschreibt Anton Ebner: „In einer Zeit der entwerteten, wertlosen weil unreflektierten Bilder kann jedes dieser Gemälde als eine Aufforderung zur fantastischen Entdeckungsreise ins Reich der Farben und Formen interpretiert werden. Die ihnen immanente Spannung  zwischen Farbe und Form, zwischen Natur und Kunst, zwischen Materialität und Geist infiziert den Betrachter, schlägt ihn in ihren Bann.” Seine Bilder zeigen Farbverläufe, Tiefen und Transparenzen zwischen konkreten Formen und abstrakten Fügungen.

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