Mitterfels im Österreichischen Erbfolgekrieg (1741 - 1745) - Unglaubliche Karriere zweier Männer des Gerichts Mitterfels

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06_gschray0205_herr von thuerrieglZwei Männer des Gerichts Mitterfels fielen bei dieser Aktion besonders auf und leiteten damit eine geradezu unglaubliche Karriere ein: es waren der Eisenamtmann (Gefängnisverwalter) Johann Michael Gschray (Abb. links) und der junge Gerichtsschreiber am Pfleggericht Johann Kaspar Thürriegel (Abb. rechts). Gschray war mit der Aufstellung einer Freischar betraut worden - ein buntgewürfelter Haufen aus Schergknechten, Jägern, Invaliden, und was sich gerade alles fand. Damit war er gegen Viechtach gerückt und hatte sich erstmals hervorgetan. Dann wurde er zur Verstärkung der Festung nach Mitterfels beordert. Hier waren bereits bayerische und französische Kräfte; denn Mitterfels war  wegen seiner Lage am Weg zwischen Donau und Böhmen bedeutsam. Thürriegel war auch bei Viechtach dabei, hatte allein zehn Soldaten und einen Unteroffizier gefangen genommen, dazu 20 Pferde erbeutet und den Proviant einer feindlichen Schar. Als Belohnung durfte er selber die Gefangenen ins Feldhauptquartier nach Schärding bringen, wo er 12 Dukaten erhielt und ihm eine Offiziersstelle im bayerischen Heer versprochen wurde. (Abb. aus: Mitterfelser Magazin 7/2001 und 9/2003, Repros: S. M. Westerholz)

Im ersten Kriegswinter waren ins Bergland zwischen Böhmen und Österreich feindliche Truppen eingesickert und nisteten sich auch im Bayerischen Wald ein. Mit Beginn des neuen Jahres drangen sie unter dem Feldmarschall Graf Ludwig von Khevenhüller die Donau herauf, verstärkt mit einem ungarischen Hilfsheer, und die Bayern zogen sich zurück. Und während ihr Kurfürst in Frankfurt die Kaiserkrone empfing, rückten Menzel'sche Husaren in seine Hauptstadt München ein.

Das ungarische Hilfsheer bestand nur zum kleinsten Teil aus regulären Truppen; die Masse waren Freischaren, Räuberbanden aus den slawonischen Bergen, Zuchthäusler, die gegen das Versprechen, für ihre Königin Maria Theresia gegen Bayern und Franzosen zu kämpfen, amnestiert worden waren. Freiherr von der Trenck sammelte diese Banden auf seinen ungarischen Gütern; Panduren und Schergenkompanien stießen hinzu. Und nun wurden diese Rotmäntel dem Feldmarschall unterstellt und auf das bayerische Volk gehetzt. Die zottelbärtigen Burschen in den weiten Hosen und kurzen Hemden waren in struppige Pelze gehüllt und trugen breite Schlapphüte oder schildlose Helme; sie waren bewaffnet mit langen türkischen Flinten, Pistolen und Fangmessern.

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Szene aus den Freilicht-Festspielen Waldmünchen "Trenck der Pandur vor Waldmünchen"


Anmerkung: Über das abenteuerliche Leben Thürriegels und Gschrays wurde in den Mitterfelser Magazinen [MM 7/2001] und MM 9/2003 berichtet.

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