Museum der Bayerischen Geschichte. Noch kein Eröffnungstermin

HdBG1 w

Die Baustelle des Museums der Bayerischen Geschichte am Donaumarkt (Bild unten/Mitte). Den aktuellen Stand kann man über eine Webcam des Bauamts live verfolgen: http://mdbg1.webcam-stbar.de/. 

Allerorten bayerische Geschichte(n)

Über mangelnde Beschäftigung in der Region kann das „Haus der Bayerischen Geschichte“ (HdG) nicht klagen. Unlängst ging die Landesausstellung 2016 „Bier in Bayern“ mit 230 000 Besuchern in Aldersbach (Kreis Passau) zu Ende. Jetzt gehen die Arbeiten am neuen „Museum der Bayerischen Geschichte“ in Regensburg in die heiße Phase. Währenddessen wird mit Hochdruck an der Ausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ gearbeitet, die im Mai in Coburg startet.

„Von Berlin lernen heißt siegen lernen“, begründete HdG-Direktor Richard Loibl am Montag in München, warum er sich zum „Museum der Bayerischen Geschichte“ am Donaumarkt in Regensburg auf einen verbindlichen Eröffnungstermin noch nicht festlegen will. So viel ist aber sicher: 2018 wird der moderne Bau, der „die Stadtsilhouette widerspiegelt“ (Loibl), aber dennoch nicht jedem Regensburger gefällt, feierlich eingeweiht werden. Der Termin soll irgendwo zwischen dem bayerischen Verfassungstag am 26. Mai und dem 8. November liegen. In der Nacht vom 7. zum 8. November 1918 hatte der Sozialdemokrat Kurt Eisner den Freistaat Bayern ausgerufen, dessen 100. Geburtstag im Jahr 2018 gefeiert wird.

Reichsstädte statt Bier

Loewenbraeu LoeweEin Highlight des Museums enthüllte Loibl gestern in München. In exponierter Position wird der weltweit bekannteste Löwe, der seit etwa 150 Jahren Löwenbräu als Marke auf verschiedenen Ausstellungen der Welt und dem Oktoberfest präsentierte, die Besucher begrüßen. Ganzen Generationen von Wiesn-Besuchern ist der erstmals 1950 eingesetzte über vier Meter hohe mechanische Löwe ein Begriff, der seinen Bierkrug mit einem kräftigen „Lööööwenbräu“-Ausruf hebt. Inzwischen wurde der alte Löwe durch einen jüngeren Kollegen ersetzt und bezieht als Schenkung der Brauerei seinen Austrag im Regensburger Museum.

Während bei der Landesausstellung in Aldersbach dem Reinheitsgebot-Jubiläum des Bieres gehuldigt wurde, richtet sich im Lutherjahr 2017 der Blick wieder nach Franken, genauer gesagt auf die protestantischen freien Reichsstädte. Auf der Veste und in der Morizkirche in der Stadtmitte von Coburg soll aber vom 9. Mai bis 5. November 2017 laut Loibl nicht eine weitere „Luther-Ausstellung“ präsentiert, sondern die Zeit des Reformators bis zum Augsburger Religionsfrieden widerspiegelt werden.

Im 16. Jahrhundert, erläuterte Ausstellungsleiter Peter Wolf, seien Augsburg und Nürnberg die „Global Player“ gewesen. So bildet Nürnberg den Mittelpunkt einer Karte, die 1501 die Straßen für Händler und Kaufleute verzeichnete. Um 1500 bildeten sich die Städte als die Schauplätze heraus, an denen Veränderung und Fortschritt stattfanden.

Am Originalschauplatz

Die Veste Coburg an der damals großen Handelsstraße von Nürnberg nach Erfurt wurde als Standort der nächsten Landesausstellung als „Originalschauplatz“ gewählt, in dem sich auch der Reformator 1530 aufhielt. Von der sicheren Veste aus verfolgte der in Reichsacht stehende Martin Luther die Geschehnisse des Augsburger Reichstags. Coburg war damals ein zentral gelegenes Handelszentrum, das sowohl mit Nürnberg als auch mit dem mitteldeutschen Raum eng verbunden war. Das „Schaufenster Kursachsens nach Süden“ nennt es Ausstellungsleiter Wolf. Sieben Predigten hielt Luther in der Stadtkirche Sankt Moriz – dem zweiten Ausstellungsort.

Quelle: rm/BOG Zeitung vom 13. Dezember 2016 (Zeitversetzte Übernahme aufgrund einer 14-tägigen Sperrfrist.)

>>> Bericht vom Richtfest [... hier]

pdf icon

BESUCHER

Heute 171 Gestern 156 Woche 327 Monat 5161 Insgesamt 834904

Aktuell sind 47 Gäste und keine Mitglieder online

Back to Top