Nikolaus und die Freuden des Winters

Offenes Singen Nikolaus wFranz Schötz in Aktion beim offenen Singen in der Hien-Sölde. (Foto: erö)

Mit­ter­fels. Of­fe­nes Sin­gen in der Hien-Söl­de

 

Einmal im Vierteljahr ist in der historischen Hien-Sölde in Mitterfels im Rahmen der Aktion „Treffen in der Stubn“ ein offenes Singen mit Franz Schötz angesagt. Er ist Leiter der Beratungsstelle für Volksmusik und Kenner einer Fülle von echten, oftmals unbekannten Volksliedern, und begleitet das gemeinsame Singen auf der Gitarre. Diesmal wurden adventliche Lieder aus bayerischer Überlieferung miteinander eingeübt und gesungen. Auch der Nikolaus und die Freuden des Winters wie Schlittenfahren und Schifahren oder Eisstockschießen wurden liedhaft beleuchtet. Zu diesem Treffen in der gut geheizten Stub’n fanden sich wieder viele sangesfreudige Frauen und Männer ein. Maria Birkeneder und Doris Metzger vom Freundeskreis Historische Hien-Sölde bewirteten die Gäste mit heißem Tee und kühlen Getränken.

Zum Einstimmen stellte Schötz den Gästen vor, wie gute Volksmusik von Profis klingt mit einer Kostprobe von der CD „Lauter liabste Liader“ und einer 40 Jahre alten Aufnahme mit Gesang von Auswanderern aus dem Böhmerwald, die im rumänischen Banat eine neue Heimat gefunden hatten. Ihre Sprache hat sich bis heute erhalten, der Text war verständlich und bekannt und viele anwesende Sänger summten leise mit. Mit vertrauten Weisen wie vom leise rieselnden Schnee oder vom Nikolo und dem „Klöpfeln“ wurde begonnen, wobei Schötz auch den volkskundlichen Hintergrund von so manchem Lied erklärte: Dass das bekannte Stück „Jetzt fangen wir zu singen an“ beim Salzburger Adventssingen entstanden ist und dass die Hirten früher ausgesprochene Musikanten waren und auf dem Dudelsack, dem „Böhmischen Bock“, oder auf der Geige musizierten. Lieder wie „Es blühen die Maien“ seien ein Hinweis auf das Aufblühen der Welt durch die Geburt des Herrn. Nach einer Verschnaufpause wurde es winterlich-lustig bei Liedern vom Schlittenfahren und Eisstockschießen und dem schwungvollen Stück von „zwei Brettln und an g`führigen Schnee“ mit allen acht Strophen. Noch ein Hinweis von Franz Schötz: Am Mittwoch, 13. Dezember, wird er beim Straubinger Christkindlmarkt auch ein „Offenes Singen für Jedermann“ anbieten.

Quelle: Elisabeth Röhn/BOG Zeitung vom 9. Dezember 2017 (Zeitversetzte Übernahme aufgrund einer Sperrfrist)

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