(M) HIEN-SÖLDE (Alte Sölde)

Was man in Mitterfels von der Hien-Soelde wusste, war, dass das ehemalige Kleinbauernhaus ein für die Region typischer verputzter Blockbau war, der zu Beginn des 19. Jh. schon einmal als Behelfsschule gedient hatte, dass das Haus aber nach dem Tod der letzten Bewohnerin, Zilli Attenberger, im Jahr 1996 in keinem guten Zustand war und manche Mitterfelser diesen „Schandfleck“ abgerissen sehen wollten. Umso bewundernswerter, dass eine Gruppe von Idealisten, allen voran Maria und Bernd Birkeneder, einen Förderverein Freundeskreis historische Hien-Sölde gründeten und den Mut aufbrachten, sich um eine Sanierung zu bemühen.

Die dendrochronologische Untersuchung brachte einen sensationellen Befund: Die Ursprünge dieses Hauses liegen im Jahr 1436, die Hien-Sölde ist also ein spätmittelalterlicher Blockbau auf einem Bruchsteinmauersockel, sie ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand der älteste bäuerliche Blockbau Niederbayerns, „seltener als ein Schloss“ und „so selten wie die Blaue Mauritius“.

Die Hien-Sölde ist inzwischen mit unglaublich viel Mühe saniert worden, mit dem „Bayer. Landesverein für Heimatpflege e. V.“ ist ein Mieter eingezogen. Von der Straße aus sieht der interessierte Betrachter in einem Fenster eine Glasskulptur, die einen stilisierten Panther, das Wappentier des Bezirks Niederbayern, darstellt: Eine symbolische Zugabe zum Denkmalpreis des Bezirks, der dem Förderverein als Belohnung und hohe Auszeichnung für das große Maß an Idealismus im Oktober 2014 verliehen wurde.